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Das IoT braucht upgrade-fähige Sicherheit

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Stringente Prozesse zur Update-Verteilung sind entscheidend

Mehr Speicher hat die Tendenz, die Kosten des Geräts zu erhöhen. Diese Kosten müssen sowohl vom Gerätehersteller als auch vom Standpunkt des Endverbrauchers aus begründet werden. Bedauerlicherweise jedoch macht der scharfe Wettbewerb um Marktanteile viele Gerätehersteller kurzsichtig, und sie räumen zuweilen den Kosten höhere Priorität ein als der zukünftigen Sicherheit.

Und schließlich ist es wichtig, einen Plan zur Verteilung der Sicherheits-Updates zu haben. Bei den meisten Geräten verwenden diese Updates die im Gerät vorhandene Internetverbindung.

Doch in manchen Fällen braucht man dazu physikalische Schnittstellen wie USB-Laufwerke (auch als „Turnschuhnetzwerk“ oder „Sneakernet“ bekannt). Man darf dabei auch keinesfalls vergessen, dass sich die Geräte hinter Firewalls befinden oder vom Internet getrennt sein können.

Sobald sichere Updates vom technischen Standpunkt aus möglich sind, erhebt sich die Frage, wer zur Signatur und Ausgabe von Software-Updates berechtigt ist. Bei IoT-Geräten ist es zunehmend üblich geworden, dass sich die Software in vollem Umfang im Besitz des Geräteherstellers befindet und von diesem verwaltet wird.

Das heißt, der Gerätehersteller sollte bewährte Prozesse eingerichtet haben, um intern die Signaturschlüssel zu schützen und besonders festzulegen, wer Updates herausgeben darf. Das kann oder kann nicht mit der Autorisierung vom Kunden oder Endanwender kombiniert werden. Bei manchen Geräten muss der Endanwender aktiv ein Update herunterladen und es anwenden, oder zumindest den Update-Vorgang initiieren. In anderen Fällen geschieht das Update vollautomatisch.

Durch die lange Lebensdauer von IoT-Geräten im Einsatz in Verbindung mit der Ausbreitung von Werkzeugen und Fachwissen von Gegnern wird die Schaffung von Geräten unmöglich, die über die gesamte Betriebszeit hinweg und auf jeder Sicherheitsstufe immer hinreichend sicher bleiben.

Damit IoT-Geräte während ihre praktischen Lebenszeit sicher bleiben, muss aus diesem Grund unbedingt gewährleistet sein, dass die Sicherheit dieser Geräte stets durch Software-Updates aktualisiert werden kann. Weil aber ein Update-Mechanismus auch ein Angriffspunkt ist, müssen in sämtlichen programmierbaren Bausteinen in einem IoT-Produkt sichere Bootloader eingesetzt werden, um die Bootloader-Schlüssel sauber abzusichern.

IoT-Anbieter sollten erwarten können, von ihren IC-Lieferanten sichere Bootloader-Funktionalität zu erhalten. Außerdem müssen IoT-Anbieter von vornherein Auslieferungsvorgänge und Prozesse zur Ausgabe von Updates planen. Zum Glück stehen sichere Bootloader bereits zur Verfügung, und relevante Geräte sind bereits mit dem Internet verbunden. Die Bereitstellung sicherer Updates erfordert nur wenig Aufwand, und es gibt keine Entschuldigung, sie nicht vorzusehen.

* Lars Lydersen... arbeitet als Senior Director of Product Security bei Silicon Labs in Oslo, Norwegen. Er hat ein umfangreiches Hintergrundwissen als Forscher im Sicherheitsbereich. Er war Mitglied des Teams, das in die angeblich einbruchssicheren kommerziellen quantum-kryptographischen Systeme eingebrochen ist. Derzeit hat sich sein Fokus auf klassische eingebettete Sicherheitssystem verschoben. Lars Lydersen erwarb einen Master of Science in Elektronik, und er promovierte als PhD in Quantum-Kryptographie an der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens (NTNU) in Trondheim.

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