Suchen

Aufgemerkt Es gibt kein Allheilmittel für die Sicherheit im Internet of Things

| Redakteur: Franz Graser

Seien Sie skeptisch, wenn Ihnen eine Lösung versprochen wird, die angeblich alle Security-Probleme löst. Sicherheit ist ein vielschichtiges Problem und bedarf eines mehrschichtigen Lösungsansatzes.

Firma zum Thema

Franz Graser, Redakteur EP.
Franz Graser, Redakteur EP.
(Bild: Ina Zabel/ELEKTRONIKPRAXIS)

Wenn man auf Messen geht, sind manchmal nicht so sehr die ausgestellten Exponate entscheidend, sondern die Menschen, denen man begegnet. So ging es mir auf der diesjährigen electronica mit Yossi. Mit vollem Namen heißt er Yossi Har-Nov, und er ist Vice President of Engineering eines Embedded-Board-Herstellers mit Sitz in Florida und in Israel.

Ich lernte Yossi während der Embedded Platforms Conference, der Begleitkonferenz zur electronica, kennen, und es ergab sich, dass wir uns am Tag nach dem Konferenz-Track noch einmal zum Essen trafen. Tags zuvor hatte er einen Vortrag zum Thema IoT-Security gehalten, der beim Publikum sehr gut ankam. Als wir den Vortrag Revue passieren ließen, sagte Yossi, dass er sich bewusst nicht als Security-Experte sehe. Auf meine Nachfrage erläuterte er, das Thema Security habe so viele Facetten, von denen man nur einige wenige komplett überschauen könne.

Das ergab Sinn. Yossi hatte in seinem Vortrag unter anderem über Safe-Boot-Techniken und über die TrustZone-Technik moderner ARM-Chips referiert – zweifellos wichtige Aspekte, die aber eben nur Teile der Problematik beleuchten.

Wer das Thema Security im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge ernst nimmt, kann deshalb nicht umhin, sich mit dem kompletten Problem auseinanderzusetzen. Unser Artikel zum Thema „Sicherheit von IoT-Geräten“ auf Seite 18 versucht, Ihnen den Umfang der Angelegenheit näherzubringen. Denn der große Denial-of-Service-Angriff auf namhafte US-Internetdienste vom Oktober 2016 erfolgte mit Hilfe von Tausenden von vernetzten Geräten, darunter digitale Videorekorder, die über undokumentierte User-Schnittstellen gekapert werden konnten.

Und auch wenn eine Lücke gestopft wurde – es gibt in der Regel immer noch eine Hintertür. Seien Sie daher skeptisch, wenn Ihnen eine Lösung versprochen wird, die angeblich alle Sicherheitsprobleme löst. Vertrauen Sie lieber auf einen mehrschichtigen Ansatz.

(ID:44391132)