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Internet of Things Was steckt hinter dem Internet der Dinge?

| Autor / Redakteur: Günter Obiltschnig* / Martina Hafner

Das Internet der Dinge (Internet of Things, kurz IoT) ist derzeit das Trendthema schlechthin. Doch was steckt dahinter? Sind es doch nur netzwerkfähige Embedded Systeme oder steckt doch mehr dahinter?

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Bild 1: Das Internet der Dinge: Dinge, Kommunikationsnetze, Computer
Bild 1: Das Internet der Dinge: Dinge, Kommunikationsnetze, Computer
(Bild: Applied Informatics Software Engineering GmbH)

Dieser Artikel vermittelt die wichtigsten Grundlagen, Begriffe und Technologien zum Internet der Dinge und gibt Antworten auf folgende Fragen: Wie unterscheiden sich "Dinge" von normalen Embedded Systemen? Welche neuen Technologien sind für das Internet der Dinge relevant? Was braucht man neben Embedded Systemen noch, um das Internet der Dinge zu realisieren? Wie sieht eine typische Architektur eines IoT Systems aus? Wie steht es um die Sicherheit? Welche neuen Geschäftsmodelle werden möglich?

Das Internet der Dinge (englisch: Internet of Things, kurz IoT) und die damit verbundenen Begriffe Cyber-Physical Systems, Industrie 4.0 und Industrial Internet sind derzeit in aller Munde. Doch was steckt dahinter? Laut Wikipedia ist das Internet der Dinge “das Netzwerk physikalischer Objekte oder ‘Dinge’ mit eingebetteter Elektronik, Software, Sensoren und Konnektivität, welches Wertschöpfung und neue Dienste ermöglicht, in dem Daten mit dem Hersteller, Betreiber, oder anderen verbundenen Geräten ausgetauscht werden. Jedes ‘Ding’ ist durch das eingebaute Computersystem eindeutig identifizierbar und kann mit der existierenden Internet Infrastruktur zusammenarbeiten.”

Bildergalerie

Der Begriff “Internet der Dinge” wurde erstmals 1999 vom Briten Kevin Ashton im Zusammenhang mit RFID Technologie (Funktechnologie zur berührungslosen Identifikation von Objekten) dokumentiert. Die Idee war, physikalische Objekte mit einem RFID Transponder zu versehen, um sie so eindeutig elektronisch identifizierbar zu machen. Jedes physikalische Objekt sollte praktisch ein Gegenstück im „Cyberspace“ haben wobei die Verbindung zwischen realer und virtueller Instanz über einen eindeutigen Code, z. B. in Form einer URL, erfolgt.

Nachdem der anfängliche Hype um RFID am Anfang des vorherigen Jahrzehnts bald wieder abflaute verschwand der Begriff „Internet der Dinge“ für einige Zeit in der Versenkung bis er Anfang dieses Jahrzehnts in neuer Bedeutung wieder auftauchte.

Dinge, Kommunikation und Computer

Was steckt nun hinter dem Internet der Dinge? Zunächst einmal braucht man „Dinge“, also vernetzte „Smarte Produkte“ und andere Gegenstände, welche ein Computersystem (Microcontroller), Sensoren und Software mit Kommunikationstechnik kombinieren. Weiters benötigt man Kommunikationsinfrastruktur, welche Dinge mit dem Internet verbindet. Das beinhaltet energiesparende drahtlose PANs (Personal Area Networks) wie z. B. ZigBee oder Bluetooth, lokale Netzwerke (WLAN, Ethernet), bis hin zu weitläufigen Breitbandnetzwerken (ADSL, UMTS, 4G). Schlussendlich benötigt man eine leistungsfähige Computerinfrastruktur, um alle angebundenen Dinge zu verwalten, sowie um die anfallenden Daten zu verarbeiten. Gerade erst durch die Verarbeitung aller in massiver Form anfallenden Daten – Stichwort „Big Data“ – durch neuartige Datenerfassungs- und Analyse-Software ergeben sich neue Arten der Wertschöpfung, bzw. neue Geschäftsideen. (Bild 1 in der Bildergalerie)

Das Internet der Dinge ist die logische Fortführung einer Entwicklung, die mit der weitläufigen Verbreitung des Internets Mitte der 1990er Jahre begann. Mit der Verfügbarkeit des iPhone und anderer Smart Phones ab 2007, sowie entsprechender Entwicklungen im Mobilfunkbereich machte das Internet den Schritt von örtlich gebundener Verfügbarkeit (PC) hin zu ständiger, mobiler Verfügbarkeit, allerdings immer noch beschränkt auf spezielle Endgeräte (Smart Phones, Tablets). Das Internet der Dinge schlussendlich integriert das Internet in Dinge, bzw. Geräte und Maschinen des alltäglichen Gebrauchs und macht es somit unabhängig von speziellen Endgeräten.

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