Funktionale Sicherheit: Schneller erfolgreich zertifiziert

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Die Wirtschaftlichkeit der Methoden überprüfen

Im agilen Entwicklungsprozess stellen Praktiken konkrete Handlungen dar, welche die Prinzipien umsetzen. Darunter fallen das Feature Driven Development ebenso wie die Continuous Integration (Bild 2). An dieser Stelle ist der TÜV Rheinland in die Entwicklungsaktivitäten einbezogen worden. Die gemeinsamen zyklischen Termine wurden genutzt, um die aktuelle Entwicklung zu präsentieren. Darüber hinaus reflektiert das Team in regelmäßigen Abständen, wie es effektiver werden kann, und passt sein Verhalten oder die eingesetzten Methoden entsprechend an.

Im Rahmen der agilen Entwicklung wurde der TÜV Rheinland von Anfang an regelmäßig in den gegenwärtigen Entwicklungsstand eingebunden. So konnten die Mitarbeiter des Prüfinstituts dem Phoenix Contact-Team bereits in einem frühen Stadium der Produktentwicklung eine Rückmeldung sowohl zum Konzept als auch zu den einzelnen Funktionen des Software-Produkts geben. Dabei muss der TÜV Rheinland dafür sorgen, dass die Funktionen den Anforderungen der relevanten Normen entsprechen.

Bildergalerie

Das Feedback wurde hauptsächlich in Protokollen festgehalten, die von den Mitarbeitern des Prüfinstituts erstellt worden sind. Bei einem derart komplexen Projekt mit einer Entwicklungsdauer von rund drei Jahren hat dieses Vorgehen den Vorteil, dass wichtige Fragestellungen rechtzeitig mit dem Hersteller erörtert werden können.

Auf diese Weise ist eine Engineering-Umgebung zur Programmierung von Steuerungen gemäß IEC 61131-3 entstanden, mit der gleichzeitig sicherheitsbezogene Anwenderapplikationen in den aus der IEC 61131-3 bekannten Sprachen Kontaktplan und Funktionsbausteinsprache erzeugt werden können (Bild 3). Durch die Verwendung der Standard-Editoren ergibt sich für den Anwender hinsichtlich der Bedienung kein Unterschied in der Art, wie die Applikationen generiert werden.

Weichenstellung für die Weiterentwicklung

Aufgrund des genutzten Konzepts der fehlererkennenden Maßnahmen wird sichergestellt, dass die sicherheitsbezogenen Daten durch vorhandene Mechanismen geprüft und Fehler erkannt werden. Zusätzliche Funktionen, wie die Signalpfad-Analyse und der Hintergrund-Syntax-Check, erleichtern die Erstellung von sicherheitsbezogenen Anwenderapplikationen. Mit den netzwerkgranularen Prüfsummen kann der Anwender bei Modifikationen einfach nachweisen, an welcher Stelle er in seiner sicherheitsbezogenen Anwenderapplikation Änderungen vorgenommen hat und welche Stellen gleich geblieben sind.

Der interaktive und intensive Austausch zwischen den Sachverständigen des TÜV Rheinland sowie den Mitarbeitern von Phoenix Contact hat zu einer zügigen Klärung offener Punkte und Diskussionen geführt sowie dabei eine effektive Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen ermöglicht. Für die Weiterentwicklung des Systems wurden schon jetzt weitere Termine abgestimmt. Damit sind die Weichen für bis zu vier Freigaben und den mit ihnen einhergehenden Zertifizierungen durch den TÜV Rheinland gestellt.

Modulare Software-Plattform PC Worx Engineer

Die Kombination aus offener Steuerungsplattform, modularer Engineering-Software und systemischer Cloud-Integration macht Unternehmen fit für die Zukunft der Automation. Mit PC Worx Engineer stellt Phoenix Contact eine Engineering-Umgebung für seine Steuerungsplattform PLCnext Technology zur Verfügung, die Entwicklungszeiten verkürzt und Produktionsprozesse in kurzer Zeit an geänderte Rahmenbedingungen anpasst. Dazu vereint das Tool neben der Programmierung in IEC 61131-3 die Konfiguration, Visualisierung und Diagnose in einem Gesamtsystem.

Aufgrund der Wiederverwendbarkeit von anwenderspezifischen Automatisierungsmodulen werden Zeit und Geld beim Aufbau der Automatisierungsstruktur reduziert sowie Fehler vermieden. Erstmals ist die sichere Programmierung vollkommen in das Tool eingebunden worden. Der Anwender muss sich somit nicht mit unterschiedlichen Editoren und Software-Produkten auseinandersetzen. Das spart Einarbeitungszeit und vereinfacht die Programmierung. Auch Security-Aspekte sind an allen Stellen in die Engineering-Umgebung eingeflossen.

Eine verbesserte User-Führung, aufgeräumte Oberflächen sowie individuell adaptierbare Funktionen runden PC Worx Engineer ab. Die Grundversion der Plattform ist kostenfrei. Die Software lässt sich jedoch durch Funktions-Add-ins erweitern, sodass der Anwender nur die Funktionen bezahlt, die er tatsächlich benötigt. Auf diese Weise kann er schnell und einfach seine individuelle Engineering-Umgebung erstellen.

* Konstantin Rudnizki ist Prüfingenier beim TÜV Rheinland Industrie Service in Köln. Carsten Kolodziej ist Marketing Manager PLC-Software bei Phoenix Contact Electronics in Bad Pyrmont. Harry Koop ist Manager Software bei Phoenix Contact Software in Lemgo.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:45268548)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung