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Psychogramm agiler Methoden

| Autor / Redakteur: Peter Siwon / Martina Hafner

Bild 1: Natürlich müssen durch Aufwand und Ergebnis des Projekts die Bedürfnisse von Kunden und Chefs erfüllt werden. Aber das reicht nicht!
Bild 1: Natürlich müssen durch Aufwand und Ergebnis des Projekts die Bedürfnisse von Kunden und Chefs erfüllt werden. Aber das reicht nicht! (Bild: MicroConsult GmbH)

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Agile Methoden finden mehr und mehr Eingang in Entwicklungsabteilungen. Dieser Artikel beleuchtet einige triftige Gründe dafür. Der Schlüssel zum Erfolg sind dabei menschliche Bedürfnisse.

Das magische Dreieck des Projektmanagements stellt die konfliktbeladene Dreiecksbeziehung von Zeit, Qualität und Kosten dar. Ziel des Projektmanagements ist es letztlich, durch eine ausgewogene ombination von Projektdauer, -kosten und -ergebnis den Bedürfnissen des Kunden und des eigenen Unternehmens gerecht zu werden.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn diese drei offensichtlichen Aspekte der Projektsteuerung werden durch einen Faktor beeinflusst, der gerne übersehen wird, weil er so schwer zu greifen ist: das Verhalten des Projektteams. (siehe Bild 1 der Bildergalerie)

B wie Projekterfolg

Die Menschen im Projektteam haben natürlich auch Bedürfnisse. Letztlich handeln sie, um in irgendeiner Weise ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Wer glaubt, Menschen arbeiten für ein Gehalt, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, der macht es sich zu einfach.

Sie werden von einem ganzen Spektrum von Bedürfnissen in ihrem Verhalten geleitet. Die Anteile der verschiedenen Bedürfnisse an diesem Spektrum können dabei abhängig von der Lebenssituation, ja sogar Tageszeit oder Wetter mehr oder weniger stark variieren.

Das aktuelle Verhalten wird vor allem durch das gerade dominierende Bedürfnis geprägt. Bei mir sinkt beispielsweise das Bedürfnis nach Anerkennung zugunsten des Bedürfnisses nach Nahrungsaufnahme gegen die Mittagszeit relativ stark ab.

In der Projektarbeit spielen Bedürfnisse wie Anerkennung, Sicherheit, Status, Zugehörigkeit, Neugier oder Selbstbestätigung eine wichtige Rolle.(siehe Bild 2 der Bildergalerie)

Projekte sind Regelkreise

Damit Projekte ihr Ziel erreichen, muss ein regelmäßiger Abgleich von geplantem und realem Projektverlauf stattfinden. Das Team wird Abweichungen vom Plan im Rahmen seiner Möglichkeiten ausgleichen oder, falls das nicht möglich ist, den Plan der Realität anpassen.

Wir haben es also mit einem geregelten Prozess zu tun, in dem der Plan den Sollwert, die Zwischenergebnisse den Istwert, das Team den Regler und das Projekt das zu regelnde System darstellen. (siehe Bild 3 in der Bildergalerie)

Doch es gibt noch einen verborgenen Regelkreis in Projekten: den Regelkreis der Bedürfnisse. Jeder Beteiligte hat Erwartungen an ein Projekt im Sinne einer positiven Bedürfnisbefriedigung. Solange der Projektverlauf (Istwert) diese Erwartungen (Sollwert) bestätigt oder die Hoffnung auf Bestätigung erhalten bleibt, investieren Menschen Energie in das Projektziel.

Ist das nicht der Fall, suchen sie sich sinnvollere Möglichkeiten, ihre Lebensenergie einzusetzen. Sie werden nur noch so viel für das Projekt leisten, wie es ihr Sicherheitsbedürfnis in punkto Arbeitsplatzerhaltung zweckmäßig erscheinen lässt. Genau hier ist die Verbindung der beiden Regelkreise zu erkennen.

Wenn der Bedürfnisregelkreis zu wenig Energie zugunsten des Projektziels bereitstellt, läuft es sehr zäh im Projekt oder es scheitert. Eine Möglichkeit, diese beiden Regelkreise positiv zu koppeln, ist die Einigung auf ein Wertesystem, das der Projektarbeit zugrundeliegt.

Aus diesem Wertesystem wiederum lassen sich Verhaltensprinzipien ableiten, die diese Werte auf die Projektarbeit abbilden. Diese Prinzipien dienen als Leitfaden für Prozesse und Methoden.

Lassen Sie uns nun den Zusammenhang zwischen Bedürfnissen und Agilität herstellen, um herauszufinden, inwieweit agile Werte und Prinzipien und deren praktische Anwendung dem Projekterfolg zugutekommen.

Agile Werte auf dem Bedürfnisprüfstand

Das Agile Manifest stellt vier Werte in den Mittelpunkt. Genauer gesagt sind es vergleichende Bewertungen.

  • Menschen und Beziehungen haben eine höhere Bedeutung für den Projekterfolg als Prozesse und Tools.
  • Funktionierende Software hat eine größere Bedeutung für den Projekterfolg als umfassende Dokumentation.
  • Die Zusammenarbeit mit dem Kunden hat eine größere Bedeutung für den Projekterfolg als Vertragsverhandlungen.
  • Der Umgang mit Veränderung hat eine größere Bedeutung für den Projekterfolg als Planerfüllung.

Aus meiner Sicht ist es wichtig zu erkennen, dass diese Werte nicht entweder-oder bedeuten, sondern eine Gewichtung ausdrücken. Wenn wir die Werte aus Sicht menschlicher Bedürfnisse betrachten, wird die Sinnhaftigkeit noch offensichtlicher.

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