Suchen

Software-Sicherheitslücken Entwickler kommen mit dem Patchen kaum noch hinterher

| Redakteur: Franz Graser

Nach dem Vierteljahresbericht der IBM X-Force sind im letzten Quartal 2014 mehr als 9200 neue Sicherheitslücken aufgetreten. Niemals zuvor haben die Malware-Experten von IBM so viele Vorfälle registriert.

Firma zum Thema

Mangelndes Sicherheitsbewusstsein gerade in Bezug auf mobile Endgeräte in Unternehmen öffnen Cyber-Kriminellen Tür und Tor. Das ist das Fazit einer Sicherheitsstudie von IBM und dem Ponemon-Institut.
Mangelndes Sicherheitsbewusstsein gerade in Bezug auf mobile Endgeräte in Unternehmen öffnen Cyber-Kriminellen Tür und Tor. Das ist das Fazit einer Sicherheitsstudie von IBM und dem Ponemon-Institut.
(Bild: Clipdealer)

„Entwickler kommen mit dem Patchen von Sicherheitslücken kaum noch hinterher“, sagt Gerd Rademann, Business Unit Executive von IBM Security Systems für Deutschland, Österreich und die Schweiz: „Zudem tauchen kritische Fehler immer öfter in Systemen oder Softwarebibliotheken auf, die die Basis für eine Vielzahl von Anwendungen bilden und damit ein großes Gefahrenpotenzial aufweisen.“

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem aktuellen X-Force-Vierteljahresbericht: Im vergangenen Jahr geriet eine Milliarde Datensätze in falsche Hände. Diese Zahl war 20 Prozent höher als noch 2013.

74,5 Prozent der Sicherheitsvorfälle wurden aus den USA gemeldet. Zum Vergleich: 1,5 Prozent stammen aus Deutschland. Die hohe Zahl der aus USA gemeldeten Zwischenfälle hat damit zu tun, dass in den Vereinigten Staaten zum Teil strengere Gesetze gelten, die die Meldung von Sicherheitslücken obligatorisch machen.

Bei 40,2 Prozent der Cyberangriffe wurde nicht veröffentlicht, um welche Art der Attacke es sich handelte. Auf dem zweiten Platz mit jeweils 17,2 Prozent landen Distributed-Denial-of-Service-Angriffe und Malware-Attacken.

15 Prozent der Sicherheitsvorfälle gehen auf das Konto von Android-Apps, die fälschlicherweise SSL-Zertifikate validieren.

Eine weitere IBM-Studie in Zusammenarbeit mit dem Ponemon-Institut kommt zu dem Ergebnis, dass mobile Applikationen und Geräte zum Teil gravierende Sicherheitslücken aufweisen. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt werden weltweit über 11,6 Millionen mobile Geräte infiziert.

Das Ponemon-Institut hat daher gemeinsam mit IBM die Sicherheitspraktiken in über 400 großen Unternehmen untersucht – mit einem alarmierenden Ergebnis: Ein durchschnittliches Unternehmen überprüft weniger als die Hälfte seiner Apps auf Sicherheitsmängel.

(ID:43277691)