Smart City Protocol veröffentlicht TALQ-Spezifikation erhöht Interoperabilität in Smart Cities

Redakteur: Johann Wiesböck

Das TALQ Konsortium, Entwickler des Smart City Protocol, stellt das detaillierte TALQ-Protokoll der Öffentlichkeit auf GitHub zur Verfügung. So können Softwareentwickler, Projektplaner, Berater sowie Städte und Kommunen, das in den letzten neun Jahren aufgebaute Wissen nutzen und davon profitieren.

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Rui Peixe, Chairman TALQ Technical Workgroup: „Die Veröffentlichung soll vor allem dazu beitragen, dass Kommunen besser verstehen, warum es sinnvoll ist, den TALQ-Standard als Anforderung in öffentliche Ausschreibungen für verschiedene Smart-City-Anwendungen aufzunehmen, um Investitionen abzusichern und zukunftssichere, interoperable Systeme zu gewährleisten.“
Rui Peixe, Chairman TALQ Technical Workgroup: „Die Veröffentlichung soll vor allem dazu beitragen, dass Kommunen besser verstehen, warum es sinnvoll ist, den TALQ-Standard als Anforderung in öffentliche Ausschreibungen für verschiedene Smart-City-Anwendungen aufzunehmen, um Investitionen abzusichern und zukunftssichere, interoperable Systeme zu gewährleisten.“
(Bild: TALQ Consortium)

Der Schlüssel für erfolgreiche internationale Standards ist sicherlich, dass diese technisch solide und mit sinnvoller Funktionalität ausgestattet sind. Ein weiterer, vielleicht noch wichtigerer Faktor ist, die Lösung vielen Anwendern gleichzeitig vorzustellen, damit sie die Vorteile des Ansatzes verstehen und erleben können. Genau diesen Weg hat das TALQ Konsortium im Juli 2021 eingeschlagen. Nach neun Jahren Entwicklung eines modernen und flexiblen Softwareprotokolls, das die Kompatibilität von smarten Straßenbeleuchtungssystemen und anderen Smart-City-Anwendungen verschiedener Hersteller ermöglicht, teilt das Konsortium die detaillierte TALQ OpenAPI-Spezifikation öffentlich mit der internationalen Smart-City-Community.

Ab sofort ist das TALQ-Protokoll (sowohl das Datenmodell als auch die API-Definitionen) öffentlich und kostenlos auf GitHub einsehbar. Dies erlaubt Städten und Gemeinden, Beratern sowie potenziellen Mitgliedern die detaillierte Spezifikation einzusehen und die damit verbundenen Vorteile schneller zu verstehen.

Rui Peixe, Chairman TALQ Technical Workgroup, erklärt: „Ich persönlich empfinde die jetzige Zeit als sehr aufregend und wichtig für das Konsortium, da die Mitgliederzahl weiterwächst, fast jeden Monat neue TALQ-Zertifizierungen verliehen werden und TALQ in unterschiedlichsten Smart-City-Anwendungen immer bekannter wird. Wir sind davon überzeugt, dass die größere Bekanntheit des Standards noch mehr Fortschritte für die gesamten Branche bringen wird.”

Die Vorteile von OpenAPIs

Durch die Veröffentlichung der Schnittstellenspezifikation können Hersteller von Steuerungssoftware (CMS) und Outdoor-Gerätenetzwerken (ODN, sog. Gateways) die Integration des Protokolls in ihre eigenen Systeme prüfen, um mit Lösungen anderer Anbieter kompatibel zu werden. Der Vorteil für die Smart-City-Community ist eine weite Verbreitung des Schnittstellenstandards sowohl bei Lösungsanbietern als auch bei Stadtverantwortlichen. So können alle Marktteilnehmer von der jahrzehntelangen Erfahrung mit intelligenter Außenbeleuchtung und anderen Smart-City-Anwendungen profitieren, während das Protokoll öffentlich auf den Prüfstein gelegt wird.

Die TALQ OpenAPI-Definition bietet Entwicklern Zugang zu umfangreichen Software-Werkzeugen. Diese können dazu verwendet werden, um die API darzustellen und um automatisch Codebausteine für Server- und Client-Anwendungen in verschiedenen Programmiersprachen zu erstellen. Eine breite Palette an weiteren Werkzeugen, zum Beispiel für Testzwecke, ist verfügbar, was den Entwicklungsaufwand für Systemhersteller drastisch reduziert.

Wie wird TALQ-Konformität erzielt?

Die offizielle Betätigung der Konformität ist Mitgliedsunternehmen vorbehalten. Diese erhalten Zugriff auf die umfassende TALQ-Testumgebung, mit der sie ihre Systeme entwickeln und testen können, bis diese für die TALQ-Zertifizierung bereit sind. Dieses Testwerkzeug liefert wertvolle Diagnoseinformationen, um die Integration der TALQ OpenAPI-Spezifikation zu beschleunigen.

Das Konsortium stellt den Mitgliedern zudem weitere wertvolle Ressourcen zur Verfügung, darunter technische Videos, eine exklusive Kommunikationsplattform für Mitglieder, Zugriff auf die Spezifikations-Roadmap, individuellen technischen Support sowie regelmäßige virtuelle und ‚Face-to-Face-Treffen‘, um eigene Systeme auf Interoperabilität mit Systemen anderer Mitgliedsunternehmen zu testen.

Die offizielle Zertifizierung von Systemen und die Einbindung der Produkte in die offizielle Liste der zertifizierten Produkte ist ausschließlich TALQ-Mitgliedsunternehmen vorbehalten. Je nach Art der Mitgliedschaft können entweder unbegrenzt viele Produkte ohne zusätzliche Kosten zertifiziert werden oder es wird eine geringe Gebühr, pro Zertifizierung eines jeden Produktes, erhoben. Mitglieder können die Zertifizierung einfach beantragen indem sie einen vollständigen Satz von Testfällen in der Testumgebung bestehen und die Ergebnisse an die TALQ Certification Work Group senden. Diese Vorgehensweise macht den Zertifizierungsprozess besonders agil und schnell.

Das TALQ Konsortium

Das 2012 gegründete TALQ Konsortium hat einen weltweit akzeptierten Schnittstellen-Standard für Management-Software zur Steuerung und Überwachung heterogener Smart-City-Anwendungen entwickelt. Das TALQ Smart City Protokoll ist eine Schnittstellen-Spezifikation für den Informationsaustausch, geeignet für die Implementierung in verschiedene Produkte und Systeme. So kann die Interoperabilität zwischen Central Management Software (CMS) und Outdoor-Gerätenetzwerken (ODN) verschiedener Hersteller sichergestellt werden.

Ein einziges CMS kann verschiedene ODNs in unterschiedlichen Teilen einer Stadt oder Region steuern. TALQ ist ein offenes Industriekonsortium, das derzeit aus etwa 50 Mitgliedsfirmen besteht. Folgende zertifizierte TALQ-konforme Produkte (TALQ Version 2) sind derzeit verfügbar:

Central Management Software (CMS):

  • CityLinx von BeeZeeLinx, Frankreich
  • City Vision von Capelon, Schweden
  • LightingGale von CIMCON, USA
  • StreetMan von Dhyan, USA
  • inteliLIGHT CMS von Flashnet, Rumänien
  • SLV CMS von Itron, USA
  • SmartLinx von LED Roadway Lighting, Kanada
  • LuxSave Streetlight CMS von LuxSave, Schweden
  • PE Smart CMS Neptune von Paradox Engineering, Schweiz
  • EXEDRA von Schréder, Belgien
  • CityMESH CMS von SICOM, Chile
  • PLANet from Telensa, Vereinigtes Königreich
  • CityManager von TVILIGHT, Niederlande
  • Smart Firefly von Uvax, Spanien

Outdoor Device Network (ODN) / Gateway:

  • Citybox von Bouygues, Frankreich
  • NearSky von CIMCON, USA
  • Flashnet IoT platform von Flashnet, Rumänien
  • SLV Gateway von Itron, USA
  • Ki von Lucy Zodion, Vereinigtes Königreich
  • LuxSave Streetlight GW von LuxSave, Schweden
  • Mayflower CMS mit TALQ Gateway von Mayflower, Vereinigtes Königreich
  • WixLi Portal GW von NEXIODE, Frankreich
  • PE Smart GW von Paradox Engineering, Schweiz
  • EXEDRA von Schréder, Belgien
  • Owlet IoT von Schréder, Belgien
  • SELC Gateway von SELC, Irland
  • CITY GATEWAY von SICOM, Chile
  • Access Point System von Smartnodes, Belgien
  • AGIL IoT Platform von ST Electronics (Info-Comm Systems), Singapore
  • T-Light Gateway von ST Engineering Telematics Wireless, Israel
  • Trilliant TALQ Gateway von Trilliant, Kanada
  • CA-13 von Uvax, Spanien
  • Witti TALQ Gateway von Witti, Frankreich

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