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Vorteile und Grenzen der Methode
Der Einsatz der Idee der Ausführbaren Spezifikation in mehreren Projekten zeigte, dass der Mehrwert der Methodik bei neu Entwickelten Funktionen ohne Vorgängergeneration am größten ist. Dennoch kann eine Überprüfung und Ergänzung bestehender Spezifikationen sinnvoll sein, sofern deren Qualität angezweifelt wird, oder die Spezifikation als Basis für eine neue Generation der Funktion dienen soll.
Bei der Umsetzung der Spezifikation in Modelle war es stets eine Herausforderung den geeigneten Abstraktionsgrad beziehungsweise die richtige Detailtiefe zu finden. Die Erfahrung zeigt, dass zum Funktionsverständnis und zur Überprüfung der Vollständigkeit und Umsetzbarkeit der Anforderungen ein relativ abstraktes Modell ausreichen kann. Soll das Modell in einer der gezeigten Weisen im Test verwendet werden, wird mehr Aufwand entstehen um die für den Einsatz im Test nötigen Details im Modell abzubilden.
Es konnte festgestellt werden, dass ein agiler Ansatz bei der Spezifikations- und Modellentwicklung zu besseren Ergebnissen führt. Es sollten mehrere Iterationen und Rückkopplungen zwischen Spezifikations- und Modellerstellung vorgesehen werden und eine enge Zusammenarbeit mit den OEM Funktionsverantwortlichen etabliert werden. Abstimmungen im 1-2 Wochen Zyklus haben sich als günstig herausgestellt. Ein mindestens in diesem Zyklus durchgeführtes gemeinsames Baselining der Modelle zusammen mit der Spezifikation ist dabei essentiell.
Die Grenzen der Methodik haben sich gezeigt, wenn es um die Abbildung von Aspekten abseits der erlebbaren Funktion geht. Das geforderte zeitliche Verhalten auf der embedded Zielplattform konnte größtenteils nicht exakt modelliert werden. Verhalten von Hardware und Basissoftware und hardwarenaher Softwareanteile kann mit gewissen Aufwand nachgebildet werden, hier sollte aber im Einzelfall entschieden werden, ob dies wirklich notwendig ist oder ob eine höhere Abstraktionsstufe ausreicht.
Die gezeigte Methode kann bei Kunden auf Widerstand stoßen, da oftmals nur ein Mehraufwand durch die Modellbildung und der Abstimmung zwischen Prosa-Spezifikation und der ausführbaren Spezifikation gesehen wird. Eine objektive Einschätzung, ob die Methode im konkreten Fall einen Mehrwert liefert sollte gemeinsam mit dem Kunden getroffen werden um Transparenz und Akzeptanz zu schaffen. Die Vorteile müssen dem Kunden klar kommuniziert werden.
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