Pro und Contra Ein doppelter Drahtseilakt: Statische Analyse in der Softwareentwicklung

Von Ricardo Camacho 2 min Lesedauer

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Bei der Entwicklung von embedded Software ist die statische Codeanalyse eine Softwaretestmethode, die sich sowohl als Retter als auch als Quelle von Streitigkeiten erwiesen hat. Sie revolutioniert die Art und Weise, wie Entwickler Code schreiben und pflegen, wird aber trotz ihrer Vorteile auch kontrovers diskutiert.

Die zwei Seiten der statischen Analyse: Ein Balanceakt in der Softwareentwicklung(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Die zwei Seiten der statischen Analyse: Ein Balanceakt in der Softwareentwicklung
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Ihr Hauptvorteil liegt darin, dass sie potenzielle Fehler und Sicherheitslücken in einer frühen Phase des Entwicklungsprozesses identifiziert, bevor sie zu einem späteren Zeitpunkt im Lebenszyklus der Softwareentwicklung oder in der Praxis zu größeren Problemen werden.

Ein Beispiel für einen späten Softwarefehler ist die NASA-Mission Mars Climate Orbiter der NASA im Jahr 1999, dessen Sonde aufgrund eines Navigationsfehlers in der Marsatmosphäre. verglühte. Ursache war ein Softwareproblem, bei dem ein Teil des Codes die Schubkraft in Pfund statt in Newton-Sekunden anzeigte. Wäre eine statische Analyse zur Erkennung von Inkonsistenzen im Code im Einsatz gewesen, hätte dieser kostspielige Fehler vermieden werden können.

Durch die frühzeitige Erkennung von Problemen spart die statische Analyse wertvolle Zeit und Ressourcen, die sonst in späteren Phasen des Entwicklungszyklus für die Fehlersuche und -behebung aufgewendet werden müssten. Das Ergebnis sind kürzere Markteinführungszeiten und niedrigere Entwicklungskosten bei gleichzeitig besserer Codequalität. Entwickler können ihre Programmierfähigkeiten verbessern und saubereren und leichter wartbaren Code schreiben. Statische Analyselösungen unterstützen Unternehmen bei der Einhaltung von Richtlinien, indem sie nachweisen, dass keine Verstöße gegen formale Programmierstandards wie MISRA (Sicherheit) und CERT (Sicherheit) gemeldet werden. Und doch …

Ein Hauptkritikpunkt an statischen Analyselösungen ist ihre Tendenz, falsch positive Ergebnisse zu liefern. Dabei handelt es sich um Code-Verletzungen oder Warnungen vor Problemen, die gar nicht existieren. Der Umgang mit großen Codemengen und die Identifizierung von Hunderten von falsch positiven Codeverletzungen durch die statische Analyselösung kann sehr zeitaufwändig sein und das Vertrauen in die Ergebnisse des Tools verringern. Darüber hinaus kann die Integration von Analysetools in bestehende Entwicklungspipelines und Arbeitsabläufe, insbesondere in großen Unternehmen mit Legacy-Systemen und etablierten Prozessen, komplex sein und etablierte Entwicklungsprozesse unterbrechen. Tatsächlich argumentieren Entwickler, dass dies ihre Produktivität eher behindert als steigert, da die Durchführung statischer Analysen auf großen Codebasen einen erheblichen Mehraufwand bedeutet und den Entwicklungsprozess verlangsamt.

Nicht alle statischen Analysewerkzeuge sind gleich - einige haben ihre Grenzen, wenn es um die Analyse von komplexem oder hochdynamischem Code geht. Deshalb stellen Entwickler ihre Effizienz in bestimmten Szenarien in Frage. Die Kehrseite der Medaille ist ein übermäßiges Vertrauen, das zu einem falschen Gefühl der Sicherheit führen und kritische Probleme übersehen kann, die nur durch eine menschliche Überprüfung entdeckt werden können.

Die Einführung der statischen Analyse in die Softwareentwicklung ist ein Balanceakt zwischen Vorteilen und Herausforderungen. Einerseits ermöglicht sie die frühzeitige Erkennung von Problemen, Kosteneinsparungen und eine Verbesserung der Sicherheit. Andererseits führt sie zu Fehlalarmen, Integrationshürden und Leistungseinbußen. Eine erfolgreiche Implementierung erfordert sorgfältige Überlegungen und die Bereitschaft, sich mit diesen komplexen Aspekten auseinanderzusetzen.

(mbf)

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