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Künstliche Intelligenz: Wer ist hier der Boss?

| Autor: Sariana Kunze

In der Arbeitswelt der Feind, im privaten Umfeld der Freund. Künstliche Intelligenz wird von vielen Arbeitnehmern noch sehr unterschiedlich wahrgenommen.
In der Arbeitswelt der Feind, im privaten Umfeld der Freund. Künstliche Intelligenz wird von vielen Arbeitnehmern noch sehr unterschiedlich wahrgenommen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Smarte Technologien gewinnen in der Arbeitswelt immer stärker an Bedeutung. Doch wie wird sich Künstliche Intelligenz (KI) auf den Arbeitsmarkt auswirken? Jobmotor oder Jobkiller? Beides ist denkbar.

Künstliche Intelligenz (KI) ist auf dem Vormarsch. Dank der Sprachassistenten Siri, Alexa oder Cortana ist KI keine Zukunftsvision mehr, sondern in unserm Alltag längst angekommen. Schon heute leben viele Bundesbürger – wenn man bei dem Beispiel der Sprachassistenten bleibt – sogar nicht mehr nur monogam. Polygamie ist angesagt: Siri als Begleitung für unterwegs und Alexa als Ansprechpartner im trauten Heim.

Doch nicht nur für Privatpersonen bietet KI große Chancen, auch Unternehmen wollen mit selbstlernenden Computerprogrammen, die eigenständig Daten erfassen, Zusammenhänge verstehen, Prognosen erstellen und Lösungen entwickeln, ihre Umsätze steigern. Schon bald soll KI ein Geschäft mit Umsätzen im Milliardenbereich sein. Laut dem Marktforschungsinstitut Tractica könnte der weltweite Umsatz mit KI bis zum Jahr 2025 auf 38,8 Mrd. US-Dollar anwachsen. Diese Prognose bezieht sich auf Unternehmen jeder Größe. Voraussetzung ist nur, dass sie rechtzeitig in KI-Management investieren.

Bis 2022: KI Bestandteil am Arbeitsplatz

Aber wie wird sich KI auf den Arbeitsmarkt auswirken? Diese Frage beschäftigt derzeit nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch viele Arbeitgeber. Laut einer Analyse des IT-Research und Beratungsunternehmens Gartner soll bis 2022 jeder fünfte Arbeitnehmer, der sich mit zumeist nicht routinemäßigen Aufgaben beschäftigt, auf KI verlassen, um einen Job zu erledigen. Wie z.B. eine automatisierte Generierung wöchentlicher Statusupdates oder die Vorsortierung wichtiger Emails im Posteingang.

Die Gartner-Studie ergab zudem: Weltweit sollen 2,3 Mio. neue Arbeitsplätze bis 2022 durch KI entstehen und nur 1,8 Mio. Jobs durch maschinelles Lernen wegfallen. Dabei soll die Produktions- und Fertigungsindustrie am Stärksten negativ betroffen sein. „Viele bedeutende Innovationen in der Vergangenheit waren mit einer Übergangsphase von vorübergehenden Arbeitsplatzverlusten verbunden. Darauf folgte einen Zeit der Erholung und dann die Transformation der Geschäftsprozesse“, erklärt Svetlana Sicular, Research Vice President bei Gartner.

Beherrschen oder beherrscht werden

Führungskräfte haben jedenfalls keine Berührungsängste bezüglich KI und Automatisierungslösungen am Arbeitsplatz, wie eine Studie von Pegasystems zeigt. Der Anbieter von Software für Vertrieb, Marketing, Service und Operations befragte weltweit 845 Führungskräfte aus verschiedenen Wirtschaftssektoren zu ihren Ansichten über die zunehmende Bedeutung von KI und Automatisierung. Dabei zeigt sich, dass die häufig skizzierte Angst vor dem Arbeitsplatzverlust in Folge des Einsatzes intelligenter Maschinen so nicht zutrifft.

88 % der Befragten sehen die Einführung intelligenter Maschinen als Kollegen am Arbeitsplatz positiv. Etwa zwei Drittel (69 %) erwarten, dass der Begriff „Arbeitskraft“ künftig auch derartige Maschinen umfassen wird, die ihrerseits von Menschen gesteuert werden. 70 % glauben, dass KI-Systeme innerhalb von 20 Jahren menschliche Arbeitskräfte in administrativen Rollen ersetzen werden. Allerdings gehen auch 69 % der Teilnehmer davon aus, dass durch Automatisierung manueller Prozesse mehr menschliche Ressourcen für andere Geschäftsbereiche frei werden.

Fest steht: Künstliche Intelligenz wird sich in den kommenden Jahren zum Wettbewerbsfaktor mausern, wie Achim Berg, Bitkom-Präsident, weiß: „Künstliche Intelligenz ist die digitale Schlüsseltechnologie. Deutschland gehört hier weltweit zu den stärksten Standorten und muss diese Position halten und ausbauen. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland ist davon überzeugt, das KI ein wichtiger Faktor für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes ist. Politik und Wirtschaft müssen Szenarien entwickeln, wie KI zum wirtschaftlichen Fortschritt beitragen und dem Allgemeinwohl dienen kann. Flankierend müssen wir Mechanismen erarbeiten, die einen möglichen Missbrauch dieser Technologie im besten Fall ganz ausschließen oder auf ein absolutes Minimum reduzieren. Wir müssen und wir könne KI beherrschen – tun wir es nicht, beherrscht sie uns.“

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Elektrotechnik.de.

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