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SAP baut Cloud-Geschäft mit Milliardenzukauf in den USA aus

| Autor / Redakteur: mit Material von dpa / Sebastian Gerstl

Einige Jahre hat sich SAP zurückgehalten, nun kauft der Softwareriese aus Walldorf wieder in größerem Stil ein: Für 2,4 Milliarden US-Dollar (knapp 2 Milliarden Euro) will er den US-Anbieter Callidus kaufen. Beim Geschäft mit der Cloud sieht der Konzern eine Trendwende erreicht.

SAP baut sein Cloud-Geschaft durch einen groß angelegten Einkauf in den USA aus: Für 2,4 Milliarden US-$ möchte man sich den US-Anbieter callidus einverleiben.
SAP baut sein Cloud-Geschaft durch einen groß angelegten Einkauf in den USA aus: Für 2,4 Milliarden US-$ möchte man sich den US-Anbieter callidus einverleiben.
(Bild: Clipdealer)

Europas größter Softwarehersteller SAP will die Milliarden-Investitionen in das Cloudgeschäft in diesem Jahr wieder in steigende Ertragskraft ummünzen. Zudem schaltet der Konzern aus Walldorf auch im Wettbewerb mit dem großen US-Rivalen Salesforce einen Gang höher: Für 2,4 Milliarden US-Dollar (knapp 2 Milliarden Euro) will er den US-Anbieter Callidus kaufen, dessen Software Vertriebsprozesse von Firmen erleichtern und verbessern soll - eine Domäne von Salesforce.

„Unsere Kunden stellen sich derzeit in Vertrieb, Service, Marketing und Handel völlig neu auf," sagt Bill McDermott, Vorstandssprecher von SAP. „CallidusCloud passt perfekt zur SAP-Innovationsstrategie, die das Front-Office neu gestaltet. SAP verleiht CallidusCloud die globale Aufstellung, mit der das bisher schon beindruckende Wachstum noch weiter beschleunigt werden kann. Gemeinsam werden die beiden Unternehmen noch stärker und können die Abläufe in Unternehmen und das Leben der Menschen verbessern.“

Im Cloudgeschäft wird Software zentral in Rechenzentren betrieben und dann zur Nutzung quasi an die Kunden vermietet - und nicht auf deren Rechnern installiert. Das kostet SAP gerade am Anfang mehr Geld als das traditionelle Geschäft mit Lizenzen.

Die Umsatzrendite - also das, was vom Umsatz als Gewinn vor Steuern und Zinsen übrig bleibt - soll zum ersten Mal seit 2013 wieder zulegen, wie Vorstandschef Bill McDermott am Dienstag in Walldorf sagte. Die versprochene Wende habe der Konzern im vierten Quartal eingeleitet. 28,9 Prozent waren es am Ende in 2017, 29,9 Prozent könnten es laut SAP-Prognose im besten Fall in 2018 werden. Dann will SAP auch erstmals mehr Umsatz mit der Cloud als mit dem Verkauf von Softwarelizenzen machen, wie Finanzchef Luka Mucic sagte.

2017 hat SAP insgesamt 23,46 Milliarden Euro umgesetzt - das ist ein Plus von 6 Prozent. Das operative Ergebnis legte um 2 Prozent auf 6,77 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich stieg der Gewinn um 12 Prozent auf 4,06 Milliarden Euro. «Wir haben große Versprechen gegeben und wir haben diese Versprechen gehalten», sagte McDermott.

Einen größeren Einkauf hatte SAP zuletzt 2014 mit dem acht Milliarden Dollar teuren Reisekostendienstleister Concur gewagt. Danach folgten Jahre mit kleineren Zukäufen. Nun macht McDermott wieder Dampf im Geschäft um die Kunden vor allem auf dem US-Markt, der schon deutlich stärker auf Software zur Miete aus dem Internet setzt. Die Schulden aus dem Concur-Geschäft hat der Konzern inzwischen wieder weitgehend abgebaut.

McDermott bezeichnete Callidus als innovativste Firma auf ihrem Gebiet. Die Callidus-Aktionäre müssen noch zustimmen, zudem braucht SAP die Erlaubnis der Wettbewerbsbehörden.

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