Cybersecurity-Untersuchung Das sind die drei bekanntesten Cyber-Gefährder in Europa

Quelle: Blackberry 3 min Lesedauer

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Immer häufiger geraten auch kritische Infrastrukturen wie das Gesundheitswesen ins Fadenkreuz von Cyberkriminellen und ihren Ransomware-Angriffen. Der Security-Anbieter Blackberry zeigt in einer neuen Untersuchung, welche drei Angreifer am häufigsten zuschlagen.

Ransomware-Attacken können für Industrieunternehmen hohen finanziellen Schaden verursachen. Zunehmend gerät aber auch die sogenannte kritische Infrastruktur, also zum Beispiel das Gesundheitswesen, in den Fokus der Angriffe.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Ransomware-Attacken können für Industrieunternehmen hohen finanziellen Schaden verursachen. Zunehmend gerät aber auch die sogenannte kritische Infrastruktur, also zum Beispiel das Gesundheitswesen, in den Fokus der Angriffe.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

IT-Sicherheit ist für Unternehmen wichtiger denn je – und eine permanente Herausforderung. Laut Angaben des Anbieters verhinderten die Cybersecurity-Lösungen von Blackberry zwischen Januar und März 2024 weltweit mehr als 3,1 Millionen Cyberangriffe.

Bei den konkreten Bedrohungen stehe Ransomware an erster Stelle. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stuft sie weiterhin als die größte Cyberbedrohung in Deutschland ein. Viele Kriminelle und organisierte Banden nutzen Ransomware aus finanzieller Motivation und nehmen weltweit Unternehmen jeder Größe und aus allen Branchen ins Visier. Das kanadische Unternehmen gibt einen Überblick darüber, welche Gruppen in der EMEA-Region aktiv und von Bedeutung sind.

Gerade im Gesundheitswesen sei eine Zunahme von Ransomware-Angriffen zu beobachten. Aufgrund der großen Menge von sensiblen Patientendaten und der potenziell schwerwiegenden Folgen einer Unterbrechung der medizinischen Versorgung sehen Bedrohungsakteure das Gesundheitswesen als vielversprechendes Ziel. Denn der Verkauf von Patientendaten im Darkweb könne viel Geld einbringen. Außerdem stehen Leistungserbringer nach einem erfolgreichen Angriff unter Druck, der Lösegeldforderung nachzugeben, da ein anhaltender Ausfall der eigenen IT-Systeme die Gesundheit von Menschen gefährdet. Aus diesen Gründen legen Ransomware-Gruppen voraussichtlich auch in Zukunft einen Fokus auf das Gesundheitswesen.

Bedeutende Akteure der Szene

Nach eigenen Angaben führt Blackberry zum ersten Mal in einem Global Threat Intelligence Report je nach geografischer Region die relevanten Ransomware-Gruppen auf. Im Berichtszeitraum von Januar bis März 2024 zählen in der EMEA-Region diese Bedrohungsakteure dazu:

  • Hunters International:
    Bietet nicht nur in einem Wirtschaftsraum, sondern weltweit Ransomware as a Service (RaaS). Das Verbrechersyndikat soll seit Ende 2023 existieren und gehöre seit Anfang 2024 zu den bekannten Akteuren der Szene. Wahrscheinlich ging es aus der Ransomware-Gruppe Hive hervor, die Anfang 2023 von den Strafverfolgungsbehörden zerschlagen wurde.
    Nach einem erfolgreichen Angriff nutzt Hunters International die Methode der doppelten Erpressung. Die Kriminellen verschlüsseln zunächst die Daten des Opfers und fordern ein Lösegeld. Später drohen sie mit der Veröffentlichung der Daten und verlangen noch einmal Geld.
  • 8Base:
    Trat laut Blackberry erstmals im Jahr 2022 in Erscheinung und erlangte Ende 2023 große Bekanntheit. Die sehr aktive und aggressive Ransomware-Gruppe vertraut auf eine Vielzahl von Taktiken, Techniken und Verfahren. Sie nutzt neu entdeckte Schwachstellen häufig schnell aus und setzt verschiedene Ransomware-Varianten ein, einschließlich Phobos. Phobos arbeitet ebenfalls als RaaS-Modell und werde seit Mai 2019 gegen unterschiedliche Bereiche eingesetzt, dazu zählen Behörden, das Gesundheitswesen und der Bildungssektor.
  • Play:
    Tauchte auch im Jahr 2022 auf und wende mithilfe von Ransomware ebenfalls die Methode der mehrfachen Erpressung an. Gestohlene Daten speichert die Gruppe auf einer Website im Tor-Netzwerk. Anschließend droht sie, alles zu veröffentlichen, wenn die Lösegeldzahlung nicht erfolgt. Oft zielt Play auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ab – aktuell vor allem in Nordamerika, aber auch in der EMEA-Region.
    Für die Erkundung eines Netzwerks und die laterale Bewegung setzen die Kriminellen nach Angaben von Blackberry hauptsächlich auf vorgefertigte Lösungen, wie zum Beispiel Cobalt Strike, Empire und Mimikatz.
    Noch vor Ransomware komme zudem Grixba zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine selbst entwickelte Lösung zur Analyse von Netzwerken und Informationsdiebstahl.

Ransomware-Gruppen finden immer wieder neue Wege, um traditionelle Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Neue Schwachstellen nutzen sie direkt aus. Deshalb kommt es stets auf die richtigen Gegenmaßnahmen und aktuelle Sicherheitssysteme an.
Der aktuelle Global Threat Intelligence Report steht hier zum Download bereit.

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