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Warum Softskills für DevOps entscheidend sind

| Autor / Redakteur: Bernd Achatz * / Stephan Augsten

Erfolgreiche DevOps-Projekte bedingen, dass die Teilnehmer zusammenarbeiten, kommunizieren und ihr Wissen teilen.
Erfolgreiche DevOps-Projekte bedingen, dass die Teilnehmer zusammenarbeiten, kommunizieren und ihr Wissen teilen. (Bild gemeinfrei: geralt / Pixabay)

Bei der Einführung von DevOps-Methoden haben Unternehmen bislang viel Wert auf die technischen Aspekte gelegt, aber kaum auf die notwendigen Softskills der Mitarbeitenden. Doch diese bilden die Basis für eine erfolgreiche DevOps-Kultur.

Als eine NASA-Sonde im September 1999 den Mars erreichte, erwarteten die Wissenschaftler viele wertvolle Informationen. Doch der Mars Climate Orbiter verbrannte in der Atmosphäre des roten Planeten, bevor er seine berechneten Kreisbahnen erreichte.

Eine Untersuchungskommission fand schnell den Grund für das Debakel: Es handelte sich nicht wie gedacht um einen mechanischen Fehler im Orbiter, sondern um ein Problem in der Kommunikation zwischen den Projektteams.

Die Entwickler der NASA verwendeten metrische Einheiten für die Berechnung des Impulses, während sich das Team für die Navigationssoftware von Lockheed Martin für das angloamerikanische Maßsystem entschied. So näherte sich die Sonde dem Mars statt der vorgesehen 150 Kilometer auf nur 57 Kilometer – und verglühte.

Projekte scheitern an mangelnder Kommunikation

Solche Kommunikationsprobleme sind ein offensichtlicher und banaler Grund dafür, dass viele Projekte zwischen Partnern, aber auch innerhalb eines Unternehmens aus dem Ruder laufen oder scheitern. Diese Gefahr ist sehr real und steigt mit der Anzahl der beteiligten Gruppen.

Denn häufig wird in isolierten Silos gearbeitet. Diese althergebrachte Vorgehensweise ist aber zunehmend unvereinbar mit den Anforderungen im hochvernetzten, digital transformierten Arbeitsalltag. Schließlich können Unternehmen heute nur dann erfolgreich sein, wenn die Abstimmung zwischen den Teams reibungslos verläuft und diese im ständigen Dialog miteinander stehen.

Kontinuierliche Abstimmung zwischen IT-Teams

Selbst zwischen den IT-Teams innerhalb eines Unternehmens mangelt es oft an ausreichender Kommunikation. Um dies zu beheben, kommen vor allem im Bereich Softwareentwicklung immer häufiger DevOps-Methoden zum Einsatz. Dieses Konzept bringt Entwicklungs- und Betriebsteams zusammen und teilt die Verantwortlichkeiten auf, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Schließlich haben Innovationen die besten Erfolgsaussichten, wenn die Abstimmung zwischen den Teams kontinuierlich erfolgt. In der Vergangenheit standen dabei insbesondere die technischen Aspekte von DevOps im Mittelpunkt. Nur selten achteten Unternehmen auf die Förderung der grundlegenden Softskills, die dafür nötig sind. Diese bilden aber die Grundlage für eine erfolgreiche DevOps-Kultur.

Communities und Collaboration

Die für DevOps wesentlichen Softskills und Verhaltensweisen sind zwar per se nicht technischer Natur, jedoch eng mit der Technologie verbunden. Dies gilt zum Beispiel für den wichtigen Community-Gedanken.

DevOps-Tools sind Open Source und werden von einer aktiven Gruppe von Personen gepflegt. Daher ist es wichtig, mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Wer keine Ideen teilt und nichts zur Community beiträgt, wird entweder ausgeschlossen oder erhält nur Basis-Informationen. DevOps ist ein inhärenter sozialer Prozess, bei dem sich die Nutzer engagieren müssen, um relevant und auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zusammenarbeit. Ohne Collaboration Tools kann niemand in der DevOps-Welt erfolgreich sein. Wenn nur ein Beteiligter nicht mitmacht, wird die Entwicklungspipeline unterbrochen oder zumindest beeinträchtigt.

Für eine erfolgreiche Softwareentwicklung sind darüber hinaus auch Detail-Informationen aus anderen Abteilungen wichtig. So verringern die Automatisierungstools bei DevOps das Denken in Silos und/oder Abteilungsgrenzen, um Zusammenarbeit und Wissensaustausch zu fördern. Doch die Mitarbeitenden müssen auch bereit sein, ihre Informationen herauszugeben.

Damit wird auch klar, dass nur eine echte, intensive Zusammenarbeit zwischen den bisherigen Entwicklungs- und Betriebsteams für erfolgreiche DevOps-Prozesse sorgt. Dazu ist eine kulturelle Verankerung nötig. Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit muss im gesamten Unternehmen eingeführt und gelebt werden.

Herausforderungen bei der Kulturänderung

Diese Prinzipien gelten von großen Technologiekonzernen über mittelständische IT-Dienstleister bis zu kleinen unabhängigen Software-Entwicklern. Tatsächlich sind die kulturellen Herausforderungen für größere Unternehmen oft höher, denn sie nutzen häufig veraltete Systeme und Prozesse.

Dies wiederum fördert eine innovationsfeindliche Haltung – nach dem Motto: „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Hier erfordert die Einführung von DevOps eine Veränderung der täglichen Arbeitsweise von einzelnen Personen und Teams. Alte Gewohnheiten aufzugeben ist nie einfach, aber in der heutigen dynamischen Welt notwendig.

Wer DevOps-Methoden in das Unternehmen einführt, muss daher die relevanten Mitarbeiter von Anfang an in die Methodik einbeziehen und mit einem umfassenden Change Management darauf vorbereiten. So sind umfangreiche Weiterbildungsprogramme durchzuführen und alle Beteiligten müssen sich auf eine tragfähige Strategie einigen. Dabei sollten mögliche Engpässe im Voraus identifiziert werden.

Schritt für Schritt zu DevOps

Bevor man mit einem Hechtsprung in das DevOps-Wasser eintaucht, ist es ratsam, die vorgesehenen Prozesse erst einmal zu testen. Unternehmen sollten daher einige überschaubare Projekte auswählen, die nicht geschäftskritisch sind, und damit Erfahrungen sammeln, bevor Sie die Initiative breit ausrollen. Anschließend sind die Prozesse und Erfolge regelmäßig zu überprüfen und anhand der Ergebnisse oder neuen Ziele anzupassen.

Letztendlich muss jede DevOps-Strategie von oben nach unten mit glaubwürdigen, nachvollziehbaren und konkreten Zielen durchgesetzt werden. Sonst wird sie nicht funktionieren. Zudem sollte jedes Projekt einen eigenen DevOps-Coach oder „Champion“ haben, um den Prozess der ständigen Prüfung und Verbesserung voranzutreiben.

Fazit

Bernd Achatz
Bernd Achatz (Bild: F5 Networks)

Unabhängig davon, ob ein Unternehmen zögerlich DevOps einführt oder sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet: Die richtige Kultur und die richtigen Mitarbeitenden mit den richtigen Softskills sind wichtig. Denn kein noch so großes technisches Know-how kann ein DevOps-Projekt retten, wenn die Teilnehmer nicht zusammenarbeiten oder ihr Wissen teilen.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Dev-Insider.de.

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* Bernd Achatz ist Technical Director DACH bei F5 Networks.

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