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Lizenzbedingungen: Open Source heißt nicht „frei verwendbar“

| Redakteur: Stephan Augsten

Bevor man Open-Source-Software nutzt oder gar weiterentwickelt, sollte man sich einen Überblick über die Lizenzbedingungen verschaffen.
Bevor man Open-Source-Software nutzt oder gar weiterentwickelt, sollte man sich einen Überblick über die Lizenzbedingungen verschaffen. (Bild: geralt - Pixabay.com)

Eclipse, Firefox, GNU/Linux: Open-Source-Software begleitet viele Anwender auch in der Arbeitswelt. Lizenzbedingungen können aber Probleme bedeuten, vor allem bei der Weiterentwicklung und Einbindung von quelloffenem Code, unterstreicht IT-Dienstleister Consol.

Neben bekannten Open-Source-Projekten gibt es Tausende weniger bekannte Lösungen, die allerdings nicht immer bedenkenlos genutzt werden sollten, warnt Consol. Auf Seiten der Anwender könnten beispielsweise gravierende Schäden durch Sicherheitslücken oder Abstürze entstehen. Als Gründe führt Consol potenzielle Bugs, unzureichende Qualitäts- und Datenschutz-Kontrollen oder gar schädliche Code-Bestandteile ins Feld.

Abgesehen davon kann es durchaus auch sein, dass der Helpdesk bei Problemen mit einer nicht unterstützten Software die Segel streichen muss. Gunther Zerbes, Senior IT Consultant bei Consol, betont ausdrücklich: „Vor der Einführung einer bestimmten Open-Source-Software muss ein Unternehmen prüfen, wer die entsprechende Software anbietet und wer die Pflege und den Support der Software zu welchen Konditionen übernimmt.“

Ein weiteres wichtiges Thema sind die Lizenzbedingungen bei der Weiterentwicklung von Open-Source-Komponenten. Dabei sei zunächst auf etablierte Standards zu achten. Beispiele sind die GNU General Public License (GPL V2 oder V3), die GNU Lesser General Public License (LGPL), die Apache License (V2), BSD, MIT, Eclipse, die Common Public License (CPL), die Mozilla Public License (MPL) oder die European Union Public License (EUPL).

Dabei ist laut Consol insbesondere zu prüfen, wie das Thema „Copyleft“ geregelt ist:

  • Strenge Copyleft-Lizenzen wie die GPL fordern, dass alle von der ursprünglichen Software abgeleiteten Werke unter den Bedingungen der Ursprungslizenz stehen.
  • Lizenzen ohne Copyleft-Effekt wie Apache, BSD oder MIT machen hingegen dem Lizenznehmer keine Vorgaben hinsichtlich der Lizenzierung seiner abgeleiteten Software.
  • Lizenzen mit eingeschränktem Copyleft setzen zwar grundsätzlich die Weitergabe der proprietären Software unter der ursprünglichen Open-Source-Lizenz voraus, unter bestimmten Prämissen können aber abgewandelte Programmteile unter proprietäre Lizenzbedingungen gestellt werden.

Das Thema Copyleft ist laut Consol deshalb von großer Bedeutung, da der Rechteinhaber bei einer lizenzwidrigen Nutzung von Software Unterlassungs-, Beseitigungs- und Schadensersatzansprüche gegen den Verletzer geltend machen kann. Es drohen also sowohl direkte Kosten als auch indirekte Schäden beispielsweise durch den hinfälligen Entwicklungsaufwand, wenn Software-Bestandteile nicht mehr verwendet werden dürfen.

„Unter Umständen wird sich bei der Bewertung der Lizenzbedingungen herauskristallisieren, dass man von bestimmten Programmen vielleicht doch lieber die Finger lässt“, sagt Zerbes. Beschreite ein Unternehmen den Open-Source-Weg, empfehle sich aber ein Dienstleister, der über Erfahrung mit quelloffener Software verfügt und im Idealfall selbst an der Open-Source-Entwicklung beteiligt ist.

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Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Dev-Insider.de.

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