Softwareentwicklung

Die 10 bizarrsten Programmiersprachen

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Platz 5: Intercal

Intercal wurde bereits 1972 von Donald R. Woods und James M. lyon erfunden und kann daher mit einigem Recht als Urvater der esoterischen Programmiersprachen bezeichnet werden.

Es darf als Parodie auf die damals verbreiteten Programmiersprachen gelten. Eines der Design-Ziele von Intercal war es, simple und oft genutzte Routinen so kryptisch wie möglich zu formulieren.

Darüber hinaus enthält die Sprache Anweisungen wie "FORGET" und "IGNORE" sowie "PLEASE". Insbesondere letzterem Kommando kommt eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu: Enthält der Quellcode zu wenige "PLEASE"-Statements, dann lehnt der Compiler es ab, den Code zu übersetzen - mit der Erläuterung, der Quelltext sei zu unhöflich.

Zu viele "PLEASE"-Statements können aber ebenfalls dazu führen, dass der Compiler den Quelltext als "übertrieben höflich" zurückweist.

Parodistisch ist auch der Name der Programmiersprache zu verstehen. Offiziell lautet er "Compiler Language With no Pronounceable Acronym" - zu Deutsch: "Compilersprache ohne aussprechbares Akronym". Das Kürzel dafür lautet aus unerfindlichen Gründen Intercal.

Zudem gebricht es Intercal auch an Verarbeitungsgeschwindigkeit: Ein in dieser Sprache geschriebenes Programm, mit dem die Primzahlen im Zahlenraum bis 65536 ermittelt werden sollen, benötigte auf einer Sun SPARCStation 17 Stunden Rechenzeit. Dasselbe Programm in C erledigte die gleiche Aufgabe auf derselben Hardware in einer halben Sekunde.

Das "Hallo Welt"-Programm in Intercal ist hier zu finden.

Platz 4: Malbolge

Während bei Intercal der parodistische Aspekt überwiegt, kann Malbolge mit Fug und Recht als absichtlich gemein und bösartig bezeichnet werden. Schon der Name der Sprache ist vom achten Höllenkreis "Malebolge" in Dantes "Göttlicher Komödie" abgeleitet.

Ben Olmstead, der Schöpfer der Sprache, wollte bewusst die schwierigste und undurchdringlichste Programmiersprache der Welt schaffen.

So stellte er dem Malbolge-Interpreter denn auch das Motto voran: "Programming in Malbolge is meant to be hell".

Tatsächlich dauerte es zwei Jahre, bis das erste sinnvolle in Malbolge geschriebene Programm auftauchte - das zudem noch von einem Computer generiert worden war.

Die Schwierigkeit rührt bei Malbolge daher, dass es zwar nur acht Anweisungen gibt (von denen eine nichts tut), diese Anweisungen aber extrem schwierig anzusprechen sind. Die Zahlenwerte 4, 5, 23, 39, 40, 62, 68 und 81 sind diesen Anweisungen zugeordnet.

Eines der Probleme bei Malbolge ist nun, dass der ASCII-Wert eines in einem Speicherregister stehenden Zeichens nicht übernommen wird. Er wird vielmehr mit der Nummer der Speicherzelle addiert, und dieser Wert wird durch 94 geteilt. Entspricht der Rest aus dieser Rechenoperation einem der genannten Werte, dann - und nur dann - wird die zugeordnete Anweisung ausgeführt.

Codebeispiele in Malbolge finden sich hier.

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