120 Vorträge und Seminare, an die 1.000 Teilnehmende und ein Programm, das von KI bis Regulierung alles abdeckte: Der ESE Kongress 2025 in Sindelfingen zeigte einmal mehr, was Embedded-Entwickler derzeit antreibt und bewegt. Vor allem zeigte sich: 2025 war das Jahr, in dem KI-Agenten als Code-Assistenten salonfähig wurden.
Volle Säle, reger Austausch: Trotz einer spürbaren Konjunkturflaute gerade im Automotive-Bereich fanden sich erneut um die 1000 Teilnehmer in der Stadthalle Sindelfingen zum ESE Kongress 2025 ein.
(Bild: Nicolas Det)
Konjunkturflaute zum Trotz: Der ESE Kongress 2025 hat vom 1. bis 5. Dezember erneut gezeigt, wie lebendig, lernhungrig und diskussionsfreudig die Embedded-Community ist. Mit 120 Vorträgen und Seminaren war die Veranstaltung erneut stark besetzt, verbunden mit der vertrauten, kollegialen Atmosphäre, für die der ESE Kongress steht.
Ein Umstand, für den die um die 1.000 Teilnehmenden erneut Bestnoten vergaben, inhaltlich wie organisatorisch: Die Aussteller vergaben eine Gesamtnote von 1,57, Teilnehmer bewerteten den Kongress sogar im Schnitt mit 1,56. Für fast 40% von ihnen war Deutschlands größte Fachkonferenz zum Thema Embedded Software Engineering dabei noch vollständiges Neuland: 396 Anmelder fanden sich 2025 zum ersten Mal auf dem ESE Kongress ein.
Ein besonderes Signal setzte zudem die kostenlose digitale Preconference: Die Teilnahme war in diesem Jahr überdurchschnittlich hoch. Selbst wenn in Unternehmen das Budget für Reise- und Fortbildungskosten knapp zu sitzen schien, zeigte der Andrang doch, dass der Hunger und die Notwendigkeit nach Wissens- und Informationsaustausch ungebrochen hoch bleibt, und dass die Preconference ein etablierter, wichtiger Einstieg in die Kongresswoche geworden ist.
KI-Agenten werden wichtige Helfer in der Code-Entwicklung
Der vielleicht deutlichste Publikumsmagnet war der Track Künstliche Intelligenz – vor allem dort, wo es um KI als konkretes Hilfsmittel beim Schreiben und Entwickeln von Programmcode ging. Beiträge wie „Von Copilot zu Crew – Wie Coding Agents 2025 Embedded-Teams verändern“, „Einsatz von KI-generiertem Code in Industrieanwendungen mit hohen Anforderungen“, „Große Sprachmodelle im Software Engineering“ oder „Künstliche Intelligenz als Treiber von Effizienz und Qualität“ trafen den Nerv der Zeit.
In den Diskussionen wurde schnell klar: KI ist im Embedded-Bereich angekommen – nicht als Spielerei, sondern als Werkzeug, das Prozesse verändert. Ob Assistenz beim Refactoring, bessere Testabdeckung, schnellere Analyse von Legacy-Code oder neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Agent: Viele Teilnehmende nahmen konkrete Ideen mit, wie sich Qualität und Geschwindigkeit im Alltag verbessern lassen, ohne die Verantwortung aus der Hand zu geben.
Besonderer Wissensbedarf bei Cyber Resilience Act und Best Practices bei Implementierung und Architektur
Parallel dazu blieb ein zweites Top-Thema hoch präsent: der Cyber Resilience Act. Besonders gut besucht waren die Kompaktseminare rund um Regulatorik, Security-Anforderungen und die praktische Umsetzung in Entwicklungsorganisationen. Der große Andrang war ein klares Zeichen dafür, wie stark das Thema Entwicklerinnen und Entwickler beschäftigt – und wie hoch der Informationsbedarf weiterhin ist.
Gerade die Mischung aus Einordnung, konkreten Handlungsempfehlungen und Austausch über „Best Practices“ machte diese Sessions so wertvoll. Viele Gespräche drehten sich um die Frage, wie Teams Anforderungen sinnvoll in ihre Prozesse integrieren, ohne in Bürokratie zu erstarren – und wie Sicherheit, Dokumentation und Produktverantwortung pragmatisch zusammenfinden.
Trotz aller Trends blieb der ESE Kongress auch 2025 ein Ort für die Dauerbrenner, die in der Praxis nie an Relevanz verlieren. Die Trackreihen zu Architektur – etwa mit Vorträgen wie „Architekturdokumentation – zwischen Overhead und Blindflug“ oder „Expedition SysML 2.0“ – waren ebenso bestens besucht wie die Implementierungs-Themen, zum Beispiel „Codequalität – Sind LLMs besser als der Mensch?“ oder „static, inline, const und constexpr in C++“.
Auch die Vortragsreihe zu Test & Qualität stieß auf ungebrochen hohes Interesse: „Aufzucht und Hege der technischen Schuld“ oder „The Good, the Bad, and the Bug“ zeigten, wie sehr die Community zugleich an sauberem Engineering und ehrlicher Fehlerkultur arbeitet. Der ESE Kongress blieb damit das, was er seit Jahren ist: ein realistischer Kompass zwischen Innovation und Handwerk.
Auffällig war hingegen, dass der Automotive-Track, seit 17 Jahren eine feste Größe im Kongressprogramm, 2025 vergleichsweise schwach besucht wurde. Gerade aus dieser Branche konnte auch ein signifikanter Rückgang der Teilnehmerzahlen beobachtet werden; eine Lücke, der auch in den Hallen des Kongress zu spüren war. Das passt zur derzeit schwächelnden Automotive-Branche im deutschsprachigen Raum, in der sich vielerorts eine gesteigerte Zurückhaltung bei Reisen und Budgets bemerkbar macht.
Umso bemerkenswerter war die Stimme derjenigen, die dennoch vor Ort waren: Gerade in diesem Segment, so betonten es mehrere Teilnehmende, sei der Informations- und Weiterbildungsbedarf höher denn je. Zwischen Transformationsdruck, Software-Komplexität und regulatorischen Anforderungen wächst der Wunsch nach Austausch – selbst wenn nicht alle Teams ihn derzeit realisieren können.
Stand: 08.12.2025
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Bei den Keynotes zeigte sich der ESE Kongress erneut von seiner starken Seite: Knapp 400 Zuhörer verfolgten die Keynote von Andreas Willert „Wie KI und Wissensgraphen die Welt revolutionieren“. Seine zentrale Botschaft, Reduktionismus hinter sich zu lassen und systemisches Denken zu priorisieren, traf den Nerv des Publikums – auch, weil der Transfer in komplexe Engineering-Domänen mit Knoten, Beziehungen und Abhängigkeiten unmittelbar greifbar wurde.
Auch die weiteren Kongresstage lieferten wertvolle Impulse für Kopf und Alltag. Am Mittwoch sprach Prof. Dr. Volker Busch über Stressbewältigung in Zeiten der Informationsflut und zeigte praxisnah, wie sich Reizüberflutung, Multitasking und digitaler Alltagsstress besser handhaben lassen – ein Thema, das beruflich wie privat viele bewegt und spürbar machte, dass der ESE Kongress längst über reine Technikthemen hinausgewachsen ist.
Ein besonderes Highlight des vierten Kongresstages war die Keynote von Stefanie Voss: „Die Piratenstrategie – Was wir von historischen Seeräubern über Agilität lernen können“. Interaktiv, inspirierend und als erfrischender Kontrast zu den tiefgehenden Fachvorträgen drehte sich alles um Wagemut, das Brechen von Konventionen und das Hinterfragen des Status quo – frei nach dem Motto: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Zur Kongresswoche gehörte auch 2025 die Würdigung herausragender Beiträge: Bei den Speaker Awards für die am besten bewerteten Referenten des Vorjahres wurde Johannes Bergsmann für das Seminar „Agiles Requirements Engineering jenseits von User Stories“ ausgezeichnet; weitere Speaker Awards gingen an Dr. René Graf („Wir haben eine Idee, aber haben wir ein Produkt?“), Daniel Penning („Visual Studio Code für Embedded-Projekte?“) und Christoph Schmiedinger („Less is more – Was wir von frugalen Innovationen lernen können“). Den Newcomer Award erhielt Malte Kaiser mit „Coprozessor an Linux: Hörst Du mich?“.
Schließlich waren es nicht zuletzt die Begegnungen außerhalb der Vortragsräume, die den ESE Kongress ausmachen: eine hervorragend besuchte Fachausstellung, intensives Networking und das traditionelle Kicker-Turnier als zuverlässiger Stimmungsmotor. Ein besonderer Moment war zudem der Donnerstagabend, an dem Kongresspartner MicroConsult Academy GmbH sein 30-jähriges Bestehen feierte.
Unterm Strich zeigte der ESE Kongress 2025: Die Community bleibt stabil, der Wissensdurst wächst. Und was in den 2010er Jahren der Veranstaltung noch nach Zukunftsmusik klang, ist heute längst im Alltag angekommen. (sg)