Anforderungsmanagement

„Visure unterstützt jedweden Prozess“

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„In der agilen Welt müssen Anforderungen sehr klar formuliert sein“

Vor ein paar Jahren erfanden Unternehmen wie IBM oder Borland den Begriff ALM, also Application Lifecycle Management. Sie wollten integrierte Produkte für alle Prozessschritte anbieten und damit den Entwicklungsprozess in gewisser Weise bestimmen. IBM hat sogar einen eigenen Entwicklungsprozess, den Rational Unified Process (RUP). Wollen auch Sie die Entwicklungsprozesse bestimmen?

Natürlich hat IBM den RUP. Aber der RUP verliert an Bedeutung. Es gibt ihn immer noch in alten Projekten, aber heute wird der RUP entweder modifiziert oder man sucht sich gleich neue Methoden. Wenn Sie das Beispiel Borland nehmen – die hatten einen sehr guten Ansatz. Ich war damals für die Aktivitäten von Borland in Nordeuropa zuständig und kann das beurteilen. Es war ein fast vollständiges Angebot für den kompletten Entwicklungsprozess. Es tut mir immer noch leid, dass Borland damals nicht die nötigen finanziellen Mittel hatte und letztlich von MicroFocus aufgekauft wurde.

Aber zurück zu uns: Der jeweilige Prozess spielt für uns keine Rolle. Der Kunde definiert den Prozess. Unser Werkzeug diktiert die Vorgehensweise nicht. Heute kann kein Anbieter mehr den Prozess bestimmen, und ein Tool kann das schon gar nicht. Wir müssen die Methode umsetzen, die der Anwender benutzt.

In der Vergangenheit hat man den Entwicklungsprozess ja oft als etwas Unidirektionales verstanden, der von A nach B verlief. Heute haben wir iterative, bidirektionale Vorgehensweisen, die manchmal an ein Ping-Pong-Spiel erinnern. Wie unterstützen Sie Betriebe, die solche iterativen, und bidirektionalen Methoden umsetzen?

Nochmal: Wir unterstützen jedweden Prozess, den der Kunde verwendet. Es ist wichtiger zu verstehen, was mit Anforderungen in einer agilen Welt passiert und wie man damit umgeht. Die Implikation ist, dass die Anforderungen sehr klar sein müssen. Wenn man in einen einen Entwicklungs-Sprint hineingeht, der etwa zwei Wochen dauert, muss das alles sehr gut definiert und klar sein. Und wir reden auch über Anforderungen im Systems Engineering. Da müssen Compliance-Normen eingehalten werden, da ist Traceability wichtig. Einerseits werden die Requirements dadurch in kleinere, handlicher Stücke aufgebrochen. Andererseits muss man den Menschen helfen, die Anforderungen besser zu definieren. Und das war für die Kunden immer schon ein Problem.

Sie waren auch auf der Embedded World in Nürnberg vertreten. Ist der Embedded-Bereich Ihre Spezialität?

Unsere Lösung unterstützt jede Art von Entwicklungsprojekten. Wir haben sogar Kunden, die das Werkzeug nicht einmal für Softwareprojekte einsetzen. Sie verwenden es für das Projektmanagement. Ein Kunde nutzt es, um ein Krankenhaus zu bauen. Die Infrastruktur, die wir anbieten, hat also nichts mit der Art des Entwicklungsprojekts zu tun. Das Werkzeug ist hier sehr generisch. Aber das Tool ist auch sehr anpassbar. Auf der Embedded World haben wir eine Lösung gezeigt, die für Embedded-Projekte eingesetzt werden kann – mit allen Anforderungen und Prozess-Bestandteilen, die für die Embedded-Welt wichtig sind.

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