Ein Angebot von

Prozessverbesserung mit DevOps

| Autor / Redakteur: Lewin Böhlke * / Stephan Augsten

Bei DevOps sind Softwareentwicklung und IT-Betrieb zwar die Hauptakteure, doch auch andere Mitarbeiter können mit ihrem Fachwissen das Team unterstützen.
Bei DevOps sind Softwareentwicklung und IT-Betrieb zwar die Hauptakteure, doch auch andere Mitarbeiter können mit ihrem Fachwissen das Team unterstützen. (© PureSolution - stock.adobe.com)

DevOps ist aus der aktuellen Marktanforderung entstanden, anspruchsvolle Kundenerwartungen wie eine hohe Produktqualität oder die pünktliche Fertigstellung von Projekten zu erfüllen. Doch wie lässt sich eine reibungslose Zusammenarbeit von Softwareentwicklung und IT-Betrieb sicherstellen?

In der Theorie ist DevOps ein kultureller Ansatz, der sukzessive Prozesse und Technologien verbessert. Im Wesentlichen zielt er darauf ab, die Softwareentwicklung zu optimieren, um somit schnellere und effizientere Services im gesamten Geschäft zu ermöglichen.

Aufgrund verschiedener Sichtweisen und einer hohen Anzahl an Kommunikationsschnittstellen von IT-Entwicklung und IT-Betrieb entsteht innerhalb von Unternehmen häufig eine „Wall of Confusion“, also Unstimmigkeiten und Missverständnisse. DevOps vereint die Methoden der Entwicklung mit den Methoden des Betriebs und bringt beide Abteilungen näher zusammen.

Gute Zusammenarbeit, Experimentierfreude und Lernbereitschaft stehen hier im Vordergrund. Auf der einen Seite soll die organisatorische Trennung der beiden Bereiche gewahrt, auf der anderen Seite jedoch durch eine engere Zusammenarbeit und gegenseitige Akzeptanz die Entwicklung von Software zuverlässiger gestaltet werden.

Denn: Die Zeiten, in denen die IT-Abteilung einmal jährlich Aktualisierungen und Innovationen durchführen musste, sind vorbei. Im Zeitalter der Digitalisierung entwickelt sich besonders dieser Bereich sehr schnell, weshalb die Automatisierung wichtiger IT-Prozesse die Qualität von Produkten erhöht und Projekte mit weniger Aufwand zum Lieferzeitpunkt fertiggestellt werden können.

Die vier Komponenten in DevOps

Um durch eine effizientere Zusammenarbeit eine bessere Qualität des Endprodukts zu erreichen, sind die vier Komponenten Teams, Tools, Methoden sowie Transparenz und Stabilität beim DevOps-Ansatz entscheidend.

Teams

Durch integrierte Teams ergibt sich der Hauptvorteil, dass die notwendige Expertise und das Knowhow direkt in einem Team vorhanden und somit die Kommunikationswege aufgrund der räumlichen Nähe kürzer sind. Neben den zwei Hauptakteuren Softwareentwicklung und IT-Betrieb können auch andere Mitarbeiter aus den verschiedensten Bereichen mit ihrem Fachwissen das DevOps-Team unterstützen.

Tools

DevOps selbst ist eher als eine Unternehmenskultur und nicht als Tool zu verstehen. Verschiedene Software Tools stellen jedoch wichtige Bausteine zur Implementierung und Automatisierung der Produkte dar. Open-Source-Lösungen wie Jenkins oder Docker für die Build-Phase oder das Container-Management können sich nahtlos in ein DevOps-Projekt einfügen und bilden eine zusammenhängende Toolchain. Die Infrastruktur der Kunden bietet häufig schon Grundvoraussetzungen, um den Ansatz problemlos durchführen zu können.

Methoden

DevOps vereint die agilen Methoden der Entwicklung mit den stabilen Methoden des Betriebs. Folglich setzt DevOps sowohl auf technologischer als auch auf prozessualer Ebene an und stellt dabei klassische ITIL-Prozesse auf die Probe. ITIL beschreibt eine strukturierte Prozesssammlung von Best Practices für den Bereich Service Management in der IT und gehört mittlerweile zum Tagesgeschäft vieler IT-Unternehmen, die bewährte Standardverfahren anwenden.

Das DevOps-Konzept stellt die Produkte wieder in den Fokus, bedient aber zeitgleich etablierte Standardverfahren. Zusätzlich bietet DevOps neue Entwicklungs-, Codeverwaltungs-, Test- und Deployment-Methoden an. Welche Methoden es gibt, können Sie hier im Detail nachlesen: https://www.mindsquare.de/knowhow/devops-methoden/

Transparenz und Stabilität

Neben der Projektqualität ist auch die technische Messung wichtig. Durch die Messung der Entwicklung und die Messung des Betriebs können Fehler entdeckt und Verfügbarkeiten ermittelt werden. Hier wird getestet, ob die Funktionalitäten der Software ohne Einschränkungen zur Verfügung stehen. Anhand dieser Messungen kann das Team eine Roadmap für das nächste Projekt erstellen und die Erkenntnisse aus den Messungen direkt anwenden.

DevOps in der Praxis

DevOps ist ein Konzept, das auf gegenseitigem Aufgabenverständnis und guter Zusammenarbeit der Entwickler aufbaut, da eine starke Produktorientierung im Vordergrund steht. Alle an der Entwicklung und Weiterentwicklung eines Produkts beteiligten Personen werden im Rahmen von DevOps betrachtet. Neben den Entwicklern werden aber auch Mitarbeiter von IT Operations, aus dem Fachbereich, aus den Testabteilungen und bei Bedarf noch weitere Kollegen hinzugezogen.

Um den DevOps-Zielen – also einer verbesserten Kooperation zwischen Entwicklung und Betrieb – näherzukommen, wird die Zusammenarbeit in allen Bereichen analysiert, optimiert und Strukturen angepasst. Mit dem Konzept werden agile Methoden nicht nur auf den IT-Bereich übertragen, sondern Standardmodelle für die Softwareentwicklung und den IT-Betrieb im Unternehmen miteinander verbunden.

Es sind meist kleine Probleme, die jedoch schnelle Lösungen benötigen: Eine Schnittstelle zwischen zwei Anwendungen muss angepasst oder eine Test-Routine programmiert werden. Hierbei muss jedoch kein kompletter Entwicklungsprozess angestoßen werden. In einem kleinen Team werden Anforderungen und Abhängigkeiten abgesprochen und dann kann es losgehen: Der Entwickler stellt dem Administrator die Verbesserungsvorschläge vor, dieser regt weitere Innovationen an und überarbeitet das Werk.

Vorteile

Schnellere Time-to-Market, eine hohe Liefertreue, transparentes Arbeiten und kürzere Problemlösungszeiten sind nur ein paar Vorteile, von denen Anwender von DevOps profitieren. Teams, die DevOps anwenden, können ihre Produktivität und Effektivität steigern und mit weniger Problemen zu häufigeren Releases gelangen.

Durch vollständige Transparenz verkürzen sich nicht nur die Kommunikationswege, sondern auch der Feedback-Kreislauf und Problemfälle werden auf ein Minimum gesenkt. Aufgaben können folglich von den Teammitgliedern einfacher erledigt und auch schneller gelöst werden. Im Endeffekt können mithilfe von DevOps die Erwartungen des Unternehmens passgenau erfüllt werden und das Endprodukt erhält einen verbesserten Support.

Ein Tipp: Mitarbeiter sollten stets in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden, besonders wenn es um Tools und Programme geht, denn letztendlich zählt die tägliche Zufriedenheit der Mitarbeiter.

Nachteile

Ein Nachteil von DevOps ist, dass standardisierte Herangehensweisen wie z. B. ITIL in einer Vielzahl von Unternehmen über die Jahre fest verankert wurden und Mitarbeiter daran gewöhnt sind. Somit ist ein Umdenken erfordert, da durch DevOps alte Strukturen gebrochen und neue aufgebaut werden. Mitarbeiter müssen sich dazu bereit zeigen, den Umgang mit neuen Tools erlernen zu wollen und sich auf neue Prozesse einlassen.

Was tut sich bei DevOps, Blockchain und Java?

Was tut sich bei DevOps, Blockchain und Java?

06.02.19 - Was bringt 2019 für Programmierer und das Software Development? Für die Bereiche Entwickler und DevOps, Java sowie Blockchain haben sich einschlägige Software-Experten darüber Gedanken gemacht und einige Prognosen abgegeben. lesen

Change-Management: Was Unternehmen falsch machen, wenn sie agil sein wollen

Change-Management: Was Unternehmen falsch machen, wenn sie agil sein wollen

13.02.19 - Agil sein. Schneller sein. USPs herstellen. KPIs erhöhen. Der Konkurrenz den entscheidenden Schritt voraus sein. Das sind die Klassiker-Buzz-Sätze für die Vorstandsetagen. Doch ein Unternehmen agil zu machen, ist nicht einfach. Viele Firmen machen dabei große Fehler. lesen

Welche Faktoren für DevOps maßgeblich sind

Welche Faktoren für DevOps maßgeblich sind

04.06.18 - Wollen Unternehmen sich agil und effizient aufstellen, sollten sie DevOps zu einem wesentlichen Bestandteil ihrer Geschäftsabläufe machen. Vier Bereiche sind für eine gelebte DevOps-Kultur entscheidend und müssen neu aufgestellt oder zumindest nachjustiert werden. lesen

Fazit

Lewin Böhlke
Lewin Böhlke (Bild: TIM BRUENING * PHOTOGRAPHY)

DevOps ist ein strategischer Ansatz, um Prozesse bezüglich der Softwareentwicklung zu beschleunigen und somit auf lange Sicht auf dem deutschen Markt profitabel zu bleiben. Jedes Unternehmen sollte den individuellen Bedürfnissen folgen und hinterfragen, wie sein Software-Mix aussehen könnte, um die DevOps-Ziele zu erreichen.

* Lewin Böhlke (M.Sc. Wirtschaftsinformatik) baut seit mehr als einem Jahr das Themengebiet DevOps innerhalb von mindsquare auf. Für ihn steht die Schaffung einer produktbasierten IT-Unternehmenskultur mit automatisierten Prozessen im Fokus. Herr Böhlke setzt dieses Mindset erfolgreich in Kundenprojekten um.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Dev-Insider.de.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45768228 / Agilität)