Intelligent automatisierte Prozeduren, beispielsweise im IT-Umfeld, leisten einen wichtigen Beitrag zu attraktiven Arbeitsplätzen. Sie sorgen für die Zufriedenheit und Bindung des vorhandenen Personals, sind aber auch geeignet, neue qualifizierte Mitarbeitende für das Unternehmen zu gewinnen. Zur Realisierung eines solchen Umfelds stellen AIOps-Plattformen mit ihren flexiblen Anpassungsmöglichkeiten eine optimale Arbeitsumgebung bereit, die monotone Tätigkeiten weitgehend überflüssig macht.
AIOps kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, einen Arbeitsplatz auch bei neuen Anforderungen dauerhaft attraktiv zu halten.
Beim Thema Automatisierung, insbesondere im industriellen Umfeld, denkt man vermutlich zuerst an die Automatisierung von Produktionsanlagen und –maschinen. Als zweiter Gedanke taucht dann ebenso wahrscheinlich das Argument vernichteter Arbeitsplätze auf. Schaut man jedoch genauer auf die Chancen und Methoden der Automatisierung, entsteht ein anderes Bild. Denn auch im IT-Umfeld wird die Automatisierung zu einem bestimmenden Faktor. Und anstatt Arbeitsplätze wegzurationalisieren, geht es hierbei vielmehr darum, die Arbeit interessanter zu machen, um die Mitarbeitenden durch Motivation an sich zu binden und – angesichts des herrschenden Fachkräftemangels mindestens ebenso wichtig – um neues, qualifiziertes Personal für das Unternehmen zu gewinnen. Aber wie kann ausgerechnet die Automatisierung hierzu ihren Beitrag leisten?
Automatisierung als Teil der Unternehmenskultur
Im IT-Bereich, wie auch in vielen anderen Arbeitsszenarios, gehören monotone, wiederkehrende Arbeiten nicht gerade zu den Favoriten der Mitarbeitenden. Solche Arbeiten führen zu Langeweile, Unterforderung und letztlich zur Frustration, sodass sie weitgehend vermieden werden sollten. Und es sind gerade die besten und fähigsten Mitarbeitenden, die am schnellsten unzufrieden werden, wenn sie sich unterfordert fühlen. Ein Arbeitgeber, der seinem Personal möglichst wenig davon zumutet, vermeidet die Abwanderung seiner wichtigsten Kräfte. Und da sich in der Branche vieles schnell herumspricht, steigt zugleich die Attraktivität des Unternehmens für neues, qualifiziertes und spezialisiertes Personal.
Attraktivität im doppelten Sinn
Genau betrachtet, leistet die Automatisierung sogar zweifach ihren Beitrag zu einem interessanten Arbeitsumfeld. Zum einen bildet die Automatisierung selbst, aber auch der Weg zur Realisierung der Automatisierung einen spannenden Aufgabenbereich, der interessante Herausforderungen bereithält. Denn wenngleich viele erhältliche Lösungen bereits vorgefertigte Funktionen zur Automatisierung bestimmter Arbeiten enthalten, bleibt immer noch genug zu tun, um diese Automatisierungsfunktionen möglichst exakt auf die jeweiligen unternehmensspezifischen Anforderungen zuzuschneiden. Darüber hinaus ist es in der Regel notwendig, diese Funktionen zu erweitern oder sogar völlig neue Lösungen zu entwickeln. Hier können die Experten und Spezialisten ihre ganze Kreativität spielen lassen – Langeweile ausgeschlossen!
Zum anderen stellt die Automatisierung ein wichtiges Vehikel dar, um die Motivation der Teams hoch zu halten. Denn wie bereits erläutert, ist es der Motivation wenig zuträglich, wenn immer wieder dieselben, monotonen und demzufolge letztlich frustrierenden Routinen ausgeführt werden müssen – von einer Bindung an das Unternehmen oder gar Identifikation mit dieser Arbeit gar nicht zu reden. Im Gegenteil ist es sehr wahrscheinlich, dass die davon betroffenen Mitarbeitenden längst die „innere Kündigung“ ausgesprochen haben und sich nach interessanteren Arbeitsfeldern umschauen.
Abhilfe schafft auch hier eine möglichst weitgehende Automatisierung dieser wiederkehrenden Routinen. Denn wenn die Automatisierung diese Aufgaben übernimmt, haben die Teammitglieder wieder Ressourcen frei, um sich immer wieder neuen Anforderungen und interessanten Problemstellungen zuwenden können. Nur auf diese Weise bleibt ein Arbeitsplatz dauerhaft attraktiv und sorgt für zufriedene Mitarbeitende.
AIOps-Plattformen als Infrastruktur für Automatisierung
Einen wichtigen Beitrag hierzu kann die sogenannte „AIOps“ leisten: Der von Gartner geprägte Begriff steht für „Artificial Intelligence for IT Operations“ und beschreibt Plattformen, die Künstliche Intelligenz (KI), Maschinelles Lernen (ML) und Big Data verwenden, um den IT-Betrieb eines Unternehmens zu überwachen, zu optimieren – und zu automatisieren. Zu diesen AIOps-Plattformen gehören beispielsweise solche mit einem Schwerpunkt zur Überwachung und Verwaltung von SAP-Landschaften. Sie bilden eine zentrale Infrastruktur, die bereits alle Komponenten zur Verfügung stellt, mit deren Hilfe Automatisierungsfunktionen auf einfache Weise aufgebaut, getestet und ausgerollt werden können.
Stand: 08.12.2025
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Damit die Mitarbeitenden diese Plattformen aber auch akzeptieren und deren Potenzial vollständig ausschöpfen, müssen sie in die Lage versetzt werden, Änderungen und Erweiterungen niederschwellig vorzunehmen. Das heißt, diese Interaktion mit der Plattform sollte im Idealfall ganz ohne Programmierung durch reine Konfiguration möglich sein bzw. Programmcode nur in begrenztem Umfang erfordern. Im ersteren Fall, auch mit „No-Code“ bezeichnet, erfolgt die Interaktion mit den Funktionen der Plattform über geeignete Eingabemasken, grafisch-visuelle Entwicklungswerkzeuge, Vorlagen, Auswahllisten oder Assistenten, um eine automatisierte Umgebung aufzubauen. Das letztere Szenario wird häufig mit dem Begriff „Low-Code“ beschrieben. Hier werden zwar textbasierte Scripte verwendet, dennoch ist es über einfach zu benutzende Schnittstellen und Softwareobjekte leicht möglich, mit der Plattform zu interagieren.
In beiden Fällen lautet das Zauberwort „niederschwellig“. Mögliche Hürden, die ein aktives Mitdenken und Agieren verhindern, gilt es zu beseitigen. Oder anders ausgedrückt, die Mitarbeitenden werden ermutigt, selbst kreativ zu werden, und können ihre Wünsche und Ideen in Eigeninitiative umsetzen. Sie werden zu sogenannten „Citizen Developers“, die ohne Programmierkenntnisse mittels No-Code- oder Low-Code-Automatisierung digitale Abläufe erstellen und so quasi nebenbei an der digitalen Transformation eines Unternehmens mitwirken. Somit ist die Plattform keine anonyme Blackbox, sondern basiert zumindest zum Teil auf ihren eigenen Vorstellungen. Eine Identifikation mit der eigenen Arbeit – und damit eine Bindung an das Unternehmen – wird damit deutlich wahrscheinlicher.
AIOps-Plattform im SAP-Umfeld
Bei der Verwaltung von SAP-Landschaften fallen immer wieder Aufgaben an, die zuweilen monotone, wiederkehrende Routinen enthalten. Deren Automatisierung befreit die Teams von langweiligen Tätigkeiten, bei denen sich die Verantwortlichen nicht selten unterfordert fühlen. Das bedeutet, sie können sich anderen, interessanteren Aufgaben widmen. Das kann die Optimierung von Überwachungsfunktionen sein oder die Anpassung bzw. Erstellung von Berichten zur Leistung und Stabilität des Systems. Oder sie entwickeln neue Lösungen zur Automatisierung weiterer Bereiche. Mit anderen Worten, die Automatisierung befruchtet sich gewissermaßen selbst, indem sie Ressourcen für mehr Kreativität freisetzt.
So kann zum Beispiel mittels Low-Code die Überwachung von geschäftsrelevanten Daten in SaaS-Applikationen automatisiert werden. Eine weitere attraktive Aufgabe wäre der Aufbau von Integrationen auf ITSM-Plattformen, die bestimmte Services ermöglichen – beispielsweise eine Systemkopie zu erzeugen oder einen Benutzer anzulegen. Das könnte dann im Hintergrund einen automatisierten Workflow auslösen, dessen Status wiederum an die ITSM Lösung zurückgegeben wird. Auf diese Weise würde eine durchgehende Automatisierung entstehen.
Fazit
Bernd Engist ist CTO bei Avantra.
(Bild: Avantra)
In Zeiten eines akuten Fachkräftemangels sollten Unternehmen nichts unversucht lassen, um ihre wertvollste Ressource, ihr Personal, an sich zu binden – und neue, qualifizierte und spezialisierte Mitarbeitende für sich zu gewinnen. Mit AIOps-Plattformen und deren integrativen Möglichkeiten zur Automatisierung kann das gelingen, indem einerseits monotone Arbeiten durch automatisierte Abläufe ersetzt werden und andererseits neue, interessante Aufgabenfelder geschaffen werden, in denen die Mitarbeitenden ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Auf diese Weise schaffen Unternehmen ein Arbeitsumfeld, das eine unerwünschte Personalfluktuation unterbindet und „gute Leute“ magisch anzieht.(mbf)
* Bernd Engist ist der Chief Technology Officer von Avantra. Seit der Gründung von Avantra vor 21 Jahren ist Bernd Engist für die technologische Vision und die Produktentwicklung verantwortlich und sorgt für Innovation und Qualität. Bernd Engist hat einen MA in Elektrotechnik und Elektronik vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).