Modellierung

Model Driven Software Engineering 2.0

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3. Sieben Thesen und deren praktische Umsetzung

Im Folgenden werden die einzelnen Thesen vorgestellt. Kurze praxisbezogene Erläuterungen verdeutlichen die Hintergründe und erläutern Best Practice Empfehlungen als auch Negativbeispiele und Irrwege. Sie sollen als Anregung aber auch zur Reflexion und Bewertung der eigener, bisher praktizierten Ansätze und Vorgehensweisen dienen.

1) INTEGRIERE STAKEHOLDER – durch, für die Domäne passende Abstraktionen, Notationen und Sichten.

  • Modelle sollen für Mitwirkende und Verantwortliche passend verständlich und übersichtlich sowie erkenntnisgewinnend sein.
  • Die Verwendung dieser soll das Projektverständnis erhöhen und vereinfachen und Missverständnisse und Verkomplizierungen vermeiden.

2) STREBE LANGLEBIGE MODELLEN AN - durch die richtigen Abstraktionen, Separierung von Belangen und angemessene Style Guides.

  • Modelle sollen von der Idee und den Anforderungen bis zur Generierung der Outcomes (z.B. Quell-Code, Hilfsmitteln, Dokumentationen) sich entwickeln und einzig maßgeblich sein.
  • Modelle bzw. Modellteile sollen derartig gestaltet sein (abstrakt, eindeutig), dass eine Wiederverwendung anderweitig ohne Veränderung möglich ist.

3) ERSTELLE VALIDIERBARE, TRANSFORMIERBARE UND AUSFÜHRBARE MODELLE - durch semantisch wohldefinierte Sprachen für funktionale und nichtfunktionales Aspekte

  • Modelle sollen in einer derartigen Sprache beschreiben sein, dass diese maschinell eindeutig in andere Formen (z.B. Sichten, Auszüge, ...) überführt werden können, ohne dabei Informationen zu verändern.
  • Der Umfang sollte dabei möglichst umfassend und detailliert sein um damit Prüfungen oder direkt ausführbaren Code oder Simulationen zu erzeugen.

4) FRONT-LOADING - verwende Modelle für frühzeitigen Erkenntnisgewinn

  • Modelle sollen von möglichst von Beginn ab, z.B. in der Findung von Ideen und Anforderungen zum Einsatz kommen.
  • Vorteilhafterweise bieten diese verschiedene Sichtweise bis hin zu realistischen Simulationen.

5) VERMEIDE DUPLIKATION UND UNNÖTIGE WIEDERHOLUNGEN - durch Automatisierung und Integration von Modellen verschiedener Aspekte

  • Modelle sollten möglichst jede Art von Informationen an jedoch nur einer Stelle beinhalten. Eine Vervielfältigung/Mutation sollte rein durch Referenzierung/Vererbung erfolgen.
  • Modelle und deren Anwendungsart (Profile) sollen konsequent eine Redundanz von Informationen vermeiden durch z.B. Visualisierung und damit Wiederverwendung.

6) MACHE MODELIERUNG LEICHT ZUGÄNGLICH - mittels skalierbarer, benutzerfreundlicher, und leicht erlernbarer Werkzeuge und Infrastruktur

  • Modellbasierte Werkzeuge (Editoren, Versionierung, Generatoren) sollten verständlich und leicht einsetzbar sein, sowie anderweitige, nicht modellbasierte Aspekte/Informationen abbilden können.
  • Komplizierte, unpassende (bzgl. Domäne), übertrieben umfangreiche Werkzeuge bzw. Werkzeugketten sollten vermieden werden.

7) ETABLIERE EINE MODELLIERUNGSKULTUR - durch Ausbildung, Training und Integration mit dem Entwicklungsprozess

  • Die modellbasierte Entwicklung soll als die Standardmethode verstanden, und der Umgang damit auch von Führungsebenen entsprechend favorisiert und ausreichend geschult und unterstützt werden.

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