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Keynote Prof. Ludewig „Führungskräfte sind (auch) für Software-Qualität verantwortlich“

| Autor / Redakteur: Prof. Dr. rer. nat. Jochen Ludewig / Martina Hafner

In seiner Keynote "Gute Software-Qualität von A wie Aufwandseinhaltung bis Z wie Zuverlässigkeit: Yes we can!" auf dem ESE Management Summit 2015 forderte Prof. Ludewig: "Führungskräfte sind (auch) für die Software-Qualität verantwortlich."

Prof. Dr. rer. nat. Jochen Ludewig hat 30 Jahre lang an Hochschulen der Schweiz und an der Universität Stuttgart Software Engineering in Forschung und Lehre vertreten. Sein besonderes Interesse gilt der Software-Qualität und dem Software-Projektmanagement. Mit dem Studiengang Softwaretechnik hat Ludewig in Stuttgart ein viel beachtetes Modell geschaffen. Für Verdienste in der Lehre wurde er 2010 zum Fellow der GI (Gesellschaft für Informatik) ernannt. In der Industrie gibt er regelmäßig Kurse.
Prof. Dr. rer. nat. Jochen Ludewig hat 30 Jahre lang an Hochschulen der Schweiz und an der Universität Stuttgart Software Engineering in Forschung und Lehre vertreten. Sein besonderes Interesse gilt der Software-Qualität und dem Software-Projektmanagement. Mit dem Studiengang Softwaretechnik hat Ludewig in Stuttgart ein viel beachtetes Modell geschaffen. Für Verdienste in der Lehre wurde er 2010 zum Fellow der GI (Gesellschaft für Informatik) ernannt. In der Industrie gibt er regelmäßig Kurse.
(Bild: VBM-Archiv)

Alle wollen gute Software-Qualität. Aber es scheint, dass diesem Wunsch dunkle Kräfte im Wege stehen: Die Anforderungen bleiben unbestimmt, die Mitarbeiter stehen nicht voll zur Verfügung, der Projektfortschritt wird geschönt, die Code-Qualität ist unbefriedigend, zu einem seriösen Test fehlt die Zeit.

Es sind aber keine dunklen Kräfte, die eine durchgängig ordentliche Qualität sabotieren: Es sind die Entscheidungen, die die Verantwortlichen treffen, die Manager, oft auch die Mitarbeiter im Verkauf. Sie versprechen Termine und Leistungen, die nicht möglich sind. Gute Qualität entsteht nicht zufällig oder nebenbei, sondern dadurch, dass von Beginn an daran gearbeitet wird.

In meinem Vortrag auf dem ESE Management Summit räume ich vor allem mit zwei gängigen Vorurteilen auf:

Zum einen ist die Software-Qualität kein nettes Beiwerk, das dem Produkt zugefügt werden kann wie die berüchtigte „Kunst am Bau“. Qualität, gute wie schlechte, wächst von Beginn der Entwicklung an in das Produkt hinein.

Zum anderen ist die Qualität kein Stolperstein, dem man lieber ausweichen möchte, lästig wie eigentlich die ganze Software. Gute Software-Qualität schafft Sicherheit und Planbarkeit, macht das Projekt, in dem sie entsteht, transparent und erfolgreich.

Die Führungskräfte sind (auch) für die Software-Qualität verantwortlich. Das ist keine Last, sondern eine Chance, die zu nutzen ist.

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