Angriff auf Software-Lieferkette Pakete von Red Hat Linux mit Malware infiziert

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Die Welle an mit Malware kompromittierten Open-Source-Paketen, die über das npm-Verwaltungssystem verteilt werden, reißt nicht ab. Nun hat es auch einen offiziellen npm-Kanal der weit verbreiteten Linux-Distribution Red Hat erwischt. Fast 100 verschiedene Pakete könnten betroffen sein.

Sicherheitsforscher melden manipulierte Red-Hat-Pakete im npm-Registry. Betroffene Systeme, welche die befallenen Pakete heruntergeladen haben, gelten als direkt kompromittiert, weil der Schadcode schon bei der Installation ausgeführt wird.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Sicherheitsforscher melden manipulierte Red-Hat-Pakete im npm-Registry. Betroffene Systeme, welche die befallenen Pakete heruntergeladen haben, gelten als direkt kompromittiert, weil der Schadcode schon bei der Installation ausgeführt wird.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Sicherheitsforscher haben einen Supply-Chain-Angriff auf offizielle Red-Hat-Pakete im npm-Registry gemeldet. Betroffen ist der vertrauenswürdige Namespace @redhat-cloud-services, über den Red Hat Pakete für Cloud-Dienste veröffentlicht.

Nach Angaben mehrerer Sicherheitsfirmen wurden Dutzende Paketversionen mit einem Schadcode versehen. Wiz spricht von mindestens 32 betroffenen Veröffentlichungen, Socket zählte zeitweise 95 manipulierte Versionen. Die betroffenen Pakete sollen zusammen rund 80.000 Downloads pro Woche erreichen.

Wie der Angreifer Zugriff auf die Veröffentlichungsrechte erhielt, ist noch nicht abschließend geklärt. Forschende halten kompromittierte Zugangsdaten für wahrscheinlich. Wiz führte den Vorfall auf ein kompromittiertes GitHub-Konto eines Red-Hat-Mitarbeiters zurück.

Schadcode startet schon bei der Installation

Die manipulierten Pakete führen ihren Schadcode über einen sogenannten Preinstall-Hook aus. Dadurch startet die Malware bereits während npm install, noch bevor Entwickler das Paket importieren oder in einer Anwendung einsetzen.

Der Schadcode soll unter anderem GitHub-Actions-Secrets, npm-Tokens, Cloud-Zugangsdaten, Kubernetes- und Vault-Material, SSH-Schlüssel sowie Git-Zugangsdaten auslesen. Damit zielt der Angriff vor allem auf Entwicklungsumgebungen und CI/CD-Pipelines.

Die erbeuteten Daten werden verschlüsselt und anschließend über Webanfragen übertragen. Zusätzlich enthält die Malware nach Angaben der Forscher einen Ausweichmechanismus, bei dem Daten über kompromittierte GitHub-Repositories abgelegt werden können.

Die Malware kann sich außerdem selbst weiterverbreiten. Dazu veröffentlicht sie manipulierte Pakete über weitere Konten, auf die ein infiziertes System Zugriff hat. Fachleute sehen darin ein typisches Merkmal moderner Supply-Chain-Angriffe.

Red Hat entfernt Pakete und prüft Folgen

Die Malware ähnelt laut den Analysen dem Wurm „Mini Shai-Hulud“, dessen Code zuvor öffentlich verfügbar gemacht wurde. Ob die Gruppe TeamPCP oder Nachahmer hinter dem Angriff stehen, ist unklar. Wiz sieht bei der neuen Variante zusätzliche Funktionen zum Sammeln von Google-Cloud- und Azure-Identitäten.

Red Hat erklärte, das Unternehmen habe eine Untersuchung eingeleitet und die schadhaften Pakete aus dem npm-Registry entfernt. Die Pakete seien auf interne Entwicklung beschränkt gewesen; über console.redhat.com sei der Schadcode nicht für Kunden veröffentlicht worden. Hinweise auf Auswirkungen auf Kunden-, Partner- oder Produktionsumgebungen habe man bislang nicht gefunden.

Sicherheitsforscher raten dennoch zu sofortigen Prüfungen. Organisationen oder Personen, die betroffene Paketversionen installiert oder in Build-Prozessen ausgeführt haben, sollten Systeme als potenziell kompromittiert behandeln, Zugangsdaten rotieren, CI/CD-Umgebungen untersuchen und die veröffentlichten Indikatoren der Sicherheitsanbieter abgleichen.(sg)

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