Codex könnte das Ende der IDE näherbringen OpenAI startet Agent für Softwareentwicklung

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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OpenAI stellt mit Codex einen KI-Agenten vor, der Softwareentwicklung als Service denkt. Das Modell kombiniere parallele Aufgabenbearbeitung, eigenständige Pull Requests und selbstkorrigierende Tests. Codex könnte die Art, wie Code entsteht, grundlegend verändern – und beschleunigen.

Codex von OpenAI automatisiert komplette Entwicklungsaufgaben. Der Unterschied zu GitHub Copilot liegt in Eigenständigkeit und Task-Steuerung.(Bild:  OpenAI)
Codex von OpenAI automatisiert komplette Entwicklungsaufgaben. Der Unterschied zu GitHub Copilot liegt in Eigenständigkeit und Task-Steuerung.
(Bild: OpenAI)

OpenAI erweitert sein Agenten-Portfolio um ein Modell für Softwareentwickler. Der neue Dienst „Codex“ ist laut Unternehmensangaben in der Lage, verschiedene Entwicklungsaufgaben eigenständig zu übernehmen – darunter das Schreiben neuer Features, das Beantworten von Code-Fragen, die automatische Fehlerbehebung sowie das Erstellen von Pull Requests. Jede Aufgabe läuft dabei in einer isolierten Cloud-Umgebung, die mit dem Projekt-Repository des Nutzers vorab bestückt ist.

Der Start erfolge als „Research Preview“ für ausgewählte Nutzer. Codex richte sich an Entwickler, die Aufgaben auslagern und beschleunigen wollen.

Codex wird aktuell von Unternehmen wie Cisco, Temporal, Superhuman und Kodiak getestet. Die Einsatzbereiche reichen von Refactoring bestehender Codebasen bis zur automatisierten Generierung von Unit Tests. Laut OpenAI beschleunigen erste Tests den Entwicklungsprozess deutlich.

Copilot hilft – Codex übernimmt

Herzstück des Systems ist das Modell codex-1 – eine speziell für Software-Engineering optimierte Variante von OpenAI o3. Trainiert wurde es mit Reinforcement Learning an realen Coding-Prozessen. Dabei lag der Fokus auf drei Punkten: möglichst menschliche Schreibweise, realistische Pull-Request-Struktur und ein robustes Test-Verhalten. Der Agent führt Tests wiederholt aus und passt seinen Code iterativ an, bis die Ausführung fehlerfrei verläuft.

OpenAI spricht in diesem Zusammenhang von einer „agent-nativen“ Zukunft des Codings. Gemeint ist: KI-Modelle sollen nicht länger Vorschläge liefern, sondern in Entwicklungsprozesse direkt eingebunden sein – als Akteure, nicht als Werkzeuge.

Technik unter der Haube: Reinforcement Learning im Code-Kontext

Technisch basiere Codex auf dem Modell codex-1, einer für Software Engineering angepassten Version von OpenAI o3. Das Modell wurde mit realen Coding-Aufgaben aus unterschiedlichsten Umgebungen trainiert, so OpenAI. Und es könne dabei nicht nur natürliche Sprache in Code übersetzen, sondern auch Stilpräferenzen in Pull Requests erkennen und wiedergeben. Automatisierte Testläufe sollen dabei so lange wiederholt werden, bis sie erfolgreich abgeschlossen sind.

Die Sandbox-Architektur ermögliche eine getrennte Ausführung, ohne das Original-Repository zu verändern. Dadurch bleibt der Kontext erhalten, während Codex spezifische Aufgaben isoliert lösen kann.

Codex als Teil einer größeren Bewegung

Codex ist nicht OpenAIs erster Spezialagent. Bereits zuvor hatte das Unternehmen mit Operator und Deep Research zwei KI-Systeme veröffentlicht, die eigenständig Informationen beschaffen oder im Web agieren können. Mit Codex geht OpenAI nun den Schritt in Richtung produktionsreifer Entwicklungsagenten.

Aktuell wird Codex an ChatGPT-Pro-, Enterprise- und Team-Accounts ausgerollt. Plus- und Edu-Konten sollen bald folgen. Der Langzeiteffekt auf die Softwareentwicklung bleibt offen – der Impuls jedoch ist deutlich: Programmieren könnte in Zukunft weniger mit Schreiben, sondern mehr mit Steuern zu tun haben.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Bigdata-Insider.de.

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