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Erpressung übers Internet Was gegen Ransomware hilft

Autor / Redakteur: dpa / Margrit Lingner

Computer-Viren und Trojaner sind bekannte Gefahren des Internets. Mit Ransomware haben sie jedoch eine neue Qualität erreicht. Die Schad-Software blockiert den Computer und erpresst den Nutzer. Wie können sich Anwender dagegen schützen?

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Ransomware zählt zu den noch jungen aber gleichzeitig sehr gefährlichen Bedrohungen im Netz.
Ransomware zählt zu den noch jungen aber gleichzeitig sehr gefährlichen Bedrohungen im Netz.
(Bild: gemeinfrei/Pixabay / CC0 )

Erpressungssoftware ist eine noch junge Bedrohung und gleichzeitig eine der gefährlichsten. Seit ein paar Jahren schleichen die Ransomware genannten Trojaner auf Rechner - getarnt als harmlose Datei. Die Programme verschlüsseln wichtige Daten, was den Zugriff für den Nutzer unmöglich macht. Um wieder an die Daten zu kommen, verlangen die Kriminellen hinter der Ransomware ein Lösegeld. Anfang des Jahres machte die Ransomware „Locky“ von sich reden und legte sogar Rechner in Behörden lahm.

Wie funktioniert Ransomware?

Ransomware sind Trojaner, also Schadprogramme, die sich in scheinbar harmlosen Dateien verstecken. Sie können in E-Mail-Anhängen, Software-Downloads oder auch in den Werbebannern von unseriösen Webseiten versteckt sein. Einmal aktiviert, beginnen sie, Dateien auf dem PC zu verschlüsseln. Aufgrund dieser Funktion werden sie auch oft als Krypto-Trojaner bezeichnet.

Wie verbreitet ist Ransomware?

Genaue Zahlen gibt es nicht. Doch laut einer Umfrage des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) war im April 2016 jedes dritte deutsche Unternehmen in den vergangenen sechs Monaten von Ransomware betroffen. Die Bedrohung ist so akut, dass das BSI dazu ein umfangreiches Themenpapier mit Tipps und Vorgehensweisen veröffentlichte. Dennis Schirrmacher von Heise Security berichtet davon, dass Ransomware das derzeit bestimmende Thema in Hilfe-Foren und Hotlines ist: „Es ist für die Kriminellen so erfolgreich, dass es momentan alle anderen Themen an den Rand drängt.“

Wie kann man sich davor schützen?

Für Chris Wojzechowski vom Institut für Internet-Sicherheit in Gelsenkirchen kommt es in erster Linie auf den richtigen Basisschutz an. „Eine stets aktuelle Anti-Virussoftware ist Pflicht und erkennt die meisten Schädlinge sofort.“ Bei E-Mail-Anhängen rät der Experte vor dem Öffnen zu Vorsicht: Kenne ich die Person, die mir diese Datei geschickt hat? Erwarte ich wirklich eine Rechnung von diesem Shop?

Software sollte man möglichst direkt beim Hersteller herunterladen und nicht bei Drittanbietern. Besondere Vorsicht ist bei Download-Portalen geboten, die teure Software extrem günstig oder gar kostenlos anbieten. Das vermeintliche Angebot ist oft eine Falle.

Darüber hinaus raten Experten dringend zu regelmäßigen Backups auf externen Datenträgern. So können die von der Ransomware betroffenen Daten einfach wiederhergestellt werden. Die Datenträger sollten allerdings getrennt vom Rechner aufbewahrt werden.

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