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Woran starb das Projekt? Berichte aus der Projekt-Pathologie

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Findet die Todesursache: Peter Siwon alias Dr. Med Thod und sein Projekt­geier Georg betreiben eine heiter-erkenntnisreich-makabre Ursachenforschung zu Todesur­sachen von Projekten.
Findet die Todesursache: Peter Siwon alias Dr. Med Thod und sein Projekt­geier Georg betreiben eine heiter-erkenntnisreich-makabre Ursachenforschung zu Todesur­sachen von Projekten. (Bild: Peter Siwon)

Mit unterhaltsamen Demonstrationen aus der Projekt-Forensik liefert Peter Siwon alias Dr. Med Thod in seiner Keynote zum ESE Kongress 2019 einen erkenntnisreichen Post-Mortem-Dump der besonderen Art.

Forensik und Pathologie liegen derzeit im medialen Trend. Wo hin man auch zappt, praktisch auf allen Kanälen wird versucht, irgendwelchen Leichen das Geheimnis ihres Dahinscheidens zu entlocken oder die Ursache einer Krankheit herauszufinden. Da so viele Projekte sterben oder eine bedenkliche Tendenz zum Kränkeln haben, sollten wir auch hier nicht zurückschrecken, Ursachenforschung zu betreiben und Erkenntnisse für mehr gesunde Projekte zu sammeln. Auch wenn dies manchmal unappetitlich und makaber sein kann.

In seinen Vorträgen und Seminaren schlüpft der erfahrene Projekt-Manager, -Trainer und Coach Peter Siwon gelegentlich in die Rolle von Dr. Med Thod. Als solcher erzählt er von Krankheitsbildern, die immer wieder zum Projekttod führen. Dabei wird er von seinem Geier Georg begleitet, der das ideale Haustier eines Forensikers oder Pathologen darstellt.

Ein krankes Projekt erkennen, bevor es fatal wird

Hier sind ein paar Kostproben aus seinem reichhaltigen Portfolio von Ursachen für krankhafte Projektverläufe:

Manchen Projekten fehlt schlichtweg Hand und Fuß, oder diese wichtigen Körperteile wurden während des Projektverlaufs abgetrennt. Im Projekt entsprechen diese Körperteile den Zielen und Wegen, die wir mit gesundem Menschenverstand auswählen und verfolgen sollten. Was immer wir tun, es lohnt sich, wenn wir uns fragen: „Wozu soll das gut sein?“ und „Wer tut wann, was, wie, wo, für wen, wie oft usw., um dieses Ziel zu erreichen?“ Nicht selten werden zu wenige oder die falschen Fragen über Ziele und Wege gestellt. Doch auch die besten Fragen nützen nichts, wenn die Antworten nicht kritisch hinterfragt werden: „Lassen sich die Antworten durch bisher gemachte Erfahrungen bestätigen?“, „Stützen sich die Antworten auf fundiertes Wissen?“ etc. - Fragen und Hinterfragen mit Hilfe des gesunden Menschenverstands. Dieser lehrt uns auch, dass es nie verkehrt ist, ein Projekt aus mehreren Perspektiven zu beleuchten.

Ein Projekt ist wie ein Organismus: Nicht immer sitzt da, wo es weh tut, auch die Ursache für den Schmerz. Wie in der Medizin lassen sich Zusammenhänge und Wechselwirkungen besser verstehen, wenn wir eine ganzheitliche Betrachtung wählen. Hier hilft das erweiterte magische Dreieck des Projektmanagements, wie ich es nenne. Neben Zeit, Geld und Qualität lenken wir dabei regelmäßig unsere Aufmerksamkeit auch auf den Sinn der gesteckten Ziele, auf Risiken und Chancen, sowie die vielfältigen Einflüsse von Stakeholdern und sonstigem Projektumfeld.

Die Systemtheorie, die unter anderem aus der Quelle biologischer Erkenntnisse schöpft, lehrt uns einige Überlebensprinzipien für Systeme, die auch für Projekte gelten. Die Einheiten, die gemeinsam ein System bilden - in unserem Fall das Projektteam - müssen demnach durch kontinuierliche Kommunikation untereinander und im Austausch mit der Umgebung die Voraussetzung für Entscheidungen und Handlungen treffen, die das Überleben sichern. Läuft die Kommunikation zu oft schief oder ist sie nicht effektiv genug, dann stirbt das Projekt. Werden keine oder zu viele falsche Entscheidungen getroffen: Exitus. Wird zu oft falsch oder zu wenig gehandelt: Ende Gelände.

Doch was heißt hier zu wenig oder falsch, was ist denn richtig? Dazu erfahren Sie mehr in Peter Siwons unterhaltsam-makabren Keynote während des Embedded Software Engineering Kongress am Mittwoch, den 04.12.19, in Sindelfingen. Für alle Teilnehmer des Kongresses gibt es zudem sein neues Buch „Projektmanagement Espresso“, das viele Ursachen für Projekterkrankungen und Todesfälle beleuchtet und „therapeutische“ Tipps gibt. Näheres zu den Programmpunkten und Inhalten des ESE Kongress finden Sie übrigens auf www.ese-kongress.de. Bis dahin wünschen wir Ihnen und Ihrem Projekt viel Gesundheit und Erfolg.

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