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Amazon aws portiert FreeRTOS auf RISC-V

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Das plattformübergreifende Echtzeitbetriebssystem FreeRTOS unterstützt nun auch CPUs, die den Open-Source-Befehlssatz RISC-V verwenden. Treibende Kraft hinter der Portierung ist Amazon, das damit das Angebot der Amazon Web Services (aws) stärken will.

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Screenshot des Entwicklungstools Freedom Studio zur Entwicklung von RISC-V-MCUs auf Basis der Boards von SiFive. Das Echtzeitbetriebssystem FreeRTOS lässt sich nun auch auf Microcontroller portieren, die die offene RISC-V-ISA verwenden.
Screenshot des Entwicklungstools Freedom Studio zur Entwicklung von RISC-V-MCUs auf Basis der Boards von SiFive. Das Echtzeitbetriebssystem FreeRTOS lässt sich nun auch auf Microcontroller portieren, die die offene RISC-V-ISA verwenden.
(Bild: SiFive)

Das unter der MIT Open Source License offen zugängliche FreeRTOS ist bei vielen Entwicklern beliebt, da das Echtzeitbetriebssystem einen schlanken Mikrokernel besitzt und sich leicht auf unterschiedliche Hardwareplattformen portieren lässt. So werden diverse MCU-Familien unterschiedlichster Hersteller mit x86- wie auch ARM-Architekturen unterstützt.

Wie nun die Amazon Web Services (aws) auf ihrem FreeRTOS-Entwicklerblog bekannt gaben, gesellt sich nun eine weitere Befehlssatzarchitektur hinzu: Ab sofort läuft FreeRTOS auch auf Mikrocontrollern, die die offene RISC-V ISA verwenden.

Der RTOS-Kernel unterstützt das RISC-V I-Profil (RV32I und RV64I) und kann nach Angaben des Entwicklerblogs auf jeden RISC-V-Mikrocontroller erweitert werden. Er enthält vorkonfigurierte Beispiele für das OpenISA VEGAboard, den QEMU-Emulator für das HiFive-Board von SiFive und den Renode-Emulator von Antmicro für das Microchip M2GL025 Creative Board. Die offizielle FreeRTOS-Webseite stellt zudem eine knappe Anleitung für den schnellen Einstieg zur Nutzung des Echtzeitbetriebssystems auf RISC-V-Mikrocontrollern bereit.

Seit 2017 sponsort Amazon das von Richard Barry entwickelte, auf Mikrocontrollern beliebte Echtzeit-Betriebssystem FreeRTOS. Unter der Schirmherrschaft der Amazon Web Services wurde der Mikrokernel bereits um einige Funktionalitäten erweitert, die speziell auf die Stärkung von IoT- und Cloud-Funktionalitäten ausgelegt sind. So zeigte sich etwa Amazon im vergangenen Jahr für eine Kernelerweiterung verantwortlich, die dem Echtzeit-Betriebssystem für Edge-Geräte Over-the-Air-Updates aus der Cloud ermöglicht. Zudem stellt Amazon FreeRTOS zusätzliche Funktionalitäten wie Bluetooth Low Energy oder WiFi-Support bereit.

RISC-V hat sich innerhalb der letzten Jahre bereits bemerkenswert weit verbreitet. Vor allem im letzten Jahr legte die Adoption der RISC-V-Architektur in Forschung, aber auch im Industriemarkt deutlich zu. Die im September 2015 zu diesem Zwecke gegründete RISC-V-Foundation konnte die Zahl seiner Mitglieder aus Industrie und Wissenschaft allein innerhalb der letzten 12 Monate von knapp 120 auf 235 Mitglieder fast verdoppeln. Auf der diesjährigen Embedded World bekannten sich zahlreiche Hardwarehersteller und Dienstanbieter offen zur RISC-V-Architektur.

Die Befehlssatzarchitektur RISC-V ist ebenfalls Entwicklern offen zugänglich, in diesem Fall unter einer BSD-Open-Source-Lizenz.

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