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Continuous Delivery

Der starre Produktzyklus hat ausgedient

| Autor / Redakteur: Dr. Benjamin Kormann und Harald Weigold / Johann Wiesböck

Bild 1: Durchgängige Kommunikationsinfrastrukturen ermöglichen die flexible Erweite-rung und Aktualisierung von Systemkomponenten auf allen Ebenen des Gesamtsys-tems. Gleiche Vorgehensweisen können durchgängig vom Automatisierungssystem bis in die Cloud angewendet werden. Im Beispiel wird der Einsatz eines Nachrichtenbus-ses gezeigt, über den alle Teilnehmer kommunizieren.
Bild 1: Durchgängige Kommunikationsinfrastrukturen ermöglichen die flexible Erweite-rung und Aktualisierung von Systemkomponenten auf allen Ebenen des Gesamtsys-tems. Gleiche Vorgehensweisen können durchgängig vom Automatisierungssystem bis in die Cloud angewendet werden. Im Beispiel wird der Einsatz eines Nachrichtenbus-ses gezeigt, über den alle Teilnehmer kommunizieren. (Bild: ITQ)

Durch die veränderten Anforderungen im Sinne von Industrie 4.0 ergeben sich neue Geschäftsmodelle und Innovationen. Um die Herausforderungen zu meistern, müssen die Organisation und die Vorgehensweisen in der Produktentwicklung geändert werden. Kurze Entwicklungszyklen und zeitnahe Softwareaktualisierungen auf dem Zielsystem sind notwendig.

Der Maschinen- und Anlagenbau erfährt seit einigen Jahren einen zunehmenden Bedeutungszuwachs der Softwaredisziplin. Dies wird einerseits durch die Flexibilisierung der Funktionsrealisierung in Software begünstigt und andererseits durch die zunehmenden Marktanforderungen in Bezug auf Schnelligkeit, Aktualität und vermehrt auch sicherheitsrelevante Aspekte deutlich. Maschinen und Anlagen haben sich über Jahr-zehnte dadurch ausgezeichnet, dass sie nach ihrer Qualifizierung und Abnahme ohne weitere oder zumindest nur geringe Anpassungen betrieben wurden.

Durch die vierte industrielle Revolution und die damit verbundene Vernetzung der Systeme werden die Hersteller vor neue Herausforderungen gestellt. Die Systeme sind nicht mehr abgeschottet, sondern greifen auf übergeordnete Systeme und Cloud-Dienste zu. Mit der Vernetzung hat aber auch die Angreifbarkeit deutlich zugenommen.

Diese Veränderungen haben neben technischen Auswirkungen auch Rückwirkungen auf den Entwicklungsprozess. So werden bereits heute Softwareprodukte, wie Bibliotheken in der Entwicklung eingesetzt, die durch den jeweiligen Softwarelieferanten in täglich neuen und automatisiert getesteten Produktversionen ausgeliefert werden.

Hierbei müssen insbesondere neue Mechanismen der „Software-Wareneingangsprüfung“ im Sinne der ganzheitlichen Qualitätssicherung eingeführt werden. Tesla Motors nutzt kontinuierliche Methoden, um Innovation schnell ausliefern zu können. Dadurch werden starre Produktzyklen aufgegeben und durch häufige und schnelle Updates ersetzt.

In dem Artikel wird beschrieben, wie der Entwicklungsprozess gestaltet sein muss und welche technischen Maßnahmen ergriffen werden müssen, um der veränderten industriellen Landschaft entgegnen zu können.

Der Weg zur kontinuierlichen Softwareauslieferung

Um dieser Entwicklung standzuhalten sind sowohl kurze Entwicklungszyklen als auch zeitnahe Softwareaktualisierungen auf dem Zielsystem notwendig. In der reinen Softwareentwicklung wurden Techniken entwickelt, mit denen der Übergang von der Entwicklung hin zum Produktivsystem mit geeigneten Werkzeugen planen und automatisieren lässt. Dabei lassen sich die folgenden drei Stufen unterscheiden:

  • Continuous Integration: Die kontinuierliche Integration zielt darauf ab, Ergebnisse von verschiedenen Entwicklungsteams frühzeitig zusammenzuführen und sicherzustellen, dass diese integriert werden können. Dadurch ist außerdem gewährleistet, dass das Softwaresystem zuverlässig erstellt und integriert werden kann. Dieser Prozess wird üblicherweise durch qualitätssichernde Maßnahmen, wie automatisiertes Testen begleitet.
  • Continuous Delivery: Hierbei handelt es sich um eine erweiterte Stufe der kontinuierlichen Integration. Es wird jedoch darauf abgezielt, dass das erstellte Softwaresystem nach den erfolgreich durchgeführten Tests in eine dem Produktivsystem ähnliche Umgebung ausgeliefert werden kann. Dieser Schritt ist die Grundlage für automatisiertes Ausliefern von Funktionen.
  • Continuous Deployment: Der entscheidende Unterschied zu Continuous Delivery besteht hierbei darin, dass der Übergang in das Produktivsystem automatisch und unmittelbar erfolgt.

Moderne, agile Entwicklungsprozesse und modulare Systemarchitekturen ermöglichen den Transfer der oben genannten Konzepte in den durch Heterogenität geprägten Maschinen- und Anlagenbau.

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