Schnittstellen absichern Hackern mit API-Tools den Kampf ansagen

Von Dipl. Betriebswirt Otto Geißler 4 min Lesedauer

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Durch die Integration von API-Sicherheitstools in den Entwicklungsworkflow lassen sich mögliche Sicherheitsrisiken frühzeitig identifizieren und reduzieren. Welche Tools bieten sich dafür an?

Angesichts der Zunahme API-basierter Hacker-Angriffe sind robuste Sicherheitsmaßnahmen unerlässlich.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Angesichts der Zunahme API-basierter Hacker-Angriffe sind robuste Sicherheitsmaßnahmen unerlässlich.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

APIs (Application Programming Interfaces) sind ein häufiger Angriffsvektor für Hacker-Angriffe auf Unternehmen. Ein oberflächlich geschriebener und schlecht gesicherter API-Endpunkt kann dazu führen, dass ein Unternehmen im Handumdrehen Daten und Kundenvertrauen verliert. APIs fungieren als Brücke zwischen internen Anwendungen und der Außenwelt. Daher muss die API-Security sicherstellen, dass die Systeme für nicht autorisierte User und Apps unzugänglich sind, wodurch Störungen oder Manipulationen verhindert werden.

APIs kommen unter anderem zur Verarbeitung von Passwörtern, Anmeldedaten sowie finanziellen und anderen privaten Informationen zum Einsatz, die nicht an andere weitergegeben werden sollten. Daher sind effiziente API-Sicherheitstools von grundlegender Bedeutung, da sie dazu beitragen, unbefugten Datenzugriff zu verhindern. Die Verwendung von API-Sicherheitstesttools unterstützt Entwickler dabei, anfällige Abschnitte zu identifizieren und das System oder die Anwendung zu überarbeiten, bevor Hacker sie ausnutzen können.

Low-and-Slow-API-Angriffe

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Angriffen wie SQL-Injections oder Cross-Site-Scripting setzen sich immer mehr diejenigen API-Angriffe durch, die nicht auf der Logik von „Einmal-und-fertig“-Mechanismen aufbauen. Da jeder API-Endpunkt anders ist und jeder Angriff selten von einem einzelnen API-Aufruf ausgeht, ist jeder API-Angriff im Wesentlichen ein Zero-Day-Angriff, den gewöhnliche Tools mit ihren regelbasierten und Signatur-Ansätzen nicht erkennen können.

Hacker lassen sich mitunter viel Zeit für ihre Aufklärungsaktivitäten. Sie brauchen unter Umständen Wochen oder sogar Monate, um nach geeigneten Daten und Fehlern zu suchen und abnormales Verhalten zu provozieren, um subtile Wege zu finden, die Lieferkette zu stören oder Daten aus einer API zu exfiltrieren.

Über den gesamten API-Lebenszyklus

Eine vollständige API-Sicherheitslösung sollte in der Lage sein, Hunderte von Attributen von Millionen von Usern und API-Aufrufen zu erfassen, zu speichern und zu analysieren und – was noch wichtiger ist – künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) zu nutzen, um sie im Laufe der Zeit zu korrelieren.

Um diesen Umfang an Kontext zu erreichen, sind Big Data im Cloud-Maßstab erforderlich, da server- oder virtuelle maschinenbasierte Ansätze im Laufe der Zeit nicht über einen ausreichend breiten Datensatz verfügen, um die heutigen anspruchsvollen und „langsamen“ API-Angriffe zu identifizieren. Nur mit dieser Art von adaptiver Intelligenz und dem entsprechenden Kontext verfügt der Anwender über alles, was er zum Schutz für seine APIs benötigt.

Weitere Faktoren für die Tool-Auswahl

Bei der Auswahl eines API-Sicherheitstools sollten Anwender folgende weitere Faktoren berücksichtigen:

  • Automatisierte Tools: Automation ist für die Auswahl eines API-Sicherheitstechnologie-Stacks ein ganz entscheidendes Kriterium. Manuelle Sicherheitstests sind aufgrund von Zeit- und Budgetbeschränkungen unpraktisch. Automatisierte Tests gewährleisten eine umfassende Abdeckung und reduzieren Fehler im großen Maßstab.
  • Umfassender Schutz: Angesichts der sich ständig weiterentwickelnden Bedrohungen ist ein vollständiger Schutz unerlässlich. Der Anwender muss sicherstellen, dass seine API-Sicherheitslösung vor einer Vielzahl von Schwachstellen schützt, einschließlich Fehlern in der Geschäftslogik, die Angreifer ausnutzen könnten.
  • Unterstützung mehrerer Protokolle: Verschiedene Protokolle, wie SOAP, REST und GraphQL können auch zum Erstellen von APIs verwendet werden. Darüber hinaus muss das Tool die Verfahren entsprechend verwalten, um das Testen zu unterstützen.
  • Detaillierte Berichterstattung: Das Tool sollte Berichte erstellen, die leicht zu lesen und verstehen sind. Darüber hinaus sollten sie die Schwachstellen des Systems, deren Risikograd und die erforderlichen Korrekturen klar darlegen.
  • CI/CD-Integration: Bei der Entwicklung eines Programms sollten Entwickler ein Tool auswählen, das gut mit dem CI/CD-Workflow funktioniert. Auf diese Weise werden Sicherheitstests in den Entwicklungslebenszyklus integriert und mögliche Schwachstellen von Anfang an identifiziert.
  • Kosten-Nutzen-Analyse: Bei der Auswahl von Sicherheitstools sind die anfänglichen Kosten mit den langfristigen Vorteilen abzuwägen. Im Hinblick auf Budgetbeschränkungen sind Lösungen zu vermeiden, die aufgrund der Notwendigkeit zusätzlicher Testtools auf lange Sicht mehr kosten könnten.
  • Skalierbarkeit: API-Sicherheitslösungen müssen mit dem Unternehmen skalierbar sein. Wenn neue APIs hinzukommen oder das System erweitert wird, muss gewährleistet sein, das das Sicherheits-Setup robust bleibt, um Schwachstellen und Engpässe zu vermeiden.
  • Geschwindigkeit: Effiziente Sicherheitstests sind besonders in agilen Umgebungen von entscheidender Bedeutung. Lösungen dürfen nicht die Entwicklungsgeschwindigkeit beeinträchtigen und müssen eine schnelle Identifizierung und Behebung von Schwachstellen ermöglichen.

Marktangebot an API-Sicherheitstools

Aktuell kann die Bedeutung der API-Sicherheit nicht genug betont werden. Durch den Einsatz von Tools wie beispielsweise Treblle, OWASP ZAP, StackHawk, Intruder, Postman, Astra API Pentest, APIsec, Akto, IBM API Connect, Probely und anderen stellt der Anwender sicher, dass seine APIs gut vor potenziellen Bedrohungen geschützt sind.

Jedes Tool bietet verschiedene Funktionen und Vorteile, von Echtzeitüberwachung und automatisiertem Scannen bis hin zu detaillierten Berichten und nahtloser Integration in Entwicklungs-Workflows. Die konkrete Auswahl hängt natürlich immer von den spezifischen Anforderungen, dem technischen Fachwissen und den Budgetüberlegungen ab.

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