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Infrastrukturen

Was steckt hinter dem Internet der Dinge?

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Exkurs: Industrial Internet und Industrie 4.0

Das Industrial Internet bezeichnet die Anwendung von IoT-Techniken im Bereich der Industrie, wobei mit Industrie in diesem Zusammenhang nicht nur die industrielle Fertigung gemeint ist, sondern alles was nicht in den Konsumbereich fällt. Somit fallen neben herkömmlicher Automatisierungstechnik auch die Bereiche Medizintechnik, Gebäudetechnik, Smart Grid, Logistik und dergleichen unter Industrial Internet.

Der Begriff ist somit nicht direkt mit dem in Deutschland geprägten Terminus „Industrie 4.0“ vergleichbar, der einen wesentlich engeren Bezug zur industriellen Produktion, insbesondere der Optimierung des Fertigungsprozesses bis zur theoretischen Losgröße 1 mit Hilfe von neuen Technologien, hat, quasi die vierte Industrielle Revolution.

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Generell leidet der Begriff Industrie 4.0 darunter, stark politisch vereinnahmt zu sein und hauptsächlich Arbeitsgruppen und viel Papier zu produzieren. Einen pragmatischeren Weg geht das US-lastige, aber mittlerweile international besetzte Industrial Internet Consortium, welches konkret an sogenannten Testbeds und Quasi-Standards arbeitet. In letzter Zeit ist allerdings eine Annäherung zwischen den Industrie 4.0 und IIC-Arbeitsgruppen wahrnehmbar.

Um ein mögliches Missverständnis auszuräumen: Industrial Internet oder Industrie 4.0 bedeutet nicht, die gesamte Fertigung ans Internet zu hängen. Vielmehr ist die Nutzung von Internet-Techniken gemeint, die sehr wohl auch in einem vom offenen Internet möglichst gut abgesicherten Firmennetz erfolgen kann. Ziel ist dabei eine verbesserte Integration der Automatisierungsebene und des entstehenden Produktes untereinander, sowie mit den IT-Systemen (etwa ERP und CRM) des Unternehmens über den gesamten Lebenszyklus des Produktes.

Hohe Erwartungen, große Herausforderungen

Betrachtet man diverse Marktstudien zum Thema IoT, so wird man mit gigantischen Fantasiezahlen überschüttet. Je nach Studie erwartet man für 2020 zwischen 5 und 50 Milliarden „connected devices“. Inwieweit sich diese Prognosen bewahrheiten werden, sei dahingestellt. Mit Sicherheit kann jedoch gesagt werden, dass die Konzepte hinter IoT bleiben werden, auch wenn der Begriff IoT in ein paar Jahren vielleicht durch einen neuen Marketingbegriff abgelöst werden wird.

Aus technischer Sicht ist zu erwähnen, dass alle für das IoT notwendigen Technologien bereits verfügbar sind. Das IoT ist somit kein vornehmlich technisches Problem mehr. Die eigentliche Herausforderung ist die vollständige Umstrukturierung von Geschäftsmodellen und Geschäftsprozessen, die die Unternehmen meistern müssen.

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