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RISC OS ist jetzt vollständig Open Source

Redakteur: Michael Eckstein

RISC OS ist ab sofort vollständig als Open Source-Betriebssystem über die Apache-2.0-Lizenz nutzbar. Damit lässt es sich nun auch für lizenzfreie Raspberry Pi-Projekte einsetzen.

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Geringe Hardware-Anforderungen: RISC OS eignet sich gut als Betriebssystem für Einplatinen-Computer wie den Raspberry Pi.
Geringe Hardware-Anforderungen: RISC OS eignet sich gut als Betriebssystem für Einplatinen-Computer wie den Raspberry Pi.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Die Leitung für das Projekt liegt weiterhin in den Händen der RISC OS Open Ltd. Das hat RISC OS Developments bekannt gegeben. Das Unternehmen hatte Castle Technology Ltd. übernommen, den bisherigen Eigentümer des RISC OS.

Seit gut 15 Jahren hat Castle Technology nach und nach Teile des RISC OS 5 über die RISC OS Open als Open Source freigegeben. Nach und nach sollte der gesamte Quelltext folgen. Ab Ende 2008 wurde der offene Quellcode auf modernere ARM-Hardware angepasst. RISC OS Open Ltd. wird weiterhin das Hauptrepository des Betriebssystems kuratieren und hosten. In Zusammenarbeit mit RISC OS Developments wird es laufende RISC OS-Projekte finanzieren und entwickeln.

RISC OS ist ein Betriebssystem mit grafischer Oberfläche, das lange als erste Wahl für die Embedded-Prozessoren von ARM galt. Es wurde Ende der 1980er Jahre vom britischen Unternehmen Acorn für Archimedes entwickelt, einen Computer mit 32-Bit-Architektur. Acorn gliedert „Acorn RISC Machines“ aus, benannte die Tochter in „Advanced RISC Machines um – kurz ARM. Der Rest ist Geschichte: Das ARM-Design für Mikroprozessoren ist heute in Mrd. Embedded-Produkten im Einsatz.

RISC OS unterstützt eine breite Hardware-Basis

RISC OS ist stark modular aufgebaut und benötigt wenig Speicher. Es enthält den schnellen BASIC-Dialekt BBC BASIC und einen eingebauten ARM-Assembler, bietet eine moderne Desktop-Schnittstelle und einen einfachen Zugriff auf Programmierung, Hardware und Konnektivität. Es unterstützt ARM-basierte CPUs unter anderem von Texas Instruments, Intel, Broadcom, Freescale und, NXP. Diese Hardware-Basis wird sich durch den Wechsel zu Open Source schnell erweitern, ist RISC OS Developments überzeugt.

Unter Beibehaltung seiner geringen Hardwareanforderungen bietet RISC OS laut Anbieter eine „close to the metal“-Leistung. So boote RISC OS beispielsweise einen vollständigen, grafischen Desktop in nur wenigen Sekunden. Damit sei es ideal geeignet für den anhaltenden Trend zu Single-Board-Computern wie den Raspberry Pi. Nicht ohne Grund hat sich RISC OS als eines der ersten Betriebssysteme für den Raspberry Pi etabliert.

Das integrierte BBC BASIC ist in Großbritannien seit langem weit verbreitet, da es in den 1980er und 1990er Jahren „Standard“ für BASIC-Implementierungen gelehrt wurde. BBC BASIC-Programme können laut RISC OS Developments nach wie vor „out of the box“ auf RISC OS ausgeführt werden. Im Gegensatz zu vielen anderen BASIC-Varianten bieten moderne Versionen einen einfachen Zugang zur Hardware und I/O-Fähigkeit von Computern. Dadurch bleibt BBC BASIC aktuell und lässt sich auf Geräten wie dem Pi und Pi Zero.

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