Perforce Automotive Report 2025 Codequalität und funktionale Sicherheit zentral für KI-gestützte Entwicklung im Fahrzeugbau

Quelle: Perforce 3 min Lesedauer

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Die KI-gestützte Entwicklung bei Automotive-Software nimmt zu, doch Safety rückt wieder in den Fokus. Der Perforce Automotive Report 2025 zeigt: Codequalität und funktionale Sicherheit sind entscheidend für die Zukunft.

Eine Befragung unter 650 Automotive-Entwicklern zeigt: Qualität und Compliance sind der Schlüssel für Safety und Security in der KI-gestützten Entwicklung autonomer Fahrzeuge.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Eine Befragung unter 650 Automotive-Entwicklern zeigt: Qualität und Compliance sind der Schlüssel für Safety und Security in der KI-gestützten Entwicklung autonomer Fahrzeuge.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Für 49 Prozent der Befragten steht die funktionale Sicherheit (Safety) bei der KI-gestützten Fahrzeugentwicklung an erster Stelle. Dies stellt Entwicklungsteams vor neue Herausforderungen, um tendenziell nicht-deterministische KI-Algorithmen mit geltenden funktionalen Sicherheitsstandards in Einklang zu bringen.

„Die Automotive-Softwareentwicklung wird zunehmend von KI-Systemen dominiert, doch die Safety-Anforderungen bei Entwicklung, Bereitstellung und Wartung bleiben bestehen“, erklärt Jill Britton, Director of Compliance bei Perforce. „KI-Systeme werfen neue Fragen hinsichtlich der funktionalen Sicherheit auf. Als Antwort darauf werden derzeit neue Standards für den Einsatz von KI in Anwendungen, die für die funktionale Sicherheit entscheidend sind, entwickelt und bestehende überarbeitet.“

KI treibt bereits bei 42 Prozent der Automotive-Experten das Design autonomer Fahrzeuge voran – ein Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei 41 Prozent beeinflusst KI zumindest einzelne Komponenten in vernetzten Fahrzeugen. Die wichtigsten Einsatzgebiete für KI/ML sind Fahrerassistenzsysteme (Advanced Driver Assistance Systems oder kurz: ADAS), gefolgt von fahrzeuginternen Unterhaltungs- und Informationssystemen (In-Vehicle Infotainment-Systeme oder kurz: IVI) und Komponenten zur Laser-gestützten 3-D-Erfassung von Bewegungen und Abständen in der Fahrzeugumgebung (Light Detection and Ranging oder kurz: LiDAR).

Fokus verschiebt sich wieder in Richtung Safety

Während im Vorjahresbericht IT-Sicherheit (Security) die funktionale Sicherheit (Safety) als Hauptanliegen überholte, hat sich dieser Trend 2025 umgekehrt: Mit der rapiden Verbreitung von KI/ML in vernetzten und autonomen Fahrzeugen rückt die Safety-Thematik wieder stärker in den Vordergrund.

Automotive-Entwickler erkennen zunehmend, dass eine hohe Code-Qualität sowohl zur Safety als auch Security eines Softwaresystems beiträgt. Doch gerade die steigende Komplexität der Code-Basis macht die Entwicklung von qualitativ hochwertigem Code zu einer Herausforderung – besonders für weniger erfahrene Entwickler: 57 Prozent der Befragten mit weniger als einem Jahr Berufserfahrung und 45 Prozent derjenigen mit ein bis drei Jahren Erfahrung bereitet Code-Komplexität die größte Sorge. Im Vergleich dazu betrachten Senior-Entwickler mit mehr als fünf Jahren Erfahrung (37 Prozent) Testressourcen als entscheidenden Faktor bei der Qualitätssicherung.

Für die meisten Unternehmen stehen weltwirtschaftliche Herausforderungen und der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit unter den aktuellen Marktbedingungen im Mittelpunkt der Überlegungen und Handlungen. Gleichzeitig zeigt sich im gesamten Report der Trend, bestehende Ressourcen maximal auszunutzen (49 Prozent) und das vorhandene Personal weiterzubilden (42 Prozent).

Um komplexe Codebasen zu beherrschen, setzen Entwicklungsteams verstärkt auf Tools zur statischen Analyse und sorgen dadurch für die Einhaltung von Industriestandards wie MISRA und ISO 21434. Laut Befragung priorisieren 30 Prozent der Teams die Verbesserung der Softwarequalität durch den Einsatz von statischer Analyse, Versionskontrolle und kontinuierlichen Tests.

Weitere zentrale Ergebnisse:

  • 86 Prozent der Teams arbeiten mit mindestens einem Coding-Standard – essenziell für die Code-Qualität
  • 53 Prozent setzen auf Static Analysis/SAST-Tools, wobei 30 Prozent die Verbesserung der Softwarequalität als Hauptmotiv dafür nennen
  • 89 Prozent dokumentieren zur Fehlervermeidung verbindlich Metriken zur Code-Qualität – ein Anstieg um 12 Prozent
  • Die Softwareentwicklung für Elektrofahrzeuge (Electric Vehicles oder kurz: EV) erreicht ein stabiles Niveau – 47 Prozent der Teams arbeiten intensiv an EV-Systemen
  • Die KI-gestützte Entwicklung nimmt zu – 71 Prozent implementieren bereits den ISO/DPAS 8800 Standard, um funktionale Sicherheit in der KI-gestützten Entwicklung sicherzustellen

Das regulatorische Umfeld entwickelt sich dynamisch weiter und macht den Nachweis wichtiger denn je, Safety- und Security-Standards einzuhalten. Die Veröffentlichung von MISRA C:2025 wird laut Report für 53 Prozent der Automotive-Entwickler unmittelbare Auswirkungen haben – ein deutliches Signal für den steigenden Bedarf an robusten Tools für Softwarequalität und Compliance. (sg)

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