Vom Garage-Start-up in Albuquerque zu einem der mächtigsten Technologieunternehmen weltweit: Microsoft hat sich in fünf Jahrzehnten zu einem globalen Giganten entwickelt. Wir werfen einen Blick zurück auf die Anfangsjahre und was Microsoft heute zum Giganten macht.
Das Building 92 bei der Microsoft-Zentrale in Redmond.
Am 4. April 2025 ist der Software-Gigant Microsoft stolze 50 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass blicken wir auf die Historie des US-Unternehmens zurück, und zwar insbesondere auf die Gründung und die Anfangsjahre mit ersten Erfolgen. Dabei geht es auch um die beiden Gründer Paul Allen und Bill Gates, wobei Letzterer in der Öffentlichkeit als das Gesicht von Microsoft gilt, obwohl er schon seit über 15 Jahren nicht mehr im Tagesgeschäft des Konzerns tätig ist.
Zum Start fassen wir aber zunächst einige geschäftliche Daten zu Microsoft zusammen: Derzeit sind mehr als 220.000 Menschen direkt bei Microsoft beschäftigt. Auf der im August 2024 von der Zeitschrift Fortune veröffentlichten Liste „Fortune Global 500“ liegt Microsoft mit 212 Milliarden US-Dollar Umsatz auf Rang 26, beim Gewinn allerdings mit 72 Milliarden US-Dollar auf Rang 5.
Apple rangiert auf Platz 2 mit 97 Milliarden US-Dollar, Alphabet auf Rang 4 mit 74 Milliarden US-Dollar. Dabei ist der Gewinn in Relation zum Umsatz bei Microsoft mit knapp 34 Prozent deutlich höher als bei Apple (25 Prozent) und Alphabet (24 Prozent). Im Jahr 2024 war Microsoft bezüglich des Börsenwertes daher unter den Top 3, und zwar hinter Nvidia und Apple. Dank der bemerkenswerten Zollpolitik von Donald Trump landete Microsoft am 9. April 2025 sogar beim auf dem aktienkursbasierten Börsenwert auf dem ersten Platz, da die Aktienkurse von Nvidia und Apple absackten.
Die Anfänge von Microsoft entspringen einer Zusammenarbeit der beiden aus Seattle stammenden Freunde Bill Gates (geboren am 28. Oktober 1955) und Paul Allen (geboren am 21. Januar 1953, verstorben am 15. Oktober 2018). Beide hatten schon als Teenager ein Programm zur Verkehrsstromanalyse geschrieben und damit etwa 20.000 US-Dollar verdient. Allen brach sein Studium früh ab, um Software zu programmieren. Bill Gates wiederum war bei der Gründung von Microsoft am 4. April 1975 noch eingeschriebener Student an der Harvard University.
Kurz davor entwickelten die beiden mithilfe eines von Allen programmierten Emulators, der den 8-Bit-Prozessor Intel 8080 emulierte, eine Programmiersprache mit dem Namen Altair Basic. Dabei mieteten sie sich für insgesamt kolportierte 40.000 US-Dollar in ein Rechenzentrum ein, um genügend Hardware-Ressourcen zur Verfügung zu haben. Altair Basic war für den Altair 8800 gedacht, einer der ersten kleineren Personal Computer, damals noch Microcomputer genannt. MITS, der Hersteller des Altair 8800, wurde auf Gates und Allen aufmerksam und schloss mit ihnen einen Vertrag zum Vertrieb von Altair Basic ab. Die für den Vertrag nötige Firma, die später Microsoft genannt wurde, gründeten Allen und Gates schließlich am 4. April 1975 in Albuquerque (New Mexico). Der Name Microsoft besteht aus den Anfangsteilen der beiden Wörter Microcomputer und Software, was ausdrücken sollte, dass es um Software für Microcomputer ging.
Altair Basic als erstes Produkt
Der Vertrag zwischen Microsoft und MITS betraf den Vertrieb von Altair Basic für Nutzer eines Altair 8800. Bei Bausätzen für den Altair 8800 – damals wurden derartige Computer häufig für interessierte Bastler als aus einzelnen Chips und Platinen bestehender Bausatz verkauft – konnten Käufer die Varianten 4K-Basic und 8K-Basic sowie eine Extended Version mit Handbuch bestellen. Gates und Allen erhielten je nach ausgewählter Version zwischen 30 und 60 US-Dollar pro verkauften Exemplar. Nutzer, die bereits einen Altair 8800 besaßen und die Software nachträglich haben wollten, zahlten je nach Version 500 oder 700 US-Dollar, von denen Gates und Allen 50 Prozent als Lizenzgebühr erhielten. MITS setzte ein Limit von 180.000 US-Dollar als Auszahlungsobergrenze für den laufenden Vertrag, wobei Microsoft das Recht behielt, die Software an andere Hersteller zu verkaufen.
Da vertraglich vorgesehen war, dass Microsoft ab einem monatlichen Umsatz von 2.500 US-Dollar einen telefonischen Support bereithalten muss, und dieser Umsatz schließlich erreicht wurde, gab Bill Gates sein Studium auf und kümmerte sich als CEO auch um den Support. Für die neuere Version Altair Basic 3.0 baute Bill Gates wegen des kleinen Arbeitsspeichers des Altair 8880 programmiertechnische Kniffe ein, die dermaßen kompliziert waren, dass andere Softwarehersteller nicht einfach die Programmcodes von Microsoft nachahmen konnten, ohne dass dies als Plagiat auffliegen würde.
Umzug und der Durchbruch mit MS-DOS
Im Januar 1979 zog Microsoft von Albuquerque in den Ort Bellevue (Bundesstaat Washington) unmittelbar östlich von Seattle, sodass Allen und Gate gewissermaßen in ihre Geburtsstadt zurückkehrten. Im Februar 1986 verlegte Microsoft seinen Sitz in das nur wenige Kilometer nördlich von Bellevue liegende Redmond, das bis heute der Kernstandort des Konzerns ist. Den Durchbruch als Software-Konzern erzielte Microsoft aber schon ab 1981 mit dem Betriebssystem MS-DOS, wobei allein schon der Auftrag für die Entwicklung des Betriebssystems als Durchbruch gewertet werden kann.
Denn der Auftraggeber im Jahr 1980 war der damals marktbeherrschende PC-Hersteller IBM, der den Trend zu Heimcomputern beinahe verpasste und möglichst schnell ein neues Betriebssystem benötigte. Durch Verbindungen von Bill Gates' Mutter zum damaligen IBM-Präsidenten John Opel fand IBM in Microsoft ein passendes Software-Unternehmen. Da das Geschäft mit Basic nicht besonders ertragreich war, kam der IBM-Auftrag wie gerufen. Von den 186.000 für die Entwicklung gezahlten US-Dollar verwendete Microsoft 50.000 US-Dollar zum Aufkauf der Softwareschmiede Seattle Computer Products. Die Firma hatte mit 86-OS eine Variante des Betriebssystems CP/M entwickelt. Microsoft nahm gleichzeitig den Programmierer Tim Patterson ins Team auf. Es entstand schließlich MS-DOS, das im Kern auch Teile von CP/M enthielt. IBM erfuhr erst später davon und zahlte 800.000 US-Dollar an Digital Research, Entwickler von CP/M, um eine Klage zu vermeiden.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Kartellrecht beschleunigt MS-DOS
Die Entwicklung von MS-DOS sowie die ersten Zahlungen von IBM waren noch nicht genug, um Microsoft zu einem wirklich großen Wachstum zu verhelfen. Ausschlaggebend für Microsofts Aufstieg waren vielmehr kartellrechtliche Ermittlungen gegen IBM. Denn IBM öffnete damals, damit sich der Verdacht auf monopolartiges Verhalten nicht erhärtete, gezwungenermaßen den Weg für Computer, die aus verschiedenen zueinander kompatiblen Komponenten zusammengesetzt wurden und für jeden Hersteller zugänglich waren. Dadurch gab es eine immer größere Auswahl an PC-Bauteilen, die untereinander und entsprechend zu MS-DOS kompatibel waren.
Es drängten in der Folge immer mehr Computer von anderen Herstellern auf den Markt, die im Grunde Nachbauten von IBM-Computern waren und allesamt MS-DOS als Standard-Betriebssystem nutzten. Durch den damit in Gang gesetzten Wettbewerb, bei dem die Nutzer die freie Auswahl hatten und stets ein identisches Betriebssystem vorfanden, sanken die Preise für Computer, sodass der PC-Markt ins Rollen kam und sich MS-DOS rasant verbreiten konnte, was das Geschäft von Microsoft beflügelte.
Windows führt zur Marktherrschaft
Am 20. November 1985 kam das erste Windows auf den Markt. Windows 1.0 war damals eine grafische Benutzeroberfläche für MS-DOS und noch nicht ein Windows, wie wir es von späteren Versionen kennen. Zu diesem Zeitpunkt, genauer gesagt schon ab 1983, war Paul Allen übrigens bereits aus dem Geschäftsalltag von Microsoft ausgeschieden, da er an einem Tumor im Lymphsystem litt. Er blieb bis ins Jahr 2000 im Aufsichtsrat.
1989 lieferte Microsoft die ersten Versionen von Windows 3.0 aus, bei dem erstmals zum Start kein DOS-Fenster mehr auftauchte. Zudem setzte das Design deutlich mehr auf Icons für Programme auf zuvor, und es gab nur eine Version von Windows 3.0, die auf allen gängigen CPUs lief – beim Vorgänger benötigte man noch eine spezielle Windows-Variante in Abhängigkeit vom verwendeten Prozessor. Windows 3.0 wird wegen dieser Neuerungen daher oft als das erste echte Windows angesehen, zumal Windows 3.0 bereits bei der Präsentation so gut ankam, dass mehr als 70 Prozent der Unternehmen angaben, das neue Betriebssystem zum Release (22. Mai 1990) oder zumindest kurz danach einsetzen zu wollen.
Mit Windows 3.0 hat Microsoft somit den endgültigen Durchbruch als marktbeherrschender Betriebssystemanbieter für Personal Computer geschafft. Nach Windows 3.0 kamen bekanntermaßen noch einige weitere Versionen auf den Markt, etwa Windows 95 (24. August 1995) und Windows 98 (25. Juni 1998) sowie im Oktober 2009 Windows 7, vier Jahre später Windows 8 und im Juli 2015 Windows 10, das man auf das aktuelle Windows 11 (24. Juni 2021) upgraden kann. Bill Gates zog sich 2008, noch vor dem Release von Windows 7, aus der geschäftlichen Verantwortung bei Microsoft zurück. Er gehört dank seiner Aktienanteile an Microsoft zu den weltweit vermögendsten Menschen und ist seit seinem Ausscheiden aus dem Software-Konzern für die wohltätige Gates Foundation tätig, der er bereits viele Milliarden US-Dollar gespendet hat. Bis zu seinem Lebensende möchte er 95 Prozent seines Vermögens an seine Stiftung gespendet haben.
Nach 50 Jahren ein mannigfaltiges Portfolio
Nach nunmehr 50 Jahren ist Microsoft als großer Weltkonzern breit aufgestellt. Neben Windows und Office-Software gibt es viele weitere Softwarelösungen von Microsoft, hinzu kommen die geschäftlich bedeutungsvollen Cloudservices und weitere allgemeine Entwicklungen in vielen IT-Bereichen. Auch Hardware wird bereits von Microsoft vertrieben, und zwar aktuell in Form der mobilen Surface-Geräte sowie durch die Xbox-Spielekonsolen, deren erste Generation im November 2001 erschien.
Im Hinblick auf Gaming ist der Konzern nicht nur wegen der Xbox voll dabei, sondern auch die Muttergesellschaft von mehreren wichtigen Entwicklerstudios. So hatte Microsoft beispielsweise im Jahr 2023 Activision Blizzard für knapp 69 Milliarden Dollar aufgekauft, die vor allem für die Spiele-Reihen Call of Duty, Warcraft und Diablo bekannt sind. Mit dem Spiele-Abo Game Pass für Xbox und Windows-PCs erreicht Microsoft jährliche Milliardenumsätze. Für Windows und Office scheint es langfristig ebenfalls auf Abo-Modelle hinauszulaufen. Man darf gespannt sein, was die nächsten 50 Jahre für Microsoft noch alles bringen. (sb)