Portrait

Wie Grace Hopper Computer erzog und den ersten Bug entdeckte

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Clevere Frau trifft dummen Computer

So traf Hopper im Jahr 1944 auf Howard Aiken, den damaligen Direktor des Laboratoriums für Computertechnik und Erfinder des Mark I. Gemeinsam mit ihm und weiteren Kollegen arbeitete die Informatikpionierin daran, das neuartige Biest zu programmieren.

Dank Hopper galt der Harvard Mark I schon bald als der am leichtesten zu programmierende Computer der Welt. Er konnte verschiedene Aufgaben erledigen, indem er neue Instruktionen über Lochkarten erhielt und ohne dass die Hardware neu konfiguriert werden musste.

Hopper war darüber hinaus an der Entwicklung des Nachfolgers Mark II beteiligt – in diesem Zusammenhang wird ihr die Popularisierung des Begriffs „Debugging“ nachgesagt, eines Ausdrucks, der in der Welt der Programmierer für das Auffinden von Fehlern im Programmcode benutzt wird.

Im Falle von Hopper handelte es sich bei ihrem Fehler allerdings um ein echtes Insekt (engl. bug), das für den Ausfall des Computers gesorgt hatte: Eine Motte hatte ein Relais im Mark II zerstört. Hopper klebte das Tier in ihr Logbuch und schrieb dazu: „Das erste Mal, dass tatsächlich ein Bug gefunden wurde.“ Grace Hopper blieb bis 1949 in Harvard.

Unverständniss für ihre Ideen

Die Vision, eine Programmiersprache zu entwickeln, die sich an die englische Sprache anlehnt, ließ sie nicht los. In der Fachwelt fand sie damit wenig Anklang. „Computer verstehen kein Englisch“, war der allgemeine Konsens. Während der Arbeit am ersten kommerziellen Computer der Welt, dem Univac I, bewies Hopper der Welt das Gegenteil.

Mit dem A-0 entstand der erste Compiler der Computergeschichte. Mit ihm konnte die Programmiersprache, die nun deutlich mehr der menschlichen Sprache ähnelte, in Maschinencode umgewandelt werden, indem der Compiler mithilfe von Algorithmen aus einem vordefinierten Katalog den Code umschrieb und richtig zusammenstellte.

A-0 wurde schon bald weiterentwickelt. So schrieb die Pionierin selbst bereits 1955 Flow-Matic, eine Programmiersprache mit rund 30 Befehlen in englischer Sprache. Flow-Matic legte den Grundstein für Cobol (Common Business Oriented Language), ebenfalls von Hopper entwickelt. Noch heute wird Cobol in der betriebswirtschaftlichen Datenverarbeitung eingesetzt.

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