Neuer Debian-13-Kernel Raspberry Pi OS stellt auf Debian „Trixie“ um

Von Sebastian Gerstl 3 min Lesedauer

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Im üblichen Zwei-Jahres-Takt hat das Raspberry Pi OS ein signifikantes Kernel-Update erhalten. Wesentliche Neuerungen mit dem Wechsel auf Debian 13 und dem „Trixie“-Kernel sind ein umgestaltetes Konfigurationsmenü und eine generalüberholte Nutzeroberfläche.

Neue Optik: Offensichtlichste Änderung im auf Debian 13 „Trixie“ aufsetzenden Betriebssystem-Upgrade von Raspberry Pi OS ist die Nutzeroberfläche, die mit neuem Font und einem leichten Rediesign der Fensterdarstellung aufwartet. Am gewohnten Workflow hat sich aber nichts geändert. (Bild:  Raspberry Pi Foundation)
Neue Optik: Offensichtlichste Änderung im auf Debian 13 „Trixie“ aufsetzenden Betriebssystem-Upgrade von Raspberry Pi OS ist die Nutzeroberfläche, die mit neuem Font und einem leichten Rediesign der Fensterdarstellung aufwartet. Am gewohnten Workflow hat sich aber nichts geändert.
(Bild: Raspberry Pi Foundation)

Mit der aktuellen Veröffentlichung seines Raspberry Pi OS für den bewährten Single Board Computer setzt Raspberry die Raspberry Pi Foundation auf Debian 13 („Trixie“) als Basis. Der Schritt folgt dem regulären zweijährlichen Debian-Zyklus. Die neue Betriebssystemversion hält in erster Linie konsolidierte Konfigurationsmöglichkeiten, ein überholtes grafisches Nutzer-Interface und, nach Angabe der Anbieter, eine „langfristig wartbare Plattform“ für Anwender bereit.

Adressierung des „Jahr-2038“-Problems und überarbeitetes GUI

Technisch relevant ist die Umstellung der Zeitrepräsentation auf 64-Bit-Werte. Zahlreiche auf Unix und Linux aufsetzende Betriebssysteme, die noch auf 32-Bit-Werte setzen, stehen vor dem „Jahr 2038-Problem“: Erreicht das OS das Jahr 2038, kommt es bei dem Folgejahr zu einem Überlauf des Zahlenwertes und einem „Zurücksetzen“ des Systems ins Jahr 1970, mit zahlreichen damit verbundenen Problemen für Anwendungen. Die Bibliotheken und Nutzerumgebungen wurden nun entsprechend mit 64-Bit-Werten neu aufgesetzt, so dass dieses Problem nicht mehr länger besteht.

Die offensichtlichste Neuerung stellt die grafische Nutzeroberfläche dar: Sie wurde mit einem neuen Icon-Set, zusätzlichen Hintergründen und der Schriftart Nunito Sans Light (statt bislang Piboto) versehen. Ziel ist ein konsistenteres Erscheinungsbild ohne funktionale Brüche. Diese Umstellung ist allerdings rein optischer Natur. An den bisher gewohnten Workflows hat sich allerdings nichts geändert.

Eine weitere eher winzige Änderung befindet sich im Bookshelf-Menü. Die App zeigt nun an, welche Magazine und Bücher der Raspberry Pi Press bereits kostenlos verfügbar sind und welche erst später freigeschaltet werden. Abonnenten können sich wie gewohnt anmelden, um sofortigen Zugriff auf aktuelle Titel zu erhalten.

Konfigurationsmenüs nun in einem zentralen Kontrollzentrum zusammengefasst

Das Control Centre ist die wesentlichste Neuerung im aktuellen Raspberry Pi OS: Stell bislang unterschiedliche Menüs und Dialoge für Eingabegeräte, Bildschirmeinstellungen, Druckerwahl oder Systemsteuerung zu haben, sind all diese Elemente nun in einem zentralen Kontrollzentrum zusammengeführt. Dieses lässt sich via Plugins optional um zusätzliche Reiter erweitern.(Bild:  Raspberry Pi Foundation)
Das Control Centre ist die wesentlichste Neuerung im aktuellen Raspberry Pi OS: Stell bislang unterschiedliche Menüs und Dialoge für Eingabegeräte, Bildschirmeinstellungen, Druckerwahl oder Systemsteuerung zu haben, sind all diese Elemente nun in einem zentralen Kontrollzentrum zusammengeführt. Dieses lässt sich via Plugins optional um zusätzliche Reiter erweitern.
(Bild: Raspberry Pi Foundation)

Die wesentlichste Änderung ist das neu geschaffene „Control Centre“. In bisherigen Versionen des Raspberry Pi OS mussten Konfigurationen für Bildschirmeinstellungen, Eingabegeräte wie Mouse und Keyboard oder die Optionen für das Raspberry Pi selbst in jeweils eigenen Einstellungsmenüs vorgenommen werden. Das „Control Centre“ führt all diese getrennten Dialoge zur stemkonfiguration nun ein ein zentrales Menü zusammen. Die Anwendung lädt seine Funktionen als Plugins, was es möglich macht, sie nach eigenen Vorstellungen um herstellerspezifische Reiter zu erweitern erweitern.

Für maßgeschneiderte Installationen wurde die Paketierung modularisiert. Kern-Metapakete wie rpd-wayland-core und rpd-x-core stellen minimale Wayland- bzw. X-Desktops bereit; weitere Metapakete (rpd-theme, rpd-preferences, rpd-applications, rpd-utilities, rpd-developer, rpd-graphics, *-extras) bauen darauf auf.

Wer AI Kits und Mathematica nutzt sollte noch warten

Wie die Raspberry Pi Foundation einräumt fehlen dem aktuellen Raspberry Pi OS noch einige Pakete, die eigentlich für den Launch der aktuellen Betriebssystem-Version angedacht waren. So fehlen derzeit nur an „Trixie“ angepasste Pakete für Raspberry AI HAT+ und AI Kit, den TV HAT sowie Wolfram Mathematica. Projekte, die von diesen PAketen abhängig sind, sollten daher noch bei der vorhergehenden Kernel-Version „Bookworm“ verbleiben, bis das notwendige Update nachgereicht wird.

Für die Installation des auf „Trixie“ aufsetzenden Raspberry Pi OS wird, wie bei jedem signifikantem Kernel-Umstieg, eine komplette Neuinstalltion mit einem frischen Disk-Image empfohlen, z. B. via Raspberry Pi Imager oder per Image-Download. Neuere Editionen des Einplatinenrehners (aus der Generation Raspberry Pi 5/500/500+) können das Image auch per im Bootloader integriertem Imager über kabelgebundenes Ethernet beziehen (Shift-Start). Ein In-Place-Upgrade ist möglich, gilt aber aufgrund nicht vollständig unterstützter Pakete für die neue Kernel-Version immer als risikobehaftet. Wer es nutzt, sollte ein vollständiges Backup anlegen und der offiziellen Anleitung folgen.

Ein In-Place-Upgrade ist möglich, gilt aber als risikobehaftet. Wer es nutzt, sollte ein vollständiges Backup anlegen und der offiziellen Anleitung folgen. Für reproduzierbare Setups sind saubere Neuinstallationen weiterhin die bevorzugte Variante.(sg)

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