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Quizfrage für Hardwarehersteller: Sind wir schon Softwaremanager?

| Autor / Redakteur: Nicole Segerer / Sebastian Gerstl

Ohne Softwaremanagement keine Smart Factory und IIoT-Geräte
Ohne Softwaremanagement keine Smart Factory und IIoT-Geräte (Bild: Clipdealer)

Software, Daten und digitale Services sind Schlüsselkomponenten im IIoT. Viele Hersteller betreten hier Neuland – insbesondere was das Softwaremanagement betrifft.

Je smarter die Produkte und Services, desto höher der Anteil von Software. Allein in der Industrieautomatisierung beschäftigen viele Hersteller mittlerweile drei- bis viermal mehr Software- als Hardware-Entwickler. Nur so können sie Cloud- und SaaS-Angebote (Software as a Service-Angebote) an den Markt bringen und ihre Produkte durch vielfältige Embedded Software-Funktionen von preisgünstigeren Mitanbietern abheben. Dazu zählt beispielsweise Remote-Diagnose oder das Freischalten von Zusatz-Features über Upgrades. Doch trotz der Omnipräsenz von Software fehlt es häufig an einer Standardisierung, die durchgehende Lizensierungsprozesse und Softwareupdates für alle Produktlinien umsetzt und damit auch eine flexible und effektive Monetarisierung erlaubt.

Bevor also Smart Factory und Co. in neue Sphären aufbrechen, sollten Hersteller zunächst die Konsolidierung des Softwaremanagements in ihren Produkten vornehmen. Ein zentrales Berechtigungsmanagement hilft dabei, operative Prozesse des Softwaregeschäfts zu zentralisieren, damit die Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg zu verwalten, Sicherheit zu gewährleisten und Software und Updates bereitzustellen.

Wissen, was läuft

In einer Fertigungsumgebung ist es wichtig, zu wissen, welche Software wo läuft. Welche Kunden verwenden welche Software-Version? Was wurde erworben, was wurde aktiviert und was wird genutzt? Und wie lässt sich sicherstellen, dass wirklich nur berechtigte Kunden die Software nutzen? Nur wer diese Fragen schnell und einfach beantworten kann, wird sich langfristig auch als Anbieter von IIoT-Geräten durchsetzen können. Dabei ist „die Software“ schon oft der erste Trugschluss. Die meisten Hersteller bringen unzählige Softwareprodukte zum Einsatz, doch leider werden diese oft uneinheitlich gemanagt. Oft hat die Konzernleitung keinen Überblick, wie sich das digitale Geschäft als Ganzes entwickelt, da nur fragmentarische Informationen aus Einzelbereichen vorliegen. Kunden leiden so unter uneinheitlichen Lizenzierungs-, Aktivierungs- und Updateprozessen bei verschiedenen Produkten vom gleichen Hersteller.

Für den Einstieg sollten sich Hersteller drei spezifische Fragen hinsichtlich ihrer Softwareprodukte stellen:

Sind wir in der Lage, neue Softwareprodukte schnell zu integrieren?

Die Herausforderung für Anbieter von Industrieautomatisierungslösungen besteht darin, Geräte schnell auf den Markt zu bringen und gleichzeitig die Fertigungskosten niedrig zu halten. Mit entsprechenden Lizenzierungstechnologien lassen sich innovative Produkte leichter, schneller und vor allem kostengünstiger entwickeln. Die Software macht den Unterschied. Sie kann beispielsweise über das Freischalten von Funktionen entscheiden und damit Produkte und Geräte differenzieren. Dabei wird prinzipiell die gleiche Hardware genutzt, so dass keine zusätzlichen Produktionslinien nötig sind. Die Flexibilität beim Aufspielen neuer Software kann auch den Eintritt in ein neues Marktsegment vereinfachen. Ist eine IIoT-Monetarisierungsplattform einmal implementiert, lassen sich neue Produkte schnell ins Portfolio einfügen, die die gleichen Lizenzierungs- und Updateprozesse wie bestehende Angebote verwenden.

Besitzen wir eine zentrale und transparente Plattform, um Softwarelizenzen, -berechtigungen, -aktivierung und -nutzung zu überprüfen?

Ein Energiekonzern muss den Stromverbrauch jedes einzelnen Kunden regelmäßig überprüfen und messen, um die tatsächlichen Kosten in Rechnung stellen zu können. Für einen Anbieter von softwarebasierten Geräten und Anlagen gilt das ganz genauso. Sie müssen wissen, welcher Kunde welche Lösungen mit welcher Lizenz und in welcher Version nutzt, um ein klares Bild hinsichtlich der Nutzung und nötiger Updates zu erhalten. Tun sie das nicht, können erhebliche Umsatzeinbußen entstehen. So berichten Softwareanbieter von entgangenen Einnahmen von mehr als 30 Prozent durch automatisch durchgeführte Upgrades bei Kunden, die gar nicht für die entsprechenden Services eingeschrieben waren. Auch bei Verträgen, die nach Nutzung abgerechnet werden, ist eine hohe Transparenz erforderlich. Zum Beispiel können Hersteller durch die genaue Messung der Nutzung sicherstellen, dass beim Produktionsoutsourcing nicht mehr Produkte vom Vertragshersteller produziert werden als vereinbart. Die Transparenz ist schlichtweg auch eine Frage der Sicherheit: Schwachstellen in älteren Softwareversionen müssen regelmäßig gepatcht werden, damit sie nicht als Einfallstor für Hacker dienen und so möglicherweise ganze Anlagen lahmlegen.

Nutzungsdaten und im Produkt integrierte Analysen bieten den entscheidenden Einblick und geben an, auf welchen Plattformen welche Version einer Software läuft und wann diese zuletzt aktualisiert wurde. Die Daten können zudem für die geplante Produktentwicklungsstrategie aufschlussreich sein, neue Möglichkeiten zur Monetarisierung offenlegen und sich auf die zukünftige Preisgestaltung auswirken.

Können wir Updates rechtzeitig und zuverlässig zur Verfügung stellen?

Generell sind Software- und Firmware-Aktualisierungen entscheidend für die Sicherheit, aber auch für die Compliance und effiziente Support-Prozesse. Manuelle und isolierte Update-Prozesse liefern nicht die notwendige Automatisierung, um vernetzte IIoT-Geräte regelmäßig und kontinuierlich zu überprüfen. Zudem fehlt ihnen die Möglichkeit einer Skalierung, zum Beispiel bei Kundenwachstum, bei neuen Softwareprodukten oder häufigeren Aktualisierungen.

Updates, Upgrades und Security-Patches sind jedoch nicht nur Sache der Hersteller. Mehr und mehr gewinnen auch Self-Service-Portale an Beliebtheit, die Endnutzern, Wiederverkäufern und Servicepartnern direkten Zugriff auf die von ihnen genutzte Software ermöglichen. Das kann in vielen Fällen sinnvoll sein: Kunden können direkt auf alle Produkte zugreifen, die sie erworben haben, und Servicepartner können Softwareprodukte und Lizenzen direkt für ihre Endkunden managen.

Auf dem Weg zum erfolgreichen, softwarebasierten IIoT-Geschäftsmodell stellen sich sicherlich noch eine Vielzahl von anderen Fragen – angefangen beim passenden Monetarisierungsmodell für jede Software bis hin zu Risiken von Open Source Komponenten. Grundsätzlich lohnt es sich jedoch ein Perspektivenwechsel, der letztendlich Hardwarehersteller auch zu Softwareanbietern und -managern macht.

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Dieser Beitrag stammt von unserer Partnerplattform Industry-of-Things.de.

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