Studie zur Automotive-Softwareentwicklung SDV-Entwicklung: Integration bindet ein Drittel der Arbeitszeit

Von Sebastian Gerstl 3 min Lesedauer

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Deutsche Automotive-Softwareteams verwenden 31 Prozent ihrer Entwicklungsarbeit auf grundlegende Integration. Zu dem Ergebnis kommt die QNX-Studie „Under the Hood: SDV Developer Report 2026“. Bei künftigen Kompetenzen stehen Echtzeitsysteme an erster Stelle.

Die Integration von Betriebssystem, Middleware und weiteren Softwarekomponenten bindet laut QNX-Studie durchschnittlich 31 Prozent der Entwicklungsarbeit deutscher Automotive-Softwareteams.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Die Integration von Betriebssystem, Middleware und weiteren Softwarekomponenten bindet laut QNX-Studie durchschnittlich 31 Prozent der Entwicklungsarbeit deutscher Automotive-Softwareteams.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Grundlegende Integrationsaufgaben beanspruchen einen erheblichen Teil der Softwareentwicklung für softwaredefinierte Fahrzeuge (SDVs). Nach der Studie „Under the Hood: SDV Developer Report 2026“ von QNX entfallen darauf in Deutschland durchschnittlich 31 Prozent der Entwicklungsarbeit, international 35 Prozent. Dazu zählen beispielsweise die Anbindung von Betriebssystem und Middleware sowie die Abstimmung und Konfiguration von Systemen. 13 Prozent der deutschen Befragten geben an, mindestens die Hälfte ihrer Entwicklungszeit für solche Aufgaben aufzuwenden.

Für die zweite Ausgabe der Studie befragte OnePoll im Auftrag des Betriebssystem- und Middleware-Anbieters QNX zwischen dem 20. Juli und dem 4. August 2026 online 1.100 Embedded-Softwareentwickler aus der Automobilbranche, darunter 150 in Deutschland. Die Erhebung umfasst acht Länder in Europa, Nordamerika und Asien. Österreich und die Schweiz gehören nicht dazu. Die Ergebnisse beschreiben Einschätzungen der Befragten; die Angaben zum Arbeitsaufwand beruhen nicht auf einer gemessenen Zeiterfassung.

Integration und Tests belasten die Entwicklung

Technische Komplexität und Integration zählen für 43 Prozent der deutschen Teilnehmer zu den größten Risiken für eine erfolgreiche SDV-Einführung in den kommenden fünf bis zehn Jahren. Es folgen Cyber-Schwachstellen mit 37 Prozent und das Vertrauen der Verbraucher mit 35 Prozent. Deutschland ist damit das einzige untersuchte Land, in dem Cyber-Schwachstellen nicht an erster Stelle stehen. Im internationalen Gesamtergebnis werden diese von 47 Prozent genannt, technische Komplexität und Integration von 39 Prozent.

Im Entwicklungsalltag führen Debugging und Tests mit 39 Prozent die Liste der Herausforderungen deutscher Teams an, knapp vor der Integrationskomplexität mit 38 Prozent. Letztere wurde im Vorjahr von 28 Prozent genannt. Gleichzeitig sank der Anteil der deutschen Befragten, die ihre Entwicklungsumgebung hinsichtlich der Produktivität als hervorragend bewerten, von 33 auf 19 Prozent. International stehen Debugging und Tests mit 44 Prozent ebenfalls vor der Integration mit 39 Prozent.

Die Angaben zur Softwarebasis zeigen unterschiedliche Ansätze: 47 Prozent der deutschen Teilnehmer integrieren Komponenten verschiedener Anbieter selbst, weitere 20 Prozent entwickeln und pflegen ihre grundlegende Plattform vollständig intern. Zwar verwenden 89 Prozent dieselbe Basisplattform zumindest teilweise über mehrere Fahrzeugprogramme oder Steuergerätedomänen hinweg, umfassend tun dies jedoch nur 17 Prozent. 68 Prozent sehen die SDV-Entwicklung durch das Fehlen einer gemeinsamen, wiederverwendbaren Softwarebasis gebremst.

Eine stärkere Wiederverwendung über Fahrzeugprogramme hinweg nennen 39 Prozent der deutschen Befragten als Möglichkeit, mehr Entwicklungszeit für Funktionen auf Anwendungsebene zu gewinnen. International wird eine bessere Integration von Entwicklungswerkzeugen und -umgebungen mit 46 Prozent am häufigsten genannt. Zugleich befürworten jeweils 76 Prozent der deutschen und aller Befragten, dass Fahrzeughersteller ihre Entwicklungsarbeit stärker auf Anwendungen und weniger auf grundlegende Softwareinfrastruktur ausrichten.

Echtzeitkompetenz und Cybersicherheit bleiben zentrale Aufgaben

Cybersicherheitsbezogene Vorgaben sind für 45 Prozent der deutschen Teilnehmer die am häufigsten genannte regulatorische Herausforderung; international sind es 46 Prozent. Dass regulatorische Rahmenwerke mit Innovation und technischer Komplexität Schritt halten können, halten 77 Prozent in Deutschland grundsätzlich für möglich, nach 85 Prozent im Vorjahr. International liegt dieser Wert bei 86 Prozent. Größer ist das Vertrauen in die eigenen Teams: 90 Prozent der deutschen Befragten sind zuversichtlich, neue Anforderungen bewältigen und regelkonform bleiben zu können.

Bei den wichtigsten Kompetenzen für die kommenden fünf Jahre setzen die deutschen Teilnehmer Echtzeitsysteme mit 52 Prozent an die erste Stelle. Es folgen Cybersicherheit mit 47 Prozent, funktionale Sicherheit mit 46 Prozent und die Integration von KI und Machine Learning mit 43 Prozent. International führt Cybersicherheit mit 58 Prozent; Echtzeitsysteme erreichen mit 45 Prozent Rang vier. Zugleich zählt Fachkräftemangel für 37 Prozent der deutschen Befragten zu den größten Sorgen hinsichtlich der Zukunft der Automotive-Softwareentwicklung.

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KI-Erwartungen verschieben sich zur Einbindung in Arbeitsabläufe

Eine transformative Rolle von KI in der Automotive-Softwareentwicklung während der kommenden drei bis fünf Jahre erwarten 22 Prozent der deutschen Teilnehmer. Im Vorjahr waren es 39 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil derjenigen, die KI eine bedeutende, in Entwicklungsabläufe integrierte Rolle zuschreiben, von 53 auf 66 Prozent. Zusammengenommen rechnen damit 88 Prozent weiterhin mit einem erheblichen Einfluss der Technologie.

International zeigt sich eine ähnliche Verschiebung: Der Anteil transformativer Erwartungen sank von 36 auf 25 Prozent, während die Erwartung einer bedeutenden Rolle innerhalb der Entwicklungsabläufe von 55 auf 62 Prozent stieg. Die Ergebnisse sprechen damit für veränderte Erwartungen an den Einsatz von KI. Ob entsprechende Werkzeuge Integrationsaufwand, Testzeiten oder Fehlerquoten tatsächlich reduzieren, lässt sich aus diesen Einschätzungen nicht ableiten.(sg)

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