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GitHub Actions erlaubt Ausführung von Code direkt auf GitHub selbst

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Die Plattform GitHub ist primär als Host von Open-Source-Projekten bekannt. Nun wurde der Beta-Service GitHub Actions vorgestellt. Damit ist es Entwicklern möglich, Code auch direkt auf GitHub auszuführen. Das soll primär Automatisierungsprozesse sowie Continuous Delivery und Continuous Deployment beschleunigen.

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GitHub Actions: Die Open-Source-Plattform bietet jetzt nicht nur die Möglichkeit, Code zu hosten, sondern mittels Workflow-Editors auch automatisiert auszuführen. Besonders Entwickler, die auf Continuous Integration und Continuous Deployment setzen, dürften davon profitieren.
GitHub Actions: Die Open-Source-Plattform bietet jetzt nicht nur die Möglichkeit, Code zu hosten, sondern mittels Workflow-Editors auch automatisiert auszuführen. Besonders Entwickler, die auf Continuous Integration und Continuous Deployment setzen, dürften davon profitieren.
(Bild: GitHub)

Die Open-Source-Plattform GitHub hat sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre zum bekanntesten und größten Internet-Dienst für Hosting und Kollaboration bei bei Software-Code entwickelt. Das Unternehmen, das gerade von Microsoft übernommen wird, hostet heute mehr als 85 Millionen Projekte und hat 31 Millionen monatliche Nutzer. Bislang war es allerdings nur möglich, Code auf GitHub zu speichern. Wollte ein Nutzer den dort gehosteten Code auch ausführen, waren dazu Drittanbieter-Lösungen, ein Webserver oder ein Cloud-Service notwendig.

Auf seiner jährlichen GitHub-Universe-Konferenz kündigte das Unternehmen nun an, dass es Programmierern möglich sein soll, bestimmte Arten von Software auf seiner Plattform auszuführen. Der am Dienstag in einer Beta-Version startende Dienst GitHub Actions soll Entwicklern helfen, die verschiedenen Aufgaben bei der Verwaltung ihres Codes zu automatisieren, wie z.B. Tests und technischen Support.

Einfachere Automatisierung, kontinuierliches Deployment

GitHub Head of Platform Sam Lambert sagte anlässlich der Ankündigung des Angebots, dass die Benutzer des Unternehmens oft ihre eigene Software und Bots schreiben, um Aufgaben wie die automatische Ausführung eines Tests, wenn jemand den Code aktualisiert, oder das Senden einer Textnachricht an ein Teammitglied auf Abruf, wenn jemand einen Fehlerbericht sendet, zu bewältigen. Dazu ist es erforderlich, einen separaten Server für diese Aufgaben zu betreiben, und letztendlich mehr Arbeit beim Schreiben und Pflegen dieser Art von Support-Tools.

Automatisierungsprozesse, aber insbesondere Ansätze wie Continuous Integration (CI) und Continuous Deployment (CD), sollen vorrangig von dieser Neuerung profitieren. GitHub-Benutzer sollen mit Hilfe von Actions in der Lage sein, eine kontinuierliche Delivery-Pipeline aufzubauen und zu nutzen. GitHub selbst beschreibt Actions als eine Möglichkeit für „einfaches Erstellen, Verpacken, Veröffentlichen, Aktualisieren und Bereitstellen Ihres Projekts in jeder Sprache - auf GitHub oder einem externen System - ohne selbst Code ausführen zu müssen“. Zuvor war ein solcher Ansatz nur über Drittanbieter-Dienste wie https://github.com/marketplace/travis-ci möglich.

„Ich sehe CI/CD als einen engen Anwendungsfall von Aktionen. Es ist so, so viel mehr“, betonte Lambert. „Und ich denke, dass es DevOps revolutionieren wird, weil die Leute jetzt die besten Bereitstellungs-Workflows für bestimmte Anwendungen und Frameworks entwickeln werden, und diese werden zum De-facto-Standard auf GitHub. Es wird alles tun, was wir für Open Source getan haben, wieder für den DevOps-Raum und für all die verschiedenen Teile dieses Workflow-Ökosystems.“

Einfache Workflows per Point & Click erstellen

Will ein Entwickler einen ausführbaren Prozess für ein GitHub-Projekt implementieren, kann er das über ein eigenes Backend mittels weniter Mausklicks in einem grafischen Workflow-Editors umsetzen. Dabei lassen sich einzelne Aktionen ("actions") anlegen, verknüpfen und anschließend gezielt speziellen, auf GitHub gehosteten Projekten zuweisen. Ebenso können Entwickler in HCL (HashiCorp Configuration Language) geschriebene Konfigurationsdateien verwenden.

GitHub stellt von Beginn an eine eigene Bibliothek mit verwendbaren Actions bereit. Gemäß des Open-Source-Prinzips können Anwender allerdings auch eigene Actions anlegen und der Community zur Verfügung stellen.

Damit Actions ausgeführt werden können verwendet Github Docker. Dabei überlässt Github es den Entwicklern, selbst zu entscheiden, ob die Actions mit dem Online-Editor erstellt werden oder einfach eine Docker-Datei hochgeladen wird. Das ermöglicht eine hohe Freiheit und Flexibilität, da jeder erdenkliche Code in beliebiger Sprache ausgeführt werden kann.

Das neue Feature wird es erst einmal nur als eingeschränkte Beta geben, für die sich Entwickler hier registrieren können. Ein offizieller Starttermin steht noch nicht fest, könnte allerdings unter Umständen bereits im vierten Quartal 2018 erfolgen.

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