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Software Delivery Management, Teil 2: Übergreifende Transparenz und gestraffte Prozesse

| Autor / Redakteur: Anders Wallgren * / Stephan Augsten

Continuous Delivery hat die Praktiken der Softwarebereitstellung revolutioniert. Doch die mit DevOps-Methoden verbundenen Erfolge müssen auch mess- und sichtbar gemacht werden, damit Software-Unternehmen vollumfänglich profitieren können.

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Software Delivery Management unterstützt alle DevOps-Akteure mit umfassenden Daten, transparenten Einblicken und bewährten Verfahren.
Software Delivery Management unterstützt alle DevOps-Akteure mit umfassenden Daten, transparenten Einblicken und bewährten Verfahren.
(Bild: reidy68 / Pixabay )

Die Schaffung ausgereifter CI/CD-Pipelines (Continuous Integration/Continuous Delivery) hat Unternehmen ermöglicht, Software zu entwickeln, die auf der Grundlage einer langen Liste von Parametern bessere Leistungen erbringt. Die Ausfallraten sind von 50 Prozent auf weniger als 15 Prozent gesunken und die Bereitstellungszyklen werden nun in Stunden und nicht mehr in Wochen gemessen.

Seit Jez Humble und David Farley den Begriff der kontinuierlichen Bereitstellung im Jahr 2010 populär gemacht haben, erreichen Unternehmen sowie Produkte die Marktreife schneller und mit weniger Mängeln. Allerdings sind die Möglichkeiten von CI und CD begrenzt: Die Ansätze verknüpfen nur die Bereiche des Software-Lebenszyklus, die innerhalb von DevOps stattfinden.

Continuous Integration und Delivery liefern hingegen keine Erkenntnisse darüber, …

  • wo der Bereitstellungszyklus gestört wird,
  • ob die Software dem Kunden hilft, seine internen Leistungskennzahlen (KPIs) zu erfüllen,
  • wie sich die neue Software in der Anwendung verhält oder
  • ob die letzte Woche veröffentlichte Version den Wirkungsgrad erreicht, die das Softwareunternehmen prognostiziert und seinem Kunden versprochen hat.

Ein ganzheitlicherer Ansatz

In diesem Zusammenhang kann ein ganzheitlicherer Ansatz bei der Bereitstellung von Software helfen. Wie bereits im ersten Teil dieser Miniserie thematisiert, erkennen immer mehr Unternehmen die Softwarebereitstellung als Kerngeschäftsprozess an und planen diese darin zu integrieren. Demnach sollen alle Aspekte darin zu einer neuen, zusammenhängenden Disziplin verflochten werden.

Diese Disziplin, genannt Software Delivery Management (SDM), gibt neue Spielregeln vor: Sie geht über das Konzept von CI und CD hinaus, befähigt Entwickler und andere Beteiligte dazu, am effektivsten zusammenzuarbeiten und bietet Hilfestellungen Probleme kreativ zu lösen. Sie versorgt alle Akteure mit umfassenden Daten, transparenten Einblicke und bewährten Verfahren. Diese machen es möglich, sich wirklich kontinuierlich zu verbessern, den Werterhalt zu gewährleisten, effizient die richtigen Produkte sowie Features zu entwickeln und an die Kunden auszuliefern.

Für die ideale Umsetzung des SDM-Prinzips muss eine Managementlösung auf vier wesentlichen Aspekten beruhen: gemeinsame Daten, universelle Transparenz, miteinander verknüpfte Prozesse und die Zusammenarbeit aller Abteilungen.

  • Daten: Alle Informationen innerhalb und rund um die Softwarebereitstellungsaktivitäten müssten mit einem konsistenten Domainmodell erfasst und gespeichert werden, um zusammenhängende Prozesse, gemeinsame Einsichten sowie die Zusammenarbeit zu ermöglichen und zu erleichtern.
  • Einsichten: Transparenz und Zugriffsmöglichkeiten sollten das Verständnis sowie das kontinuierliche Lernen aus gemeinsamen Daten ermöglichen, die über alle Bereiche innerhalb der gesamten Organisation zugänglich sind.
  • Prozesse: Die Prozesse sollten die gesamte Wertschöpfung der Softwarebereitstellung orchestrieren und alle Arbeitsbereiche miteinander verbinden, um Ideen effizient und mit einem Maximum an Mehrwert und Akzeptanz auf den Markt zu bringen.
  • Zusammenarbeit: Alle an der Softwarebereitstellung beteiligten Abteilungen und Teams innerhalb und außerhalb der Organisation arbeiten zusammen, um die Wertschöpfungsprozesse zu optimieren.

Die Vorteile von SDM

Dieser neue Ansatz hilft Softwareunternehmen in vielerlei Hinsicht. So ergeben sich drei Vorteile, von denen die DevOps-Manager in Bezug auf ihre Arbeitsweise, die Zusammenarbeit mit Entwicklungsteams und den Kontakt mit Kollegen in ihren Organisationen profitieren können.

1. Sie entwickeln sich schneller.

Der aktuelle Prozess kann langsam und mühsam sein. Entwickler verwenden Tools, die nur für eine bestimmte Tätigkeit konfiguriert sind, und es ist schwierig, eine ganzheitliche Darstellung über die gesamte Produktkette hinweg zu erhalten. Eine SDM-Lösung erfasst alle Artefakte und Daten aus verschiedenen Tools, die an der Entwicklung der Software von der Idee bis zum Einsatz beteiligt sind, in einer einheitlichen, gemeinsamen Datenebene.

All diese Informationen sind miteinander verknüpft sowie immer und überall in generischen Formaten verfügbar. Allein die Verfügbarkeit dieser korrelierten Informationen erspart eine Menge Zeit bei der Suche nach Daten, die der Überprüfung des Status und Fehlersuche während des gesamten Entwicklungsprozesses dienen.

2. Sie schaffen bessere Software.

Wenn die Beteiligten keinen Einblick in den Entwicklungs- und Bereitstellungsprozess haben, können sie nicht wissen, ob die Software die Geschäftsziele des Unternehmens erfüllt. Mit SDM wird die kontinuierliche Feedback-Schleife, die mit CI/CD und DevOps etabliert wurde, erweitert, um alle Interessengruppen von der Ideenfindungsphase über die Benutzerakzeptanz bis zurück zur Ideenfindung vollständig einzubeziehen. Die Erkenntnisse werden protokolliert und auf breiterer Basis ausgetauscht, wodurch die Entwickler effizienter das liefern können, was die Anwender wollen – und zwar gleich beim ersten Mal.

3. Sie arbeiten besser zusammen.

Die Entwicklungsteams und das Management arbeiten aus einer Reihe von Gründen nicht immer gut zusammen. Entwickler haben oft kein gutes Gespür dafür, wie ein Produkt eingesetzt werden soll, und das Management hat in der Regel keinen detaillierten Einblick, was aktuell entwickelt oder wann es fertig gestellt sein wird.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Kommunikationsprozesse verstreut ablaufen – beide Seiten müssen mit unübersichtlichen Dokumenten als Informationsgrundlage arbeiten, sich über E-Mails verständigen und auf persönliche Meetings warten, um die Prozesse voranzutreiben. SDM durchbricht das bisherige Silo-Denken der Software-Abteilung und anderen Beteiligten, so dass beide Seiten Informationen austauschen, direkter kommunizieren und gemeinsam Lösungen erarbeiten können.

Anders Wallgren
Anders Wallgren
(Bild: CloudBees)

Auf diese Weise wird Software Delivery Management zum echten Game-Changer für alle Software-getriebene Entwicklungen und Innovationen und greift einen wichtigen Trend unserer Zeit auf: Konnektivität auf allen Ebenen.

* Anders Wallgren ist Vizepräsident Technologie-Strategie bei CloudBees. Er verfügt über mehr als 30 Jahre fundierte Erfahrung im Konzipieren und Entwickeln kommerzieller Software. Bevor er zu CloudBees kam, bekleidete Wallgren Führungspositionen bei Electric Cloud, Aceva, Archistra und Impresse. Als Manager bei Macromedia war er maßgeblich an Lösungen wie dem Director und verschiedenen Shockwave-Produkten beteiligt.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Dev-Insider.de.

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