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Windows 10 IoT als Plattform für Geräteentwickler

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Stephan Augsten

Windows 10 IoT Enterprise bietet die Möglichkeit für Entwickler von IoT-Geräten, umfassende Anwendungen zu entwickeln, die auf das Windows-Ökosystem aufbauen. Durch die Unterstützung von Azure IoT Edge lassen sich auch Cloud-Szenarien umsetzen.

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Mit Windows 10 IoT Enterprise will Microsoft ein vollwertiges IoT-Betriebssystem mit langjährigem Support anbieten.
Mit Windows 10 IoT Enterprise will Microsoft ein vollwertiges IoT-Betriebssystem mit langjährigem Support anbieten.
(Bild: jarmoluk / Pixabay )

Windows 10 IoT Enterprise ist die erweiterte Version von Windows 10 IoT Core und bietet umfassende Unterstützung für Win32-Anwendungen. Windows IoT Core und Windows IoT Enterprise werden einander angenähert, damit Entwickler zwischen den Editionen auch wechseln oder in einem IoT-Projekt beide Editionen einsetzen können.

Entwickler, die bisher mit Windows 10 IoT Core gearbeitet haben, können auf die Enterprise-Version umsteigen, aber auch weiterhin Core nutzen. Windows 10 IoT Core Services werden bis Januar 2029 unterstützt. In Microsoft Azure werden Linux-Module mit Azure IoT Edge zusammen mit Windows unterstützt.

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Windows 10 IoT – Core oder Enterprise?

Windows für IoT besteht im Wesentlichem aus den beiden Betriebssystemen Windows 10 IoT Core und Windows 10 IoT Enterprise. Dazu kommt die Unterstützung für verschiedene Azure-Dienste, mit denen Entwickler leichter IoT-Lösungen anbieten können. Im Fokus bei der Zusammenarbeit mit Microsoft Azure steht Azure IoT Edge. Mit dem Cloud Service können auch künstliche Intelligenz und Machine Learning in IoT-Projekten genutzt werden.

Windows 10 IoT Core wird vor allem für kleinere IoT-Geräte mit geringerem Umfang zur Verfügung gestellt, unterstützt aber UWP-Apps und ARM-CPUs. Windows 10 IoT Enterprise unterstützt die gleichen Funktionen wie Windows 10 Enterprise für den Desktop und kann IoT-Projekte in Windows-Ökosysteme implementieren.

Windows 10 IoT Enterprise ist im Grunde genommen also eine Vollversion von Windows 10, mit der IoT-Lösungen für Unternehmen verwaltet und gesteuert werden können. Entwicklungs- und Verwaltungstools für Windows 10 lassen sich dementsprechend auch hier nutzen. Windows 10 IoT Enterprise wird als LTSC- (Long-Term Servicing Channel) und als SAC- (Semi-Annual Channel) Version angeboten.

Windows 10 Enterprise und i.MX-8-Prozessoren von NXP

Die nächste Version von Windows 10 IoT Enterprise unterstützt die NXP-Prozessoren i.MX 8 zusätzlich zu bereits gängigen Intel-, AMD- und Qualcomm-Prozessoren. NXP wird bei vielen IoT-Lösungen eingesetzt. Partner im EEAP-Programm können eine Preview der neuen Version noch in diesem Jahr herunterladen. Die finale Version von Windows 10 IoT Enterprise samt der Unterstützung von NXP-Prozessoren wird für 2021 erwartet.

Windows 10 IoT Enterprise bietet die volle Leistungsfähigkeit von Windows 10 Enterprise für den Einsatz in vielen Gerätetypen, wie Gateways, Kiosk-Rechner, intelligente Gateways, Roboter und mehr. Im Fokus bei der Unterstützung der Gerätehersteller für den Einsatz von Windows 10 IoT steht auch der Platzbedarf des Betriebssystems. Dieser soll auch durch eigene Images extrem reduzierbar sein.

Device Update Center (DUC) für Windows 10 IoT Enterprise Services

Das Device Update Center (DUC) für Windows 10 IoT Core Services soll auch für Windows 10 IoT Enterprise genutzt werden können. Mit DUC können Gerätehersteller Updates für Windows, IHV-Treiber und OEM-spezifische Dateien oder Anwendungen auf einzelnen Gerätemodellen oder Geräteklassen validieren und veröffentlichen. Anschließend lassen sich diese Daten auf den eingesetzten Edge-Geräten des Kunden freigegeben.

Mit DUC können Gerätehersteller die Kontrolle über Betriebssystem-Image-Updates erhalten und Betreibern von Lösungen Transparenz und Kontrolle darüber bieten, wann und wie Updates installiert werden. Die Preview des Dienstes wird im Frühjahr 2021 erwartet.

UWP-Anwendungen als Shell für IoT-Geräte verwenden

Gerätehersteller können in Windows 10 IoT Enterprise Anwendungen auf Basis der Universal Windows Platform (UWP) innerhalb ihrer benutzerdefinierten Shell-Umgebung nutzen. Dazu gehören Windows-Funktionen, die auf UWP aufbauen. Beispiele dafür sind wie die neue Anwendung „Touch Keyboard and Settings“. UWP-Anwendungen können dadurch in Zukunft als benutzerdefinierte Shell auf IoT-Geräten verwendet werden. Microsoft hat diese Funktion im Mai-Update der LTSC-Version von Windows 10 IoT Enterprise hinzugefügt.

Microsoft Edge wird in der neuen Chromium-Variante auch für Windows 10 IoT Enterprise eingeführt. Es wird erwartet, dass mit der nächsten SAC-Version von Windows 10 IoT Enterprise die neue Version verfügbar sein wird. Der Kioskmodus wird mit Microsoft Edge in Zukunft ebenfalls integriert werden.

Roboterbetriebssystem (ROS) unter Windows

Windows 10 IoT Enterprise kann auch für die Automatisierung in Industrie und Einzelhandel genutzt werden, auch zur Steuerung von Robotern. Dazu wird Microsoft die Unterstützung von Robot Operating System (ROS) in Windows 10 IoT Enterprise und Desktop-Versionen von Windows 10 integrieren. Die VS-Code-Erweiterung für ROS unterstützt dabei Continuous Integration (CI), Continuous Simulation und Continuous Delivery (CD) für ROS-Anwendungen zu konfigurieren.

Parallel dazu kann auf Azure DevOps oder GitHub Actions gesetzt werden. Der Azure-Pipeline-Dienst kann in Verbindung mit dem Azure-VM-Template für ROS unter Windows beliebige Simulatoren aufrufen und simulationsbasierte Tests in die CI/CD-Pipeline auf Azure DevOps einzubauen. Mehr Informationen zu diesem Thema sind auch auf Video von Microsoft zu sehen:

Windows for IoT – A Roadmap Update

Linux modules with Azure IoT Edge on Windows 10 IoT Enterprise

ROS on Windows – CI/CD using Azure DevOps

Die Serverlösung im IoT-Netzwerk: Windows Server IoT 2019

Mit Windows Server IoT 2019 bietet Microsoft seine Serverlösung im Microsoft Ökosystem auch für den IoT-Bereich an. Der Server kann eine große Anzahl an IoT-Geräten zentral verwalten und gleichzeitig die Datenbanken hosten, die im IoT-Netzwerk benötigt werden. Windows Server IoT 2019 sammelt auch Daten von den angebundenen IoT-Geräten und kann Analysen durchführen. In diesem Zusammenhang arbeitet der Server auch mit Azure IoT Edge und den anderen IoT-Diensten in Microsoft Azure zusammen.

Fazit

Windows für IoT Core und Enterprise können insbesondere dann ihre Stärken ausspielen, wenn auch andere Server-Lösungen aus dem Microsoft Ökosystem angebunden werden sollen. Zusammen mit Windows Server IoT 2019 und den IoT-Diensten in Microsoft Azure lassen sich mächtige IoT-Lösungen bereitstellen.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Dev-Insider.de.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist