Serie „Requirements Engineering für KMU“ – Teil 2 Anforderungstypen im Requirements Engineering

Von Stefan Lange und Moises Lorenzo-Leon* 3 min Lesedauer

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Requirements Engineering kann insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen in der Elektronikindustrie eine entscheidende Rolle spielen. Doch wer ein solides Requirements Engineering auf die Beine stellen möchte, sollte zunächst die verschiedenen Anforderungstypen kennen, die hierfür zu beachten sind.

Anforderungstypen im Requirements Engineering: Aufteilung der Systemanforderungen in Subkategorien.(Bild:  Heitec)
Anforderungstypen im Requirements Engineering: Aufteilung der Systemanforderungen in Subkategorien.
(Bild: Heitec)

Wir beginnen mit den unterschiedlichen Abstraktionsebenen von Anforderungen.

Auf oberster Abstraktionsebene stellen Business Requirements die Geschäftsziele und Bedürfnisse eines Unternehmens dar, die durch den Einsatz eines oder mehrerer Systeme erreicht werden sollen. Hinzu kommen die Wünsche und Bedarfe der Stakeholder, die vom System erfüllt werden sollen. Die wichtigsten Stakeholder sind die Nutzer des Systems. Deren Anforderungen werden auch als User Requirements bezeichnet.

Abstrahiere und herrsche

Abstraktionsebenen von Anforderungen (ISO 29148).(Bild:  Heitec)
Abstraktionsebenen von Anforderungen (ISO 29148).
(Bild: Heitec)

Eine Abstraktionsebene tiefer beschreiben die System Requirements die Funktionsweise und das Verhalten eines Systems – etwa zu beobachten an der Schnittstelle zwischen System und seiner Umgebung.

Besteht ein System aus mehreren technischen Domänen, wie Hardware, Software oder Mechanik können deren Anforderungen unterhalb der System Requirements als weitere Abstraktionsebene dargestellt werden.

System Requirements

Die im Kontext der Produktentwicklung relevanteste Abstraktionsebene ist die der System Requirements. Systemanforderungen lassen sich neben ihrer optionalen Aufschlüsselung in die einzelnen Domänen in drei Kategorien unterteilen:

• Funktionale Anforderungen (functional requirements)

• Qualitätsanforderungen / nicht-funktionale Anforderungen (quality requirements / non-functional requirements)

• Randbedingungen (constraints)

Funktionale Anforderungen beziehen sich auf ein Ergebnis oder ein Verhalten, das durch die Funktionalität eines Systems erzeugt werden soll. Dazu gehören ebenfalls Anforderungen an Struktur und Daten oder die Interaktion eines Systems mit seiner Umgebung. Diese Anforderungen sind am häufigsten anzutreffen und daher auch diejenigen, mit denen die Beteiligten am besten vertraut sind.

Im Vergleich dazu umfassen Qualitätsanforderungen Aspekte, die nicht durch funktionale Anforderungen definiert werden, wie zum Beispiel Leistung, Verfügbarkeit, Sicherheit oder Zuverlässigkeit. Mit diesen Punkten werden wir uns im weiteren Verlauf noch näher befassen.

Randbedingungen (constraints) hingegen sind Anforderungen, welche die Lösungsmöglichkeiten über die vorgegebenen funktionalen Anforderungen und Qualitätsanforderungen hinaus begrenzen. Beispiele hierfür sind rechtliche, organisatorische, kulturelle, ökologische und physische Faktoren sowie Budget oder Zeitpläne.

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Bereits dieser kurze Abriss gibt einen Einblick in Facettenreichtum des Requirements-Engineerings. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen mit limitierten Ressourcen ist es schwierig, alle Kriterien zu erfassen, zu koordinieren und umzusetzen. Daher ist es von Vorteil, wenn Anforderungsspezifikationen nach gängigen Standards des Requirements-Engineerings formuliert werden. Als erfahrener Entwicklungspartner bietet HEITEC nicht nur Hilfestellung bei der Formulierung von Anforderungen. Die ausgebildeten Requirements- und Systemingenieure von HEITEC betreuen Sie über den gesamten Verlauf der Produktentwicklung als kompetente Ansprechpartner.

Im nächsten Beitrag dieser Serie beschäftigen wir uns mit den nicht-funktionalen Anforderungen.  (sg)

Literaturverweise

IREB (2022). Certified Professional for Requirements Engineering - Foundation Level - Handbuch (1.2.0). IREB e.V.

ISO/IEC/IEEE 29148:2018. Systems and software engineering - Life cycle processes - Requirements engineering

C. Rupp (2021). Requirements Engineering und Management (7. Auflage). Hanser

* Stefan Lange ist Teamleiter Systems Engineering im HEITEC Geschäftsgebiet Elektronik und Dozent für Systems Engineering an der Hochschule Augsburg.

* Moises Lorenzo-Leon ist Systemingenieur im HEITEC Geschäftsgebiet Elektronik und Certified Professional für Requirements Engineering.

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