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VW tritt Open-Source-Initiative Automotive Grade Linux bei

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Mit dem Beitritt zur Automotive Grade Linux Initiative der Linux Foundation möchte Volkswagen nach eigener Lesart den Wandel vom reinen Automobilhersteller zu einem "Mobilitäts-Service-Dienstleister" vorantreiben.
Mit dem Beitritt zur Automotive Grade Linux Initiative der Linux Foundation möchte Volkswagen nach eigener Lesart den Wandel vom reinen Automobilhersteller zu einem "Mobilitäts-Service-Dienstleister" vorantreiben. (Bild: Volkswagen AG)

Um den Einsatz von Open-Source-Technologien und Shared Software Development im Automotive-Markt zu beschleunigen, ist der Volkswagen-Konzern der Initiative Automotive Grade Linux beigetreten. Der Autohersteller baut damit seine Investitionen in Open-Source- und Automotive-Software aus.

Volkswagen hat sich der branchenweiten Plattform-Initiative Automotive Grade Linux (AGL) angeschlossen. In diesem Zuge ist der Konzern auch der Linux Foundation beigetreten, einer gemeinnützigen Organisation, die sich der Verbreitung von Masseninnovationen durch Open Source verschrieben hat.

Gemeinsame Automotive-Software-Plattform auf Open-Source-Basis

Automotive Grade Linux ist ein Open-Source-Projekt der Linux Foundation, das die Art und Weise verändern möchte, wie Automobilhersteller Software entwickeln. Mehr als 130 Mitglieder arbeiten in der Initiative gemeinsam an der Entwicklung einer gemeinsamen Plattform, die einen De-facto-Industriestandard für Infotainment-, Telematik- und Kombianwendungen dienen soll. Ziel ist es, durch Einführung einer offenen Plattform in der gesamten Branche Automobilherstellern und Zulieferern zu ermöglichen, dieselbe Codebasis gemeinsam zu nutzen und wiederzuverwenden, um Entwicklungskosten zu senken, die Time-to-Market für neue Produkte zu verkürzen und die Fragmentierung innerhalb der Branche zu reduzieren.

„Die Automobilindustrie befindet sich in einem digitalen Wandel, und Automobilhersteller und ihre Zulieferer setzen zunehmend auf Open-Source-Lösungen, wie die AGL-Plattform, um schnelle Innovationen voranzutreiben und Produkte schneller auf den Markt zu bringen“, sagte Dan Cauchy, Executive Director of Automotive Grade Linux bei der Linux Foundation. „Wir freuen uns sehr, Volkswagen in der AGL-Community begrüßen zu dürfen, und wir freuen uns darauf, das technologische Know-how ihrer Entwickler und Ingenieure zu nutzen, um die AGL-Plattform weiter zu verbessern und neue Funktionalitäten zu entwickeln.“

Stärkere Investitionen in Linux-Software

Im Jahr 2008 brachte Volkswagen das Subsystem zur Busvernetzung im Controller Area Network (CAN) in den Linux Kernel 2.6.25 ein, das den Weg für eine standardisierte Socket-API für Entwickler und ein gemeinsames CAN-Netztreibermodell für SoCs und PC-ähnliche CAN-Hardware ebnete. Im Rahmen dieses Beitragsprozesses haben Volkswagen- und Non-Automotive-CAN-Anwender viel voneinander gelernt, so dass die Linux-CAN-Unterstützung inzwischen in industriellen, automobilen und akademischen Einrichtungen (z.B. CERN) weit verbreitet ist.

„Der Open-Source-Ansatz bietet exzellente Softwarelösungen, die geeignet sind, eine langfristige Unterstützung der Software über den Fahrzeuglebenszyklus zu ermöglichen“, sagt Oliver Hartkopp, Open-Source-Spezialist bei Volkswagen. „Um robuste und sichere Lösungen für unsere Kunden zu gewährleisten, wollen wir in engem Kontakt mit der Community stehen, um direkt mit Entwicklern und Betreuern interagieren zu können.“

Die Arbeit mit Communities und die Bereitstellung von Wissen, Ideen und Quellcode erfordert eine neue Denkweise in der Automobilindustrie. Volkswagen tritt der AGL bei, um Mitglied der Entwicklungsgemeinschaft für die gemeinsame Linux-Plattform im Automobilbereich zu werden.

Die AGL Unified Code Base (UCB)-Plattform wurde in Zusammenarbeit mit Dutzenden von Mitgliedsunternehmen entwickelt und ist eine Open-Source-Softwareplattform für Infotainment-, Telematik- und Kombianwendungen. Es stellt 70% des Startpunktes für ein Produktionsprojekt dar und beinhaltet ein Betriebssystem, eine Middleware und ein Anwendungs-Framework. Automobilhersteller und Zulieferer können die Plattform mit Funktionen, Services und Branding an ihre individuellen Produkt- und Kundenbedürfnisse anpassen.

Automotive Grade Linux ist ein gemeinschaftliches Open-Source-Projekt, das Automobilhersteller, Zulieferer und Technologieunternehmen zusammenbringt, um die Entwicklung und Einführung eines vollständig offenen Software-Stacks für das vernetzte Auto zu beschleunigen. Mit Linux als Kernstück entwickelt AGL von Grund auf eine offene Plattform, die als De-facto-Industriestandard für die schnelle Entwicklung neuer Funktionen und Technologien dienen kann. Obwohl ursprünglich auf In-Vehicle-Infotainment (IVI) ausgerichtet, ist die AGL die einzige Organisation, die plant, die gesamte Software im Fahrzeug anzusprechen, einschließlich Kombiinstrument, Heads-Up-Display, Telematik, Advanced Driver Assistance Systems (ADAS) und autonomes Fahren. Die AGL-Plattform steht allen zur Verfügung, und jeder kann an ihrer Entwicklung teilnehmen. Zu den mehr als 130 Mitgliedern zählen mehrere namhafte Vertreter aus Software-, Halbleiter- und Automobil-Industrie, unter anderem AISIN AW, Audiokinetic, Cognomotiv, DENSO, DENSO TEN, EPAM Systems, Fiberdyne Systems, ForgeRock, Igalia, LG Silicon Valley Lab, Microchip, NTT DATA MSE, Panasonic, Renesas, SafeRide Technologies, Toyota, Tuxera und VNC Automotive.

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