Kritische Kompromisse in der IT-Sicherheit Druck auf Software-Ingenieure und Entwickler steigt

Von Sebastian Gerstl 3 min Lesedauer

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77 Prozent der Ingenieure und Entwickler geben zu, dass der Druck, pünktlich und im Budgetrahmen zu liefern, die funktionale Sicherheit beeinträchtigen kann. Eine Studie von Blackberry QNX zeigt auf, wie das Spannungsverhältnis zwischen schneller Innovation und stabilen, zertifizierten Systemen zunimmt.

Eine aktuelle Studie von BlackBerry zeigt, dass 77 % der deutschen Software-Ingenieure unter Termindruck wichtige Sicherheitsanforderungen vernachlässigen müssen. Zudem haben 47 % bereits Sicherheitsprobleme mit ihrem Betriebssystem erlebt.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Eine aktuelle Studie von BlackBerry zeigt, dass 77 % der deutschen Software-Ingenieure unter Termindruck wichtige Sicherheitsanforderungen vernachlässigen müssen. Zudem haben 47 % bereits Sicherheitsprobleme mit ihrem Betriebssystem erlebt.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Eine Studie von BlackBerry Limited zeigt den wachsenden Druck auf Software-Ingenieure und Entwickler, den Spagat zwischen schneller Innovation und gleichzeitig hoher Sicherheit zu meistern. Die Befragung von 1.000 Embedded-Software-Entwicklern und -Ingenieuren aus aller Welt, darunter 150 aus Deutschland, unterstreicht ein wachsendes Spannungsfeld: einerseits die Einhaltung enger Projekttermine und andererseits die Aufrechterhaltung der funktionalen Sicherheit. 77 Prozent der Befragten in Deutschland gaben an, dass sie aufgrund der Dringlichkeit möglicherweise Abstriche bei wichtigen Sicherheitsanforderungen machen müssen.

Frust über Sicherheitsvorfälle

Neben Aspekten der Kostenkontrolle (57 Prozent) nennen Entwickler in Deutschland die IT-Sicherheit (ebenfalls 57 Prozent) und Sicherheitszertifikate (55 Prozent) als wichtigste Faktoren bei der Wahl eines Betriebssystems. Die Studie zeigt auch, dass die Befragten in Deutschland in dieser Hinsicht besonders voreingenommen sind: Im internationalen Vergleich waren sie bereits am häufigsten von Sicherheitsproblemen mit ihrem Betriebssystem betroffen (47 Prozent gegenüber 41 Prozent weltweit).

Kein Wunder also, dass die überwiegende Mehrheit der Befragten (77 Prozent) offen für einen Wechsel des bestehenden Betriebssystems ist. Sicherheitsbedenken (39 Prozent), Integrationsprobleme (29 Prozent) und schlechte Leistung (28 Prozent) sind die drei wichtigsten Gründe, warum die Befragten einen Wechsel des Betriebssystems in Betracht ziehen. Von den Befragten, die internationale Sicherheitsstandards erfüllen müssen, finden es 63 Prozent extrem oder sehr schwierig, diese spezifischen Standards mit ihrem aktuellen Betriebssystem zu erfüllen.

Open Source bevorzugt – außer bei der Sicherheit

Betriebssysteme, die auf Open Source basieren, sind für 43 Prozent der Entwickler die bevorzugte Plattform, weitere 23 Prozent favorisieren weder Open Source noch proprietäre Angebote. Aufgrund der weit verbreiteten Vertrautheit mit Open Source und seiner Verfügbarkeit werden diese Plattformen häufig in Entwicklungsumgebungen eingesetzt. Sie verfügen jedoch selten über die gleichen Sicherheitszertifizierungen wie viele proprietäre Lösungen, die strengen Verifizierungs- und Testprozessen unterzogen werden. Die Validierung und Verifizierung jeder Phase des Entwicklungsprozesses stellt sicher, dass die internationalen Sicherheitsstandards eingehalten werden.

„Wir stehen am Anfang der Ära des 'Software-Defined Everything'. Geräte und Infrastrukturen sind für ihren Betrieb, die Integration neuer Funktionen und Innovationen zunehmend auf Software angewiesen. Betriebs- und IT-Sicherheit sind von größter Bedeutung", betont John Wall, SVP und Head of BlackBerry QNX. „Während 91 Prozent der Befragten dies als Priorität anerkennen, stehen Entwickler unter zunehmendem Druck, Fristen und Budgets einzuhalten. Deshalb ist eine vorzertifizierte Software so wichtig, damit Unternehmen ihre Ziele nicht nur erreichen, sondern auch ohne Abstriche erreichen können."

Kostspielige Verzögerungen und Compliance-Probleme

Besorgniserregend ist, dass das Betriebssystem von fast einem Drittel (28 Prozent) der Befragten hierzulande nicht über die notwendigen Sicherheitszertifizierungen verfügt oder nur „einige" davon abdeckt. Diese Lücke hat dazu geführt, dass sich Prozesse bei 61 Prozent der Unternehmen in Deutschland verzögern. Gleichzeitig investieren Unternehmen im Schnitt rund 513.000 Euro und 153 Stunden ihrer Ressourcen, um die sich ständig weiterentwickelnden Sicherheitsstandards zu erfüllen (durchschnittliche Gesamtzeit und Gesamtkosten für eine aktualisierte Zertifizierungsnorm).

Weitere Projektverzögerungen aufgrund von Sicherheitsvorfällen

Bei der Verwendung von Open-Source-Betriebssystemen ist die Wahrscheinlichkeit einer Sicherheitsverletzung höher (53 Prozent vs. 47 Prozent bei proprietären Systemen). Zwei Drittel der Befragten (63 Prozent), die bereits eine Sicherheitslücke oder Schwachstelle in ihrem Betriebssystem identifiziert haben, berichten von Verzögerungen in ihren Projektplänen, die direkt auf diese Schwachstellen zurückzuführen sind. Dies erschwert es, Innovationen und gleichzeitig robuste, sichere Systeme zu erschaffen.

„Um in einer zunehmend softwaregesteuerten Welt erfolgreich zu sein, brauchen Entwickler ein Betriebssystem, das die Sicherheit von Anfang an in den Mittelpunkt stellt", kommentiert Wall. „Vorzertifizierte 'Secure-by-Design'-Lösungen ermöglichen es Teams, sich auf Innovationen zu konzentrieren, anstatt Zeit mit der Behebung von Fehlern zu verbringen. Die Wahl des richtigen Betriebssystems hat einen erheblichen Einfluss auf Unternehmen, indem Problembereiche minimiert und die Effizienz gesteigert wird. Wer Fachkräftemangel beklagt, kann seine Experten mit dem richtigen Betriebssystem entlasten."

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Weitere wichtige Erkenntnisse:

  • Während 78 Prozent der deutschen Unternehmen der Sicherheit ihrer Software und Anwendungen Priorität einräumen, variiert die Häufigkeit von Sicherheitspatches zwischen den Updates, mit durchschnittlich fünf Wochen.
  • Probleme mit dem Betriebssystem können einen erheblichen Einfluss auf den Projektzeitplan haben: 37 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie aufgrund solcher Herausforderungen schon Projektfristen verpasst haben. Die durchschnittliche Verspätung beträgt weltweit, und auch in Deutschland, rund zwei Monate

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