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Internet der Dinge Elektroindustrie drängt auf Strategie für Cyber-Sicherheit

Redakteur: Franz Graser

Die sogenannte Cyber-Sicherheit wird zum strategischen Faktor für den Industriestandort Deutschland. Im vergangenen Jahr entstand der deutschen Volkswirtschaft durch Datenspionage und Netzkriminalität ein Schaden von 44 Milliarden Euro, das sind 1,6 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts.

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Im Know-How-Schutz im Internet der Dinge sieht die deutsche Elektroindustrie einen wichtigen Faktor zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.
Im Know-How-Schutz im Internet der Dinge sieht die deutsche Elektroindustrie einen wichtigen Faktor zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.
(Bild: Gerd Altmann, pixelio.de)

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des amerikanischen Zentrums für strategische und internationale Studien. Demnach erleidet Deutschland weltweit den größten Schaden durch Cyber-Kriminalität. Vor diesem Hintergrund sieht die deutsche Elektroindustrie im Schutz des Know-how einen strategischen Faktor zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Daher begrüßt sie den Entwurf des IT-Sicherheitsgesetzes der Bundesregierung.

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) bietet seine Unterstützung für eine praxistaugliche Weiterentwicklung des Entwurfs an. Ziel müsse es sein, den Qualitätsstandard „Made in Germany“ für die Cyber-Sicherheit in der Industrie weltweit auszubauen. Deutschland könne durch eine strategische Ausrichtung seiner Industriepolitik auf die Sicherheit der industriellen IT seine führende Technologieposition stärken, die Wettbewerbsfähigkeit erhalten und als Modell für eine sichere Umsetzung des Industrie-4.0-Konzepts dienen.

Mit Blick auf die langfristige Gestaltung der Cyber-Sicherheit in Deutschland seien die von der Politik geplanten Maßnahmen zur Technologischen Souveränität zu konkretisieren. So solle bei den öffentlichen Beschaffung der Anforderungskatalog um das Kriterium Sicherheit ergänzt werden. Zusätzlich schlägt der ZVEI eine stärkere Förderung zukunftsgewandter und ergebnisoffener Sicherheitsforschung vor. Insgesamt bietet der Verband an, den Dialog zwischen der Politik und der Elektroindustrie zu vertiefen, um realistische Umsetzungsschritte zu diskutieren.

Als Aufgabe der Industrie sieht der ZVEI die Etablierung eines Verhaltenskodex für das Internet der Dinge an. Zugleich sei es wichtig, bei allen Konzepten den Faktor Mensch angemessen zu berücksichtigen. Wirksame Konzepte müssten beispielsweise die Qualifikation, das Bewusstsein und Verhaltensweisen der Menschen einbeziehen.

Grundlegend sei zudem ein erweitertes Verständnis von Cyber-Sicherheit. Anders als der gebräuchliche IT-Sicherheitsbegriff verweist der Begriff Cyber-Sicherheit in der Industrie darauf, dass diese innerhalb von Industrieanlagen gewährleistet sein muss. Cyber-Sicherheit umfasst die sichere Verbindung physischer Einheiten (etwa Maschinen und Steuerungseinheiten) mit dem externen virtuellen Raum, vordergründig dem Internet. Ein wichtiges Ziel ist es, das Know-how effektiv vor Datenspionage und -kriminalität zu schützen.

Das Thema „Sicherheit im Internet der Dinge“ bildet auch einen Schwerpunkt des Internet-of-Things-Kongresses der ELEKTRONIKPRAXIS am 7. Oktober 2014.

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