Flexeras Sparte für Softwarehersteller heißt jetzt Revenera

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„An der Analyse von Nutzungsdaten wird auf lange Sicht kein Produktmanager mehr vorbeikommen“

Nicole Segerer, VP of Product Management bei Revenera (zuvor Flexera Software).
Nicole Segerer, VP of Product Management bei Revenera (zuvor Flexera Software).
(Bild: Revenera)

Mit seinen Lizenzierungs- und Lizenzmanagementlösungen hat sich Flexera in zwei unterschiedlichen Marktsegmenten etabliert. Auf der einen Seite SAM-Tools, die CIOs dabei helfen, Softwarelizenzen im Unternehmen zu managen und IT-Kosten zu reduzieren. Auf der anderen Seite Lösungen, die Softwareanbieter dabei unterstützen, mit ihren Produkten und IoT-Lösungen Geld zu verdienen und sie sicher und schnell an den Markt zu bringen. Mit dem Rebranding in die zwei Sparten Flexera und Revenera soll diese Unterteilung nun auch nach außen sichtbar werden. Zu den Hintergründen und Ausblicken gab Nicole Segerer, VP of Product Management bei Revenera, kurze Auskunft.

Was gab den Anstoß für das Rebranding in Flexera und Revenera?

Die Unterscheidung in Produkte für Softwareanbieter und Produkte für Softwareanwender gibt es tatsächlich schon länger. Mit InstallShield hat Flexera vor über 30 Jahren eines der häufigsten verwendeten Tools für die Softwarepaketierung entwickelt und damit schon früh Softwarehersteller, Entwickler und Technologieunternehmen bei der Bereitstellung ihrer Produkte unterstützt. Dieses Geschäftsfeld ist über die letzten Jahre kontinuierlich gewachsen. 2018 entschlossen wir uns schließlich, das operative Geschäft neu zu strukturieren und in zwei Sparten zu unterteilen: Flexera und Revenera. Das Rebranding war damit nur der nächste logische Schritt, um unser Profil als Unternehmen zu schärfen und uns klar am Markt zu positionieren.

Gehört dazu auch der Ausbau der Monetarisierungsplattform in Bezug auf Compliance- und Usage-Intelligence?

Definitiv. Die Analyse von Nutzungsdaten ist heute zentraler denn je für Unternehmen, die ihr Geschäft rund um das IoT und intelligente Geräte weiter vorantreiben wollen. Jeden Tag kommen neue Softwareprodukte auf den Markt, aber nicht alle haben Erfolg. Um neue Geschäftsmodelle einzuführen und digitale Lösungen zu monetarisieren, brauchen Produktmanager einen detaillierten Einblick in die Nutzung ihrer Produkte. Welche Features kommen beim Anwender gut an? Und für welche Zusatzfunktionen sind Anwender bereit neue Module zu erwerben? Die Analyse von Nutzungsdaten ist definitiv ein Thema an dem auf lange Sicht kein Produktmanager vorbei kommt, der Produkte und Services den Bedürfnissen der Kunden wie auch veränderten Marktbedingungen anpassen möchte. Die Realität hinkt dem aber noch etwas hinterher. Nur rund 35% der Softwareunternehmen haben gute Einblicke in die Nutzung ihrer Produkte. Viele arbeiten auch mit selbstgestrickten Lösungen und manuellen Auswertungen. Das skaliert nur leider nicht.

Welche Herausforderungen haben Kunden aus dem Softwarebereich in der Regel noch, wenn es um Monetarisierung geht?

Ganz aktuell: Softwareupdates. Ein bekanntes Thema, das in der jetzigen Krise erneut an Schwung gewonnen hat. Jedes Gerät nutzt Software. Diese Software muss mit Sicherheitspatches und funktionalen Updates versorgt werden. Im Industrial und Medical IoT gibt es noch viel zu viele Fälle, in denen der Servicetechniker diese Updates vor Ort einspielt. Das hat vielen Herstellern in der Coronakrise ein Problem bereitet. Updates für Devices, auch wenn sie nicht direkt mit dem Internet verbunden sind, sind ein großes Thema. Und der Schutz der Software, so dass kein Umsatz durch Piraterie oder Übernutzung verloren geht: Für Anbieter steckt das geistige Eigentum ihrer Produkte in der Software. Dementsprechend wichtig ist es, dieses vor unrechtmäßiger Nutzung zu schützen. Andernfalls kann ein enormer Schaden entstehen. Compliance- und Audit-Teams sind daher auf detaillierte Nutzungsanalysen angewiesen, um dem Umfang illegaler Aktivitäten sowie der Art der Lizenzrechtsverletzung auf den Grund zu gehen.

Beim Thema Compliance fällt in Verbindung mit der Softwareentwicklung in letzter Zeit besonders dann wenn es um den Einsatz von Open Source Komponenten geht.

Das ist richtig. Insbesondere bei der Entwicklung von IoT-Geräten greifen Entwicklerteams häufig auf Open Source-Komponenten zurück, um schneller und effektiver arbeiten zu können. Open Source heißt aber nicht, dass es keine Lizenzrichtlinien zu beachten gibt. Leider fehlt es immer noch an einem transparenten und regelgerechten Umgang mit OSS. Für eine branchenübergreifende Studie haben unsere Experten für Software Composition Analysis mehr als 2,6 Milliarden Codezeilen ausgewertet. Dabei stießen sie alle 32.600 Codezeilen auf einen Compliance-Verstoß, eine Schwachstelle oder Ähnliches. Bei jedem Audit, das wir durchführten, kamen so im Schnitt 662 kritische Fälle ans Licht. Langfristig können solche Versäumnisse für Softwareanbieter sehr teuer werden. Revenera unterstützt hier Entwicklungs-, Rechts- und Sicherheitsteams dabei, ihr Open-Source-Sicherheitsrisiko zu senken und die Compliance mit Lizenzbestimmungen mit einem End-to-End-System zu verwalten.

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