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Eclipse Foundation verlegt ihren Sitz nach Europa

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die Eclipse Foundation kündigt ihre Verlegung nach Brüssel an. Ziel ist eine weitere globale Expansion der Open-Source-Software-Stiftung. Die Eclipse Foundation hat allein in Europa 170 Mitgliedsorganisationen und mehr als 900 Committer.

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Seit über 15 Jahren ermöglicht die Eclipse Foundation gemeinsame Innovationen. Die mehr als 375 Open-Source-Projekte der Stiftung waren die Basis für mehr als 240 Millionen Code-Zeilen.
Seit über 15 Jahren ermöglicht die Eclipse Foundation gemeinsame Innovationen. Die mehr als 375 Open-Source-Projekte der Stiftung waren die Basis für mehr als 240 Millionen Code-Zeilen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Eclipse Foundation, eine der weltgrößten Open-Source-Software-Stiftungen, gab heute bekannt, ihren Sitz nach Europa zu verlegen. Sie will damit ihr Engagement für eine weitere globale Expansion untermauern.

Durch die Gründung der Eclipse Foundation AISBL (Association Internationale Sans But Lucratif) mit Sitz in Brüssel sieht sich die internationale Non-Profit-Organisation hervorragend aufgestellt, um ihr internationales Wachstum voranzubringen und weltweit Branchenkollaboration bei Open-Source-Projekten in strategischen Technologiebereichen zu fördern. Beispiele solcher Technologien sind Cloud, Edge Computing, künstliche Intelligenz, vernetzte Fahrzeuge, Telekommunikation sowie das Internet der Dinge.

Open-Source von strategischer Bedeutung für Europas Industrie

„Im Laufe der vergangenen Jahre konnte die Eclipse Foundation ihre Mitgliederzahl mit Technologieführern aus der ganzen Welt steigern, insbesondere in Europa“, sagte Mike Milinkovich, Executive Director der Eclipse Foundation. „Open-Source treibt internationale Innovationen und Kollaborationen voran und ist heute von strategischer Bedeutung für die europäische Industrie. Es war eine einfache Entscheidung, mehr Ressourcen auf diese wichtige Region zu konzentrieren und gleichzeitig neue Mitglieder aus der ganzen Welt zu gewinnen und zu unterstützen.“

Zugleich ist die Eclipse Foundation mit 170 Mitgliedsorganisationen und mehr als 900 Committern, die ihren Sitz in Europa haben, die größte Open-Source-Organisation in Europa.

Open-Source sei nachweislich der praktikabelste Weg für die Bereitstellung komplexer nachhaltiger Technologie-Innovationen und deren Implementierung über Industriesektoren hinweg, so die Stiftung. Die Beiträge unterschiedlicher europäischer Unternehmen aus verschiedenen Branchen sowie von Regierungsorganisationen zu Open-Source-Projekten würden eine entscheidende Rolle dabei spielen, um sicherzustellen, dass diese neuen Technologien für den europäischen Markt geeignet seien – entwickelt mit der Berücksichtigung von Privatsphäre und Sicherheit für Einzelpersonen und Organisationen sowie von Auswirkungen auf die Umwelt.

Eclipse Foundation - mehr als 300 Mitglieder weltweit

„Die Eclipse Foundation kann auf viele Jahre der erfolgreichen Förderung von Branchenkollaboration zwischen globalen Organisationen und Entwicklern zurückblicken, die das gemeinsame Ziel verfolgen, skalierbare Open-Source-Software zu entwickeln“, so Jürgen Müller, Chief Technology Officer und Vorstandsmitglied der SAP SE. „Als strategisches Gründungsmitglied der Eclipse Foundation ist SAP aktiver Teilnehmer in mehreren Eclipse-Projekten und Arbeitsgruppen. Von der Verlegung des Sitzes der Eclipse Foundation nach Brüssel erhoffen wir uns eine verstärkte internationale und branchenübergreifende Kollaboration in einer offenen Entwicklungsumgebung.“

Die Eclipse Foundation wird weltweit insgesamt von mehr als 300 Mitgliedern unterstützt, 170 davon in Europa. Bereits seit mehr als 15 Jahren ermöglicht sie erfolgreich gemeinsame Innovationen. Die mehr als 375 Open-Source-Projekte der Stiftung waren die Basis für mehr als 240 Millionen Code-Zeilen – und damit mehr als 13 Milliarden Euro gemeinsamer Investitionen.

Zu den Mitgliedern der Organisation zählen Branchenführer, die die offenen Innovationsprozesse der Foundation sowie das auf Arbeitsgruppen basierendes Governance-Modell der Stiftung schätzen. Dieses Modell ermöglicht das Teilen geistigen Eigentums ohne kartellrechtliche und regulatorische Herausforderungen.

Zitate von Mitgliedern und Unterstützern

Bosch
„Als strategisches Mitglied der Eclipse Foundation haben wir diverse Initiativen der Organisation aus erster Hand erfahren, wie zum Beispiel Innovationen voranzutreiben, pragmatische Steuerung zu bieten und neue offene Industrie-Ökosysteme aufzubauen, die besonders relevant für die bereichsübergreifende IoT-Strategie von Bosch sind“, sagte Steffen Evers, Direktor für Open-Source bei Bosch.IO und Mitglied des Vorstands der Eclipse Foundation. „Die Übernahme des Open-Source-Modells ist entscheidend für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie auf internationaler Ebene.“

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
„Open-Source-Software ist ein Schlüsselfaktor für unsere Arbeit, die die Gestaltung von Umweltpolitik, die Schaffung sichererer Städte und die Einführung neuer Mobilitätskonzepte vorantreibt. Die Eclipse Foundation agiert seit vielen Jahren als herausragender Partner und Community-Leader und unterstützt unsere Bemühungen“, betonte Prof. Dr. Katharina Seifert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Die openMobility Working Group mit Eclipse SUMO als Kernstück ist nur ein Beispiel dafür, wie die Eclipse Foundation Wissenschaftler und unterschiedliche Player aus der Industrie zusammenbringt, um auf einer gemeinsamen Plattform in einer offenen, anbieterneutralen Umgebung zusammenzuarbeiten.“

Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS)
„Für die Institute der Fraunhofer Gesellschaft – der führenden Forschungsorganisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa – spielt Open-Source in vielen Forschungsbereichen eine wichtige Rolle. Was für uns bei der Forschung zählt, ist die praktische Anwendbarkeit und gleichzeitig die wissenschaftliche Exzellenz. Zahlreiche Ergebnisse der Fraunhofer-Forschung basieren auf der Idee von Open-Source-Software oder tragen dazu bei. Die Gründung der Eclipse Foundation in Europa wird die Bedeutung der Organisation nicht nur international stärken, sondern insbesondere auch zu europäischer und deutscher Forschung durchaus beitragen“, sagt Dr. Tom Ritter, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer-Institut FOKUS.

IOTA Foundation
„Wir freuen uns sehr über den Umzug der Eclipse Foundation an ihren neuen Standort in Brüssel“, sagte Dominik Schiener, Mitbegründer der IOTA Foundation. „Die EU ist Heimat einiger wichtiger Fürsprecher und politischer Entscheidungsträger für digitale Rechte, Datenschutz und Open-Source und spielt eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Zukunft des Internets. Durch den Sitz in Brüssel wird die Position der Eclipse Foundation weiter gestärkt. Der neue Standort bietet der gesamten Open-Source-Community Unterstützung für den weiteren Ausbau der Akzeptanz nicht nur innerhalb von Unternehmen, sondern auch auf politischer Ebene.“

Red Hat
„Die Eclipse Foundation und ihre Leitung haben eine entscheidende Rolle gespielt für den Erfolg der vielen innovativen Open-Source-Projekte, an denen wir teilhaben“, sagte Chris Wright, CTO von Red Hat. „Als strategisches Mitglied im Bereich Entwicklung freuen wir uns, die weitere Expansion der Stiftung zu unterstützen. Die neue Organisation mit Basis in Europa wird dabei helfen, unsere Community-Partnerschaften innerhalb des globalen Ökosystems der Stiftung zu stärken und zu erweitern.“

SprinD
„Das Open-Source-Modell und die zugrundeliegende Kollaboration bilden die Grundlage für Innovation und Wachstum in zahlreichen globalen Branchen“, betonte Rafael Laguna de la Vera, Direktor der Bundesagentur für Sprunginnovationen, SprinD GmbH. „Diese Leitprinzipien sind entscheidend für die Aufgabe, die wir übernehmen, um Innovationen hier in Deutschland und darüber hinaus anzustoßen. Partner wie die Eclipse Foundation sind ein unglaublich wichtiger Teil unserer Arbeit. Wir freuen uns daher sehr über die Investition der Stiftung in die EU und den weltweiten Exportkurs. Dies hilft uns dabei, Open-Source-Technologien zu nutzen und gemeinsam die Zukunft zu gestalten.“

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Industry-of-Things.de.

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