Platform Engineering gilt als der neueste Trend in der Software-Entwicklung, als praktische Grundlage für eine bessere Umsetzung einer DevOps-Strategie. Doch eine Umfrage der Qt Group sagt: Platform Engineering funktioniert offenbar nicht für eingebettete Software.
Platform Engineering gilt als der neueste heiße Trend in der Software-Entwicklung. Doch die Notwendigkeit, einen Großteil des applikationsspezifischen Codes weiterhin selbst schreiben oder mit maßgeschneiderten Tools entwerfen zu müssen, hindert Umfragen zufolge den Entwicklungsansatz daran, bei Embedded Software seine Stärken voll zu entfalten.
(Bild: Pixabay)
Laut einer von der finnischen Qt Group in Auftrag gegebenen Studie wird zwei Drittel der eingebetteten Software von Unternehmen mit einer Plattform-Engineering-Strategie immer noch mit benutzerdefinierten Ad-hoc-Tools erstellt. Die von der Qt Group in Auftrag gegebene Studie von Forrester Consulting ergab, dass die vorhandenen Plattformen die Erwartungen ganz speziell im Embedded-Bereich noch nicht erfüllen. Statt dessen herrscht eine Notwendigkeit, maßgeschneiderte Software-Tools zu erstellen, was die Entwicklungsproduktivität negativ beeinträchtigt.
„Wir haben auf dem Markt eine Lücke zwischen der wahrgenommenen Reife von Plattform-Engineering-Strategien und den tatsächlichen Vorteilen, die sich daraus ergeben, festgestellt, “ sagt Juhapekka Niemi, Executive Vice President der Qt Group. „Es wird immer noch zu viel manuell gearbeitet, um den spezifischen Anforderungen gerecht zu werden, sei es in Sektoren wie der Medizintechnik, der Automobilindustrie oder der industriellen Automatisierung
Es hapert bei Geräte- und OS-übergreifender Arbeit
An der Online-Umfrage nahmen 317 Personen aus Europa und Nordamerika teil, die sich gleichmäßig auf die Bereiche Automobil, Konsumgüter, Medizin und Industrie verteilten.
Den Ergebnissen der Studie zufolge werden fast zwei Drittel (63 %) des eingebetteten Codes von Embedded-Entwicklungsteams, die mit einer Plattform-Engineering-Strategie arbeiten, immer noch mit selbsterstellten oder benutzerdefinierten Tools geschrieben.
Speziell scheinen Platform-Engineering-Ansätze bei der Embedded-Entwicklung in zwei Kernbereichen zu scheitern oder nur unzureichende Ergebnisse zu liefen: bei der Unterstützung der konfigurationsbasierten Entwicklung und der Entwicklung eigener Plattformen.
Insbesondere die geräte- und betriebssystemübergreifende Arbeit stellt für mehr als die Hälfte (51 %) der Embedded-Teams eine besondere Herausforderung dar, der die vorhandenen Platform-Engineering-Ansätze noch nicht gewachsen sind. 41 % sagen, dass die funktionsübergreifende Zusammenarbeit in den Bereichen Design, Entwicklung, Test und Bereitstellung schwierig ist.
43 % geben zudem an, dass es Schwierigkeiten bereitet, Self-Service-Funktionen für die meisten Anwendungsfälle aufrechtzuerhalten
Trend Chasing? Fast alle Führungskräfte von ihrer Platform-Engineering-Strategie überzeugt
Ebenso spricht die Hälfte der für die Studie befragten Embedded-Entwickler mit einer Plattform-Engineering-Strategie (49 %) von Schwierigkeiten, die Wiederverwendbarkeit von standardisierten, hochwertigen Komponenten mit der Notwendigkeit der Anpassung von Plattformen an verschiedene Anwendungsfälle, Hardware und Softwarelösungen in Einklang zu bringen. Die spezifischen Anforderungen von Software- und Hardwareplattformen in Verbindung mit der Notwendigkeit, eine Vielzahl nicht standardisierter Geräte und Funktionen zu integrieren, erfordert von den Teams, immer noch einen großen Teil des Codes auf die eigene Anwendung spezifisch selbst zu entwickeln. Dadurch entsteht durch die Platform-Engineering-Strategie kein Mehrwert für die eigenen Plattformen.
Dabei sind die für die Studie befragten Entwicklungsteams durchaus der Ansicht, dass sie eine für ihr Unternehmen ausgereifte Plattform-Engineering-Strategieverfolgen: 65 % sehen ihre Plattform als Grundlage für die Entwicklung von Embedded-Software, und 93 % der Führungskräfte unterstützen bestehende Plattform-Engineering-Strategien.
Die immer noch vorhandene Notwendigkeit, trotz Platform-Engineering-Strategie noch immer maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedliche Produkte und Kundenbedürfnisse zu entwickeln, deutet darauf hin, dass der bisher erreichte Grad der Standardisierung noch gering ist und die Vielfalt der Anwendungsfälle eine große Herausforderung für diesen Entwicklungsansatz darstellt - zumindest was Embedded Software anbelangt. Während 68 % der Befragten die Nutzung der Plattformfunktionen und 65 % die Produktivität der Entwickler verfolgen, erfassen nur 38 % der Befragten die Erfahrungen der Entwickler. Da die Entwickler die Kunden der Plattform sind, deutet dieser niedrige Wert darauf hin, dass die Plattform-als-Produkt-Kultur in den meisten Unternehmen noch lange nicht verankert ist. Das mag auch die Diskrepanz zwischen der Überzeugung bei den Führungskräften und den tatsächlich hohen Anteil an gemeldeten Schwierigkeiten erklären.
In IT-Anwendungen, in denen Festplattengröße , Arbeitsspeicher oder CPU-Leistung mittlerweile kaum noch ein Hindernis darstellen, mag eine Platform-Engineering-Lösung sich noch ungehindert entfalten können. Doch gerade diese Bereiche schreiben bei Embedded-Applikationen immer noch harte Grenzen vor - daran scheinen bestehende Ansätze des Platform Engineering noch zu scheitern. Einschränkungen bei den Rechenressourcen, wie Speicher, Energieverbrauch und CPU-Leistung, betrafen 38 % der Befragten.
Stand: 08.12.2025
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Darüber hinaus berichteten 40 % der Befragten, dass ihr Unternehmen mit der Verwaltung von Aktualisierungen und Iterationen der Plattform kämpft und gleichzeitig die Auswirkungen auf die Entwicklung eingebetteter Software minimiert. Diese Einschränkungen zwingen die Teams dazu, Ressourcen zuzuweisen, um diese Einschränkungen zu verwalten, anstatt sich auf die Software-Entwicklung selbst zu konzentrieren. Hinzu kommen weitere applikationsspezifische Hürden wie beispielsweise die Einbundung spezieller Sensorik oder maßgeschneiderter APIs.
Dabei sollte man moderne Methoden wie Platform Engineering nicht von der Hand weisen. Der Ansatz würde womöglich besser funktionieren, wenn auch im Embedded-Bereich mehr Standards vorhanden wären. „Einerseits stehen Embedded-Ingenieure vor der Herausforderung, die Endbenutzererfahrung für die von ihnen entworfenen technischen Geräte zu verstehen“, sagt Maurice Kalinowski, Product Director bei der Qt Group. „Auf der anderen Seite müssen Webentwickler, die sich auf die Benutzerfreundlichkeit konzentrieren, eine steile Lernkurve durchlaufen, um sich an den Embedded-Bereich und seine Feinheiten wie C/C++-Plug-ins, plattformübergreifende Entwicklung usw. anzupassen. Dies macht den Bedarf an vereinheitlichenden Standards stärker denn je.“ End-to-End-Tools werden nicht als die Lösung angesehen. Nur ein Drittel (35 %) legt Wert auf umfassende, durchgängige Funktionen. Integration ist für die Befragten in Situationen wichtig, in denen z. B. spezialisierte Sicherheitstools innerhalb eines Entwicklungsrahmens kompatibel sein müssen, um einen robusten Schutz zu gewährleisten, ohne die Leistung zu beeinträchtigen.
Folglich sieht die Hälfte der Befragten (49 %) Sicherheit und Compliance als ein wesentliches Ergebnis ihrer Platform-Engineering-Strategie Rund 43 % betonten auch die Bedeutung von anpassbaren APIs für die Integration von Drittanbietern. „Verschiedene APIs haben unterschiedliche Vereinbarungen und Latenzzeiten, wodurch Systeme mehr Sicherheitsrisiken und Datenschutzbestimmungen ausgesetzt sind, da Entwickler sicherstellen müssen, dass die Software von Drittanbietern sensible Daten angemessen behandelt“, sagt Miao Luo, Director, Technology Strategy bei der Qt Group. „Der beste Weg für Plattformteams, dies zu entschärfen, ist die genaue Überwachung der technischen Schulden und die Minimierung der Anzahl von Drittanbieterelementen im Spiel.“