Unzählige Möglichkeiten zur Steigerung der Produktionseffizienz sind ein Merkmal der Industrie 4.0: Von der Predictive Maintenance bis hin zu vernetzten Lieferketten, Computer Vision und Automated Guided Vehicles gibt es eine Vielzahl an Beispielen. Die genannten Anwendungsfälle haben hierbei eines gemeinsam: Sie alle erfordern die Erfassung, Verarbeitung, Speicherung und Analyse riesiger Datenmengen, um die datengesteuerte Entscheidungsfindung voranzutreiben.
Der Autor: Christian Lutz ist CEO und Co-Founder von Crate.io
(Bild: Crate.io)
Eine entscheidende Rolle im IIoT nimmt Datenverarbeitung ein. Sie ermöglicht den Unternehmen, aus den Daten effizient skalierbare und performante Werte zu gewinnen. Doch obwohl die Datenbanktechnologie damit das Herzstück der digitalen Transformation ist, scheitern derzeit mehr als 70 Prozent der IoT-Projekte. Die Hauptgründe: der Mangel der erforderlichen Fähigkeiten und die technischen Herausforderungen bei der Implementierung effektiver Infrastrukturen. Denn längst nicht jedes System ist geeignet, einen möglichst zeitgemäßen und zugleich zukunftsgerichteten Übergang weg von den von traditionellen Infrastrukturen zu gewährleisten.
Doch warum stellen Daten aus dem Industriesektor eine solche Herausforderung dar?
Um die Frage des „Warum“ genau beantworten zu können, reicht fast schon ein Blick auf die Dimensionen dieser Daten. Denn ihr Umfang, aber auch ihre Form, unterscheidet sich stark von denen der Legacy- und Web-Scale-Daten. Die Größenordnung von Maschinendaten im IIoT-Maßstab ist gleichermaßen logisch wie auch schwer erfassbar. Man stelle sich eine Fabrik mit mehreren tausend Sensoren vor, die aktiv Daten von zehntausenden verschiedenen Sensortypen sammeln. Hier endet die Reihe aber noch nicht, denn selten ist nur von einer Fabrik die Rede – im Gegenteil: Stellen Sie sich eine Organisation vor, die 100 solcher Fabriken auf der ganzen Welt betreibt. Das sind dann sehr schnell sehr viele Daten. Doch die IIoT-Datenbankimplementierung muss diese nicht nur irgendwie sammeln, sondern auch eine Echtzeit-Datenanalyse ermöglichen, damit diese Daten ausgewertet, auf etwaige Fehler reagiert und zugleich Optimierungen für zukünftige Szenarien vermerkt werden können.
Leider beantwortet das allein noch nicht das Warum. Das andere Problem ist die Vielfalt der IIoT-Daten. IIoT-Sensordaten werden normalerweise als verschachteltes JSON-Dokument gespeichert. Es gibt auch relationale Daten wie Artikel- und Produktinformationen, Chargeninformationen, Topologie, Firmware usw., die alle mit Sensordaten korreliert und kontextualisiert werden, damit diese eine exakte und nutzbare Auswertung und Weiterverarbeitung erlauben. Darüber hinaus generiert das IIoT Volltext-Zeitreihendaten mit Zeitstempeln für die Verfolgung von Prozessen, georäumliche Daten mit den Koordinatendatenpunkten von sich bewegenden Geräten, Bilddaten, die zur Überprüfung des Produktzustands verwendet werden, und andere Multimedia-BLOB-Daten.
Da kommt also einiges zusammen und diese Dimension ist nicht etwa ein Sonderfall, sondern eher die sekündliche Normalität. Daher sollte eine Datenbank dazu in der Lage sein, eine solche Datenmenge ebenfalls als Normalität behandeln zu können, da es unter Umständen auch hier eher zu Steigerungen in der Zukunft kommt.
Und daher bieten sich herkömmliche Datenbanken nicht an
Wer versucht, diese traditionellen Datenbanken anzuwenden, bemerkt schnell deren Unzulänglichkeiten: Da die traditionellen Datenbanken mit ihren Legacy-Architekturen nicht für IIoT-Anwendungsfälle optimiert sind, gibt es diverse Unzulänglichkeiten. Zum einen sind herkömmliche SQL-Datenbanken wie Oracle und MySQL teuer in der Skalierung und nicht auf das hohe Datenvolumen und die Abfragekomplexität vorbereitet, die mit IIoT-Anwendungsfällen einhergehen. Gleichzeitig sind traditionelle NoSQL- und NewSQL-Datenbanken wie MongoDB und Apache Cassandra aus der Entwicklungsperspektive einladend, weil sie einfach zu bedienen sind. Da sie jedoch sowohl eine komplexe Verwaltung als auch spezialisierte Fachkräfte erfordern, verursachen sie enorm hohe Personal- und Verwaltungskosten. Und dabei erfüllen diese Datenbankoptionen weder die IIoT-Leistungsanforderungen, noch sind sie als NoSQL- und NewSQL-Lösung gut in SQL-gebundene Industrial Engineering Stacks integrierbar.
Ein weiteres Problem ist die verteilte Architektur. Oder besser: das Fehlen eben dieser. Zeitreihendatenbanken, wie beispielsweise InfluxDB und Timescale, weisen keine vollständig verteilten Architekturen auf. Joins, Subselects und Aggregationsabfragen werden nicht vollständig verteilt implementiert, was es erschwert, die Rechenleistung horizontal zu skalieren, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Mit anderen Worten, sind sie nicht für die Ausführung hochgradig gleichzeitiger Arbeitslasten ausgelegt. Dabei ist das sogar logisch, denn viele Zeitreihendatenbanken wurden speziell für das klassische IoT entwickelt, nicht für das schiere Ausmaß des industriellen IoT, das typischerweise um Größenordnungen größer und komplexer ist als andere Zeitreihen-Arbeitslasten, wie sie z. B. bei der Überwachung von IT-Systemen auftreten.
Die logische Konsequenz
Das IIoT erfordert unbegrenzte Skalierbarkeit. IIoT-Lösungen reichen leicht bis in den Terabyte-Bereich und können sogar Petabytes an Daten nutzen. Eine Datenbank muss nicht nur dieses Volumen bewältigen, sondern auch die Leistungsanforderungen auf der Rechenseite erfüllen – Stichwort Dynamik und Skalierbarkeit. Die Datenbank benötigt ein vielseitiges Datenmodell, das in der Lage ist, all die verschiedenen Arten von Daten zu speichern, die das IIoT erfordert. Die CrateDB ist hierbei eine interessante Alternative für „IIoT at scale“. Der Datenbank gelingt es mühelos, die oft in Stapeln gelieferten Analysedaten in Echtzeit in das System aufzunehmen, indem sie den Sperr-Overheads, den solche Stapel-Dateien oft mit sich bringen, für den Schreibvorgang entfernt. Damit ermöglicht sie dem System die Verarbeitung und die Analyse von massiven IoT-Datenmengen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Schließlich müssen IIoT-Einsätze leicht zu integrieren und zu betreiben sein und gleichzeitig unter dem Gesichtspunkt der Gesamtbetriebskosten (TCO) effizient sein. Wenn Industrieunternehmen Datenbanken implementieren, die speziell für das IIoT entwickelt wurden, sind die Ergebnisse verblüffend: eine um 70 Prozent niedrigere TCO ist durchaus im Bereich des Möglichen, während gleichzeitig eine 100-fach höhere Leistung und das Potenzial für eine Multi-Petabyte-Skala erreicht wird.