Technologie-Radar IT-Trends auf einen Blick

Redakteur: Margit Kuther

Zukünftige Techniken, Tools, Sprachen und Plattformen der IT präsentiert das Technology Radar von ThoughtWorks.

Firmen zum Thema

Neal Ford: „Das Technology-Radar versucht Trends, die wir sehen, zu beschreiben.“
Neal Ford: „Das Technology-Radar versucht Trends, die wir sehen, zu beschreiben.“
(Bild: ThoughtWorks)

Das Technologie-Beratungsunternehmen ThoughtWorks hat sein neuestes Technology Radar veröffentlicht. Es basiert auf den Erkenntnissen aus den weltweiten Kundenprojekten und IT-Fachkreisen.

Der Bericht gibt Einblick in Techniken, Tools, Sprachen und Plattformen, welche die nächste Generation der Software-Entwicklung vorantreiben und spricht Empfehlungen aus.

„Das Technology-Radar versucht, Trends, die wir sehen, zu beschreiben – sowohl große als auch kleine“, sagte Badrinath Janakiraman, Produktentwickler bei ThoughtWorks.

Trendthema Cloud

„Zum Beispiel sehen wir oft Menschen, auch im geschäftlichen Umfeld, die viele Cloud-basierte Dienste mit einer Vielzahl von mobilen Geräten nutzen, ohne auf offizielle Genehmigung zu warten. Sie tun dies, weil es ihnen eine große Flexibilität in ihrer Arbeitsweise ermöglicht.“

„Diese Flexibilität entsteht auf Kosten der Datensicherheit. Die Folge ist, dass die Grenzen von Unternehmensdaten, die früher klar definiert werden konnten, jetzt immer diffuser werden – schwerer zu erfassen sind. Das ist, was wir „das grenzenlose Unternehmen“ nennen. Dies ist eine große Veränderung, mit der wir umzugehen lernen müssen. Denn es passiert, ob wir es wollen oder nicht.“

Strategische Trends, erfasst vom Technology Radar

  • Annehmen der fallenden Grenzen durch sich öffnende Unternehmen, Cloud-Umgebungen und Co-Location durch Telepräsenz
  • Anwendung bewährter Praktiken wie Continuous Delivery für die mobile Entwicklung, Datenbankmigration für NoSQL und CSS-Frameworks
  • Schlanke Optionen für die Analytik, indem alle Entwickler beteiligt werden und wenn nötig eng mit Experten zusammenarbeiten
  • Die Auswirkungen von „Infrastructure als Code“ und die Notwendigkeit neuer Tools.
  • Verbesserung der mobilen Entwicklung mit Continuous Delivery und Netzwerk-Tests

Technology Radar: Techniken

Das Konzept des grenzenlosen Unternehmens hat sich erweitert, da neue Technologien helfen, Barrieren abzubauen. Entwicklungsumgebungen in der Cloud bedeuten, dass die Entwicklungsinfrastruktur ausgelagert werden kann. Teams brauchen dann kaum mehr als einen Laptop und eine Internetverbindung. Die Wirtschaft muss auch bei grundlegenden Annahmen hinsichtlich des Zugriffs auf Daten und der Netzwerksicherheit umdenken.

Die mobile Entwicklung ist weiterhin ein wichtiger Trend, vor allem, weil mit HMTL 5 die Grenzen zwischen „App-Store“-Apps und Web-Apps verwischen. Continuous Delivery ist zu einem immer leistungsfähigeren Ansatz für die mobile Entwicklung geworden. Dienste wie Testflight machen es möglich, native Anwendungen mehrmals am Tag auf realen Geräten bereitzustellen.

Eine stärkere Konzentration auf automatisierte Tests wird auch dazu beitragen, sicherzustellen, dass die Apps auf den tatsächlichen Geräten funktionieren, wenn sie lanciert werden.

Technology Radar: Tools

Es gibt eine Reihe neuer Tools für den sich schnell entwickelnden mobilen Bereich, darunter Testflight und HockeyApp, die es beide ermöglichen, das Ausrollen von mobilen Anwendungen zu koordinieren und die Notwendigkeit eines App-Stores zu umgehen.

Logstash und Graylog2 werden beide als Tools zur Bewältigung der wachsenden Herausforderungen bzgl. der Aggregation von Informationen empfohlen, da die Systeme zunehmend detailgenauere Dienstleistungen, die über mehrere Geräte verteilt sind, beinhalten. An anderer Stelle ist Gatling ein neuer Player unter den automatisierten Performance-Tests, der zum Erproben empfohlen wird.

Das Technology Radar zeigt auch, dass viele Organisationen weiterhin schwergewichtige Tools zum Testen einsetzen, statt einen agilen Ansatz anzuwenden. Die hohen Lernkurven und Voraus€setzungen an fachlicher Kompetenz und Ausbildung sind für schnelllebige Software-Lieferungen nicht geeignet, da es für das Team schwierig ist, intern zu testen.

Technology Radar: Plattformen

Da sogar wenig umfangreiche Websites riesige Datenmengen erzeugen, bleibt die Suche nach einer Daten-Management-Lösung weiterhin ganz oben auf der Agenda stehen. Das Technology-Radar empfiehlt weiterhin das Testen von Google BigQuery als eine kostengünstige Lösung, um zu einem datengesteuerten Unternehmen zu werden.

Im vergangenen Jahr wurde Elastic Search als Open-Source-Such-Plattform vermehrt eingesetzt. Das Technologie-Radar empfiehlt den Einsatz dieser Plattform, insbesondere im Hinblick auf seine lebendige Community und die Anzahl der Client-Bibliotheken in Java, C#, Ruby und JavaScript. Da mehr als die Hälfte der Handys weltweit noch Feature-Phones sind, wird inzwischen der Einsatz von SMS und USSD als UI für die wachsende Nachfrage nach mobilen Anwendungen empfohlen.

Technology Radar: Sprachen & Frameworks

Durch den wachsenden generellen Trend zur Verwendung von Single-Page- und mobile-basierten Anwendungen wurden vermehrt JavaScript-MVC-Frameworks, einschließlich AngularJS, Knockout und Ember.js, eingesetzt. CoffeeScript ist als Methode zur Vereinfachung von JavaScript-Codebasen immer beliebter geworden und das Radar prognostiziert einen großen Einsatzbereich.

Das beliebte CSS-Framework Bootstrap ist im neuesten Technology-Radar, basierend auf den Erfahrungen des Boards mit den Einschränkungen dieses Frameworks, von „Erproben“ auf „Bewerten“ zurückgestuft worden. Es wird aber immer noch für die schnelle Herstellung von Websites empfohlen. Das Technology-Radar beobachtet aber auch, dass die Zeit, in der alle CSS von Hand geschrieben wurden, für alles andere als triviale Arbeit nun dank der Qualität und Unterstützung von CSS-Frameworks wie SASS und LESS vorbei ist.

Über das Technology Radar

Das Technology Radar wird zweimal jährlich vom Technical Advisory Board von ThoughtWorks, einer Gruppe von erfahrenen Technologieführern, erstellt, um Erkenntnisse für alle, die an der Entwicklung von Software beteiligt sind – von Fachleuten bis zu Entscheidungsträgern – bereitzustellen.

Der Bericht verwendet einen visuellen Ansatz, um Trends in vier Gruppen einzuteilen: Techniken, Plattformen, Tools und Sprachen & Frameworks, wobei jeder Bereich durch den Beirat eine Empfehlung zum „Abwarten“, „Bewerten“, „Erproben“ oder „Einsetzen“ erhält.

„Die Welt der Software-Entwicklung bewegt sich in einem unglaublichen Tempo und es kann schwierig sein, mit den neuesten Trends zum richtigen Zeitpunkt Schritt zu halten“, so Neal Ford, Direktor und Software-Architekt bei ThoughtWorks. „Die wachsende Bedeutung der mobilen Technologie hat einen besonders starken Strom von Innovationen bewirkt, der mit ständig neuen Tools und Techniken einhergeht."

(ID:39812560)