KI für Edge Computing Warum Open-Weight-Modelle wie DeepSeek-R1 wichtig sind

Von John Weil* 2 min Lesedauer

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Rasante Fortschritte im der KI haben leistungsstarke LLMs (Large Language Models) in den Vordergrund gerückt. Die meisten leistungsstarken Modelle sind jedoch sehr rechenintensiv und erfordern cloudbasierte Inferenz, was sie für das Edge-Computing unpraktisch macht. DeepSeek-R1 ist ein Beispiel, wie Open-Weight-Modelle zusammen mit effizienten Destillationstechniken KI am Edge revolutionieren können.

Open-Weight-Modelle – also KI-Modelle, deren Gewichtungen (Parameter) öffentlich zugänglich und lizenzfrei sind – bergen in Kombination mit effizienten Destillationstechniken enormes Potenzial für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz am Geräte-Edge. Die Herausforderung besteht darin, leistungsstarke Modelle zu entwickeln sowie KI effizient, skalierbar und auf ressourcenbeschränkten Systemen einzusetzen.(Bild:  Synaptics)
Open-Weight-Modelle – also KI-Modelle, deren Gewichtungen (Parameter) öffentlich zugänglich und lizenzfrei sind – bergen in Kombination mit effizienten Destillationstechniken enormes Potenzial für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz am Geräte-Edge. Die Herausforderung besteht darin, leistungsstarke Modelle zu entwickeln sowie KI effizient, skalierbar und auf ressourcenbeschränkten Systemen einzusetzen.
(Bild: Synaptics)

Herkömmliche KI-Workloads sind stark auf cloudbasierte Inferenz angewiesen und nutzen große GPU-Cluster zur Verarbeitung von Anfragen. Dieser Ansatz ist zwar für groß angelegte Anwendungen effektiv, stellt jedoch Herausforderungen für das Edge-Computing dar:

  • Latenzempfindlichkeit: Edge-Anwendungen wie Echtzeitüberwachung, industrielle Automatisierung und intelligente IoT-Systeme erfordern sofortige Entscheidungen.
  • Bandbreitenbeschränkungen: Das Senden großer Datenmengen zur Inferenz in die Cloud ist kostspielig und ineffizient.
  • Datenschutz- und Sicherheitsbedenken: Viele KI-Anwendungen, gerade im Gesundheitswesen, Finanzwesen und im Consumer-Bereich, profitieren von On-Device-/geräteinterner Intelligenz, um Sicherheitsrisiken zu reduzieren.

Damit KI am Edge wirklich erfolgreich sein kann, benötigen wir Modelle, die für die lokale Verarbeitung optimiert sind, anstatt uns ausschließlich auf Cloud-Ressourcen zu verlassen.

DeepSeek-R1 und die Rolle der Modelldestillation

DeepSeek-R1 ist nicht nur ein weiteres offenes KI-Modell – es steht für einen grundlegenden Wandel in der KI-Optimierung. DeepSeek-R1 nutzt Destillation, eine Komprimierungstechnik für KI-Modelle, die seit Jahren ein wesentlicher Bestandteil der Optimierung neuronaler Netze ist. Ursprünglich eingeführt, um Wissen von großen Modellen auf kleinere zu übertragen und dabei die Leistungsfähigkeit zu erhalten, ermöglicht die Destillation effizientere Inferenz, reduziert den Rechenaufwand und erhöht die Flexibilität bei der Bereitstellung. Dieser Prozess komprimiert das Wissen großer Modelle in kleinere, effizientere Versionen und macht KI so für reale Anwendungen, insbesondere im Edge-Computing-Bereich, praktikabel.

Modelldestillation im Detail

Destillation ist eine Komprimierungstechnik für KI-Modelle, bei der ein kleineres, lernendes Modell von einem größeren, leistungsfähigeren Modell lernt. In DeepSeek-R1 ermöglicht dieser Prozess:

  • Kleinere KI-Modelle (1,5; 7; 14; 32; 70 Mrd.), die ihre Schlussfolgerungsfähigkeiten beibehalten
  • Optimierte Inferenz für Umgebungen mit geringem Stromverbrauch und begrenzten Ressourcen
  • Ein Gleichgewicht zwischen Genauigkeit und Effizienz, wodurch KI für Embedded-Systeme praktikabel wird

Durch die Destillation von DeepSeek-R1 in kleinere Versionen können Entwickler modernste KI-Leistung auf Edge-Geräten nutzen, ohne teure Hardware oder Cloud-Anbindung zu benötigen.

Warum dies für Edge-KI wichtig ist

Damit KI am Edge erfolgreich sein kann, muss sie für Embedded-Computing-Umgebungen optimiert sein. Der Destillationsansatz von DeepSeek-R1 adressiert dies direkt:

  • Geringerer Stromverbrauch: Kleinere KI-Modelle können effizient auf Embedded-MPUs ausgeführt werden, was den Strombedarf batteriebetriebener Systeme reduziert.
  • Reduzierter Rechenaufwand: KI-Inferenz lässt sich auf Astra-MPUs von Synaptics umsetzen und gewährleistet die Echtzeitverarbeitung für intelligente Geräte, industrielle Anwendungen und autonome Systeme.
  • Skalierbarkeit über Branchen hinweg: Ob in der Automobilindustrie, im Gesundheitswesen oder rund ums IoT – effiziente KI eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten, die bisher nicht realisierbar waren.

Open-Weight-Modelle wie DeepSeek-R1 versprechen in Kombination mit KI-nativer Rechenleistung eine neue Ära für Edge-Intelligenz. Die Modelldestillation reduziert zwar den Rechenaufwand für KI deutlich, muss jedoch mit einer für KI-Inferenz entwickelten Hardware kombiniert werden. Synaptics hat die Astra-Plattform als KI-native Rechenlösung entwickelt, mit der optimierte Modelle wie DeepSeek-R1 effizient am Edge ausgeführt werden können.

Dies markiert den Beginn einer neuen Ära der KI-Bereitstellung, in der Open-Weight-Modelle, Destillationstechniken und KI-natives Computing zusammenarbeiten, um skalierbare, kostengünstige Intelligenz am Edge zu liefern.  (sg)

* John Weil ist Vice President of IoT and Edge AI Processor Business bei Synaptics.

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