Smart Toys – Spione im Kinderzimmer

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Das dies schneller geschehen kann als einem lieb ist, zeigt der Fall VTech: Im November 2015 gelang Hackern ein Einbruch in Datenbanken des Smart-Toy-Anbieters aus Hongkong. Laut VTech waren allein in Deutschland rund 900.000 Nutzer betroffen. In den Kundenkonten standen unter anderem Namen und Geburtstage von Kindern.

Auch die bereits erwähnte App CloudPets wurde bereits Ziel von Hackern: Unbekannten gelang es im Februar diesen Jahres, in die Server des Unternehmens einzudringen und mehr als 500.000 Datensätze zu entwenden - neben Nutzerprofilen, die sich eindeutig via Smartphonedaten zuordnen lassen, enthielten diese auch sämtliche Informationen, die Teddy sonst noch sichert.

Teddys großer Lauschangriff

Denn nicht nur die Kommunikation mit dem Kind ist als kritisch anzusehen, manche dieser intelligenten Spielsachen entwickeln eine regelrechte Datensammelwut. So niedlich die Plüschtiere, Roboter und Puppen auch wirken mögen: Sie agieren letztendlich wie Spione im Kinderzimmer.

Diejenigen, die mit den Kindern kommunizieren können, nehmen über integrierte Mikrofone alles auf was zu ihnen gesagt wird, und speichern diese Informationen auf Servern ab. Manche Anbieter gehen mehr, manche weniger transparent mit diesem Umstand um. Mattell, die Hersteller der Hello Barbie, stellen die Aufnahmen sogar den Eltern online direkt zur Verfügung.

Doch es geht nicht nur darum, dass Eltern - oder Unbefugte Dritte - das Kind belauschen können. Einige Apps, über die die Spielzeuge gesteuert werden, erfassen die Geräte-ID des Smartphones, übertragen Nutzerdaten an Drittfirmen oder setzen Tracker, die möglicherweise das Surfverhalten der Eltern protokollieren können.

Dabei wäre diese Sammelwut nicht notwendig; der Zweck ist ein anderer. Zu solchen Drittfirmen zählt in einem Fall beispielsweise Flurry - ein Unternehmen, dass auf Datenanalysen und individuell zugeschnittene Werbung spezialisiert ist. Zwei weitere Apps senden gesammelte Daten an die Werbedienste von Google. Nicht nur das Kind, sondern auch die Eltern werden damit zu gläsernen Nutzern.

Den pädagogischen Sinn der Spielzeuge haben die Tester zwar nicht bewertet. Angesichts der festgestellten Mängel kommen sie aber zu dem Schluss: Angesichts solcher Sicherheitsmängel ist ein nicht internetfähiger, „dummer“ Teddy wohl auch in Zukunft die schlauere Wahl.

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